Winterfestival, Karben

Geschrieben von Pensen

Die Sonne scheint und ich blicke gemeinsam mit Soelve durch die klirrende Luft den Harz empor. Morgendliche Begeisterung bahnt sich seine touristische Bahn, ob die Eingeborenen das überhaupt noch sehen? Man ist ja oft sich seiner alltäglich umgebenden Umgebung schönheitsmäßig gar nicht bewusst. Hingegen unserer Qualität als Band schon, denn wir haben die letzten zwei Tage geprobt. Auch neue haben wir uns ma kommen lassen. Die neue Platte wird ekelhaft schön.
Timmey kratzt sich am Auto warm fürs Winterfestival im beschaulichen Karben, denn da ist das heutige Ziel unsrer Reise.
Strahlend blauer Bus und Himmel und Soelve steigt das erste mal im Leben in Oli's Bus ein. Aber als alter Hase de Busgeschäftes findet er schnell seinen Platz. Wir hören HipHop und Timmey's Nerven. Aber Hey, geschmäcklerische Streits vom Zaun brechen, das haben schon ganz andere versucht.
Das Wetter wird auf dem Weg zum Festival im schlechter, was uns wiederum völlich Wurst ist, denn es ist ja mit Dach. So arrivieren wir im Regen und werden fröhlich und hilfsbereit vom hiesigen Veranstaltungsteam empfangen. Das Gelände wird schnell wiedererkannt, denn mit den Monsters of Liedermaching haben wir im letzten Sommer hier gute Dinge getan.
Nachher spielen unter anderem noch unsere Superfriends von Montreal und eine Band mit gutem Namen : "Mein Kopf ist ein brutaler Ort". Klingt interessant. Als die Berliner einkehren gibt's ein großes Hallo, da die Knochen aber schon sieben Tage Tour in sich haben, wird sich noch mal im Hotel abgelegt.
Die PäckchenGäng nimmt leckeren Hackeintopf zu erstaunlich guter Musik im backstagegegenüberliegendem CafeteriaRaum. "Is mir egal" von "Der Tobi & Das Bo" brilliert es aus den Boxen. Lecker.
Soelve steht längst am Merchstand und trinkt HefeWeizen aus einem Glas aus Glas. Will ich auch, hol's mir auch, werde müde, lass es sein und begebe mich in die jungmachende DiscobrausenWelt, in der sich Timmey bereits befindet. Herr Schmidt tröstet Timmey nach einem eindeutigen BillardSpiel, mit Verweisen auf Tischtennis. Da soll Timmey sehr ausgebufft sein, was ich aber live noch nie erlebene durfte. Legende? Man weiss es nicht.
Uns mischt heute zum alleresrten mal Ole, der mit den Montreals momentan unterwegs ist. Wir machen LineCheck (Soundcheck vor Publikum) und dann wird auch schon losgeledert. Diverse Songs sind heute mit dabei, die wir sonst noch nicht so oft im Programm hatten. "Mach kaputt was nicht kaputt ist" macht zum Beispiel eine heiden Freude. Nach dem Dschidsch wird zügig eingepackt und Bus belanden weil die Montreals nun aufbauen. Der Regen ist höchst beständig heute und der Boden wird von Stunde zu Stunde tiefer. Wieder bekommen wir Ladehilfe und wuppen so gemeinsam die vorfeierabendliche Aufgabe.
Eine sehr gut, aber verhängsnissevolle Idee kommt Auf. "Hey, warum macht ihr nicht einfach bei uns die Bar auf der Bühne und nehmt euch ein Paar Stühle mit?!". Ja wenn es doch gewünscht wird..
Kurz darauf seh ich uns ausgelassendst Drinks machen, Eiskübel, Hisch's Rücken vor mir, Lautstärke genießend zwischen den Montreals sitzen. Auf gemeindesallStühlen mitten im Geschehen. Herrlich. Oli mausert sich zum KellnerGott und macht die ersten Reihen selig.
Nachdem wir dieses rauschende Stück Kultur erleben durften geht alles den Umständen entsprechend alle etwas durcheinander, bis wir irgendwann zum Aufbruch blasen. 800m zu Fuß zum Hotel. N Klax. Herr Schmidt reißt sich von der Theke los und dann geht sie los, die wilde Reise durch die verregnete Nacht. Wir nehmen uns die Zeit die wir gemeinsam brauchen und kommen tatsächlich unbeschadet im Hotel an. Was wir nicht wussten, dass dich ein eiserne Türzarge heute mal ganz besonders in den Vordergrund drängen will. Und so springt sie förmlich Schmidtchen direkt vor die Birne, die weil menschlich, einknickt und blutig zweiter Sieger wird. Herrje, der arme Mann. Ein Glück warten in Karben und Umgebung immer zwei drei Krankenwagen form Hotel und so hat dieser Abends doch noch nicht sein Ende gefunden, obwohl wir es uns doch so verdient hätten. Heroisch fährt Timmey mit Oli mit, ich Besuch noch mal kurz die Montreals einen Stockwerk drüber um dann mich zu Soelve zurück zu begeben. Denn gleich geht unserer Zug, in zweieinhalb Stunden besser gesagt. Käffchen muss kommen.
Karben, vielen Dank für diesen zuckrigen Ausflug, wir sehen uns im Sommer beim Narben Open Air. In diesem Sinne, bis gleich und gute Nacht.

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