Dynamo, Zürich

Geschrieben von Pensen

Faulenzen ist stressig. So singen die Liedfetts und es scheint was wahres dran zu sein. Müder als heute morgen war ich auf der ganzen Tour noch nicht. Und warum? Gestern Off Tag gehabt, mit Sauna und allem Pipapo. Dann noch Einzeller-Entertainment mit Tatort und Dschungelcamp und ab in die Heia. Heute : Komplett im Arsch. Aber Bock.

Denn: Wir werden das Land verlassen. Nur für einen Tag, aber immerhin. Zürich ruft. Ich erinnere mich dunkel an das "Dynamo". Mit den Ohrbooten war ich mal vor ein paar Jahren hier. Aber direkt wird alles wieder erkannt und wir gucken verzückt den Fluß hinab. Vermutlich die Züre, oder so.
Da wir schon unerhört früh da sind, und den Zöllnern kein Bedürfnis empor stiegt uns zu filzen, haben wir einen endlos langen nachmittag. Mit Dosenstechen erheitern sich sprinder, Lukas und Scheidi ein wenig selber und dann ruft auch schon Ursi zum Soundcheck. Wie zur Hölle eigentlich Dosenstechen? Ja, es ist so. Im Backstage gibt es tatsächlich Feldschlößchen in null fünfer Hülsen. Ein Traum. In Deutschland wäre das nicht möglich, hier geht alles. Das blaue, kühle Metall liegt verwerflich gut in der Hand. Ich ahne gute Laune.
Unser kleines Schwein wir fein säuberlich an seinen mittlerweile Stammplatz positioniert, auf meinem Gitarren Amp. Vielsagend guckt es mit einer Seelenruhe in die Runde. Ich überlege ob irgend etwas nicht stimmt oder ob es Bedürfnisse hat, aber ich verspüre kein Unwohlsein beim Schwein. Eher Spannung und Abendteuerlust. Na ja, es wird schon nicht weglaufen.
Lukas ist der Pre-Konzert-DJ im Backstage und wir tüdeln uns ein. Als wir auf die Bühne kommen sehe ich in freundlich, erwartungsvolle Gesichter. Andächtige Stimmung mit Pfiff und Pepp. Eine meiner Lieblingssituationen. Wir lernen uns erstmal alles kennen und teilen Getränke, Gedanken und Visionen. Tanzen auch, aber nciht bevor wir das bevorstehende Lied bis in den Kern auseinander analysiert haben. Immer gemeinsam versteht sich. Einen Heidenspaß macht das. Wir sind so im Fieber, dass wir in der Kunst versinken, mit den Liedfetts das Schlittschuh-Lied singen und noch mal betonen, wie gut uns Zürich grade tut. Alles scheint beim letzten Ton gestimmt zu haben doch dann fällt mein Blick beiläufig in die Schweinchen Richtung. Weg! Es ist einfach weg. Niemand hat's gemerkt, gesehen oder geschossen. Aufgeregt laufen wir durcheinander, Taschenlampen werden gezückt und Menschen befragt.
Trotz genauer Beschreibung, Vermisstenzettel am Merchstand und Einzelgespräche mit Fangruppierungen taucht es einfach nicht wieder auf. Ich will einfach nicht glauben, dass es entführt worden sein kann. DIe Leute waren doch so nett zu uns. Verstehen würde ich es hingegen schon, weil es verbotet niedlich ist, aber werd würde so was tun? Liedfett macht auch noch eine dDurchsage bei ihrem Konzert aber es bleibt tatsächlich verschwunden. Vermutlich ist es ein Backpacker, zum weiterziehen verdammt. Übel kann ich ihm es auch nicht nehmen, Reisende darf man nicht aufhalten. Weh tut es trotzdem, aber bestimmt für beide Seiten. Also, wenn du das hier liest, schreib uns doch mal: mail@daspack.de
Der Veranstalter Lars ist mit seinem Team ein besonders netter Haufen und es wird sich noch ordentlich wohl gefühlt und dabei KIZ gehört. Freudig erstaunt feiern wir ihre "Immer noch einen draufsetz-Qualitäten" ab. Irgendwann laden wir dann doch durch Stockwerke und Fahrstühle und "Dennis NullKommaNull" fährt uns heroischerweise ins Hostel. Hurra, endlich wieder Stockbetten.
Unten wird noch Döner gegessen und später lesen Lukas und ich jeweils "DIe Tränen der Furchlunde" und die Bibel quer. Macht fast noch mehr ´Sinn als die einzelnden Bücher nacheinander zu lesen. Auf jeden Fall ist es fantasievoller. Mit dieser Betthupferl-Lektüre sind wir alle bettschwer genug um zu horizontialisieren. Vielen Dank Liebes Zürich, Schweiz und alles drum herum. Sehr gerne wieder, gute Nacht.

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