Bastard Club, Osnabrück

Geschrieben von Pensen

Gottogottogott. Jetzt bin ich ernsthaft angestrengt. Aufstehen steht bevor, mittelmäßige Idee. Mein Blick schweift durch die Gegend: Zerdroschene Menschen ächzen schnarchend in der Horizontalen, im Hintergrund ein zugemüllter Party-Table. Oh Goohott.

Schlinn. Ich räkel mich Richtung Burger King, um Carsti seine Mini-Pfannkuchen zu besorgen. Eine Minute nach elf enter ich den Laden und die noch nicht nette Dame mustert mich mit Ekel plus einer Priese Mitleid. Ich guck an mir runter und verfalle in eine ähnliche Stimmung mir selbst gegenüber. Man kann von einer landstreicherhaften Erscheinung sprechen. Doch als ich den Mund auf mache und mein unwiderstehlicher Charme zum tragen kommt, erweicht die junge Dame. Eigentlich ja nur bis 11h, aber die Sympathiepunkte reichen aus für zweimal Pfannkuchen mit Kaffee. Danke liebe Frau, du rettest grade Leben. In Wahrheit spürt sie das auch und will nur helfen. Und das tut sie, denn formidabel schmeckt es.
Costa winkt noch und dann geht's auch schon los. Osnabrück wartet, vermutlich sogar die ganze Stadt. Eh klar. Aber erstmal wieder übers Merchcowboy-Lager, weil wir halt in den letzten Wochen nicht soo oft da waren. Nervt. Aber macht spass. Carsten räumt das Ungetüm (Riesencase) leer und via Bäcker mit Kaffe gehts direkt weiter. Denkt man. Dachten wir auch. Aber da der Herr Ehlich ein zerstreuter junger Mann ist, der beim AA machen gerne mal was liegen lässt, zieht sich die Abfahrt insgesamt auf ca 1,5 Std in die Länge. Und alle haben mächtig Fun.
Im Bastard Club hat Timmey sein erstes Tv-Interview und ich darf auch mitmachen. Wir plazieren uns nackt auf einer Couch und reden übers Liebesleben der Seeteufel. Kommt gut an und nach 3,5 Std ist alles vorbei. Timmey ist und bleibt ein Naturtalent mit Hang zum alles sofort Können.
In dem winzigen Backstage kann man Menschen schlecht verteilen, wegen der Winzigkeit. Die Liedfetts haben heute teilweise Damenbesuch, neidisch linsen wir den Pärchen hinterher und bleiben unter riechenden Männern. Die Vorverkaufszahl ist schon wieder erstaunlich. Erstaunlich gut. Was hier los ist die letzten Tage. Unwahrscheinlich.
Liedfett beginnt und der Laden ist voll und tanzt. Total zermatscht sitzen wir oben und fühlen uns sehr nach Sonntag mit Badewanne und bestellter Pizza. Aber es ist so dermaßen Freitag, da beißt der Hund keinen Kater ab. Also gut, und bitte. Mein Blick zieht immer etwas verspätet nach wenn ich den Kopf zu schnell bewege. Hu.
Vom Winde verweht: Im Moment des Bühnebetritts ist die Verwandlung perfekt. Was nicht eine Meute FreitagAbendMenschen alles möglich machen kann. Timmey spielt auch wie n junger Gott und die Stimmung kann kaum besser sein. Noch gar nicht so lange ist es her, dass wir mit "Le Fly" hier vor 20 Leuten Mexikaner getrunken haben, und jetzt das. Es ist einfach wunderbar. Eine der schönsten Szenen ist das Intro von "Fass mir an die Füße". Timmey bitte Dennis zum Walzer-Stelldichein und der Funke springt über. Verzaubert bin ich der einzige einsame Clown, der den Soundtrack zum Reigen der Liebe beisteuert. Aber hab ich gern getan.
Glückliche Merchgespräche werden geführt, während der Rest der fleißigen Bienen die Busse lädt. Denn es gibt noch einen einzuhaltenden Termin um 0:30h im tiefen Wald von RTL. Auf ganz arm.
Um 0:26h kommen Urs, Carsten und ich in unser Zimmer und stellen mit Beruhigung fest, das eine Art "Krankenhaus/Piss mir nicht das Bett voll"-Plastik-Plane unter dem Laken liegt. Mmh, sehr angenehm.Leicht molarisiert wälzen wir uns auf der Plane und lassen alles noch mal Wasser, denn hier kann nichts passieren. Laken weg und alles frisch. Lange hält die Wärme jedoch nicht an und so entschlummern wir zügig dem Tag. Danke Osnabrück, welch fantastischer Freitag. Gute Nacht.

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