1210, Stuttgart

Geschrieben von Pensen

Wie zauberhaft: Heute müssen wir erst um 12h aus dem Hotel und haben eine überschaubare Strecke zu meistern. Schön auspennen, endlich. Einer offensichtlich beginnenden senilen Bettflucht ist es zu verdanken, dass ich um 8:30h beim Frühstück sitzt. Die Betten rochen nach reichhaltigem Angebot, im positiven Sinne. Herrgott wie geil, es gibt Smoothies. Smoothies hieß früher FruchtGlitsche im Glas und so, aber auf englisch schmeckt es noch mal besser. Es gibt fünf verschiedene Farben in voreingeschänkten Gläsern. Himmlisch, nix können müssen außer farbenblind sein. Kann ich. Mein Liebling ist grün, Kiwi Exotic wie ich ihn nenne. Joghurt, Maracuja und Crannberry gehen aber nix gegen grün.. Wie sollen eigentlich jetzt noch Rühreier passen? Ein Glück kommt Soelve vorbei und macht mit. Die Rogers kommen auch dazu und es wird vorsichtig an ersten Kaffees genippt. Durchs halbe Restaurant empfehle ich Chris den "Kiwotic" (Kiwi Exotic), findet er tierisch.
Das Allerbeste ist allerdings, dass ich mich noch mal hinlegen kann. Zum Schlafen reicht die innere Ruhe nicht ganz, aber für Schönheit locker. Zur Mittagsstunde geht's raus und ich erfreue mich dem frühlingshaften Wetter und der "Urban"-Apotheke gegenüber. Sofort muss ich unseren Homies von "Urban Majik Johnson" schreiben, dass wenn's um Medizin geht ich nun für immer eine Adresse habe.
Olli ist etwas griesgrämig weil er seine nicht unerheblich wertvollen Kopfhörer verloren hat. Vielleicht sogar im Backstage vom Backstage. Zack, kurzer Hand hin geeiert und eigekehrt. Und tatsächlich wird das gesuchte Teil hinter der vermuteten Box im Backstage gefunden. Ach, irgendwie schön das sich in dieser sehr schnell gewordenen Welt suchen hin und wieder doch immer noch lohnt.
Gefühlte acht Stunden brauchen wir für den Weg, Staus und die restgebende Verkehrsführung in Stuttgart. So viele rote Ampeln auf so kleinem Raum habe ich noch nie gesehen. Jetzt wünsch ich mich doch farbenblind.
Kein Mensch von uns war jemals im "1210"ner, aber kuschelig wird's auf jeden Fall. Endlich Punkrock. Es gibt lecker BrötchenBuffet auf dem Tresen und einen angedeuteten Beachclub direkt vor der Tür. Auch eine ParkstrassenSchneise, die wir in so fern überwachen, dass wir uns nach und nach in Richtung Club vorparken. Einer fährt raus, und dann sofort losrennen und einen Platz weiter vortasten. Bis zur PolPosition. Dann wird geladen und gesoundcheckt. Weil mir persönlich schon etwas langweilig wurde, dass gestern streckenweise mein Equipment einwandfrei funktioniert hat, streikt es heute wieder. Wie wunderbar, dass man sich heutzutage noch auf was verlassen kann.. "es wird schon seine Gründe haben".
Als "Stereogold" anfangen füllt sich der Laden zügig, und bei uns tropft schon der Schweiß von der Decke. Stuttgart ist mächtig gut drauf, und feiert ausgelassen. Herr Schmidt kämpft heute gegen Soundausfälle, krachende Biere in Effektgeräte und sich ins Gesicht bohrende Mikroständer. Aber sonst ist alles derbe. Und vor allem der Überraschungsgast des Tages: Rüdiger Bierhorst. Auf einmal steht er da und drückt uns, welch Zauberhaftigkeit. Ehrensache das wir das Schlittschuhlied zusammen singen. Geil, in zwei Wochen geht's mit den Monsters auf Tour.
Rogers knattern auch ordentlich los, jeder Stagediver ist kurz vor seiner Skalpierung, denn die Deckenlampen werden beim BühnenSprung immer nur um Millimeter verfehlt. Glück der Tüchtigen.
Da um 23h schon die nächste Veranstaltung Einlass hat, sind wir angehalten, flugs alles rauszurödeln. Team Goslar nutzt die Chance der Stunde und ballert noch gen Harz. Soelve und ich, Rüdi, Alex, Moppel und Eisen latschen noch in Richtung Kneipe. Wir sind mitten in der Einkaufspassage, aber die ist gespickt mit Clubs und Läden. Alles voller junger Menschen, sehr ungewohnt für einen Hamburger, denn nachts in der Mönckebergstrasse ist kein Mensch. Das krasseste sind aber die Autos. Ein aufgemeierter "BMW 1000" kreuzt den nächsten. Ein Motorgeheule sonders gleichen, unfassbare Szenerie. Dazu geht's auch immer in den teilweise schmalen Gassen und hoch und runter, verwinkelt und auf einmal stehst du auf einem altertümlichen Marktplatz. Unsäglich. Wir setzten uns draußen hin und nehmen noch einen erfrischende Mojito. Herrlich sommerlich das Ganze. Irgendwann treten Soelve und ich den Heimweg an, durch heulende Märzer und aufgebretzelte Brezeln. Wir probieren es im Astoria, ist aber doch das Hansa. Okidoki. Sonsz hätte ich aber nie den StinkefingerHasen auf dem RezeptenTresen im Astoria kennengelernt, ein geiler Typ sag ich euch.
Ein paar Blöcke weiter spazieren wir zur Schlafstätte, und jetzt kommt's: Es läuft "Rocky 4". Wun, der, schön. Zur Fortsetzung von und für Gestern fehlt mir allerdings Teil drei und so bleib ich beim "Aktuellen Sportstudio" und schlummer irgendwann mit drei Punkten im Gepäck ein...
Stuttgart, geiles Ding, vielen Dank. Auf bald und gute Nacht.

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