Cassiopeia, Berlin

Geschrieben von Pensen

7:56h. Herrgott. 537km. Fuck Fakten. Die innerliche Verklebung schreitet voran. Offensichtlich helfen dabei 5-6 Twix Riegel zum einschlafen, hat Urs auch gekonnt. Dieser wiederum kümmert sich bereits um die äußere Verklebung und duscht. Ich tippel zum Frühstücksort. Kacke, Kinder. In Wahrheit bin ich ja riesen Fan von diesen Minimenschen, aber Kinder mit flachen Eltern sind oft sehr laut, schon früh am Tag. Mein Kostüm ist noch etwas dünne, dass die nerven. Die Nerven. Aber Hey, schneller wach wird man nirgends, welch zuckersüße Kinder. Selbst jetzt beim Aufschreiben des Ganzen ist der Sinneswandel binnen Sekunden vollzogen. Herje wie reaktionsschnell. Hu.
Frikadellen mit Soße statt Müsli. Heftich, dieser Rock. Urs kommt dazu und liest mir seine DigitalZeitung vor. Gemütlich.
Um 9:30h ist Lobbycall (dt. RezeptionsRuf) und wir wandern durch strömenden Regen zur Zeche Carl, Bus abgreifen und wegrappen. Derbe. Voll schön auch, morgens nass geregnet werden und noch keinen Kilometer geschafft. Aufgaben so weit das Auge reicht. Fun Fun Fun. Aber wir sind ja nicht auf WellnessUrlaub sondern auf Mission der geilen Scheisse. Und bitte, Abfahrt.
Die Fahrt vergeht wie im Fluge einer HummelSchnecke, die zum fliegen selbst zu faul ist ihr Haus zu verlassen. Offensichtlich hat sich Ostern in ganz Deutschland rumgesprochen und alle reisen jetzt wie die Verrückten von A nach C um in B noch kurz die Omma zum Zelten zu besuchen. Stau damn (engl für "Schiete, Stau) nicht zu verwechseln mit Stau Damm. Aber vermutlich gleicher Wortstamm. Ach halt's Maul.
Es hört nicht ein einziges mal auf zu Regnen, selbst in Berlin, wo normalerweise immer, im Sinne von immer, die Sonne scheint, nicht. Fuuuack. Egal, wir arbeiten ja drinnen.
Die Kollegen von den Rogers sind bereits da, und wir nehmen Käffchens im Backstage. Ich bekomme mit, dass Sir Paul McCartney in die Stadt kommt, piss mir vor Glück in die Hose und suche anschließend WechselKlamotten. Das geht zweidrei mal so im Zyklus, bis ich einfach unten Ohne den Nachmittag verbringe, weil ich meine Freude einfach nicht in Zaum halten vermag.
Wir bauen auf und soundchecken, Pizza wird geliefert und dann beginn die Parade der SuperMenschen. Als erstes kehrt der immernoch leicht angekränkelte Onkel auf einen Freundschaftsplausch vorbei und später reihen sich Kreische, Michi, Tille, Noodt, M21, Manu und Yonas dazu, um nur mal die Ausamße der Freundschaft anzukratzen.
Unser Gig ist etwas starksig, zum zweiten Song kackt meine alte Marshall-Dame ab, Timmey und ich intonieren "Positiv überrascht" und Schmidtchen holt heroisch meinen ErsatzAmp aus'm Auto. Hu.
Das ausverkaufte Cassiopeia ist uns sehr wohlgesonnen und honoriert unsere AlltagsfluchtÜberbrückungsInitiative. Süß, Danke für den.
Dann läuft aber alles bald erneut wie am Schnürchen und es kann zu ende geballert werden. Merch ist heute einen Stock höher und ich schnall erst jetzt, wie dermaßen übermodisch unsere neuer, kapuzenfreier DAS PACK Pulli ist. Schöm Dickie.
Bei den Rogers wirds wild, man trägt sich auf Schultern und schmettert die Texte in die Nacht. Ich hab das Gefühl, dass die Anlage ständig kurz vorm in die Kniee gehen ist, der Gesang zerrt, aber das Gefühl stimmt. Bei uns wohl bereits auch schon, Zitat Urs "Immer schön vom Körper weg mischen". Recht so.
Ich bekomme bei "Kreuzberger Nächte" kaltes Bier von Nico auf der Bühne, und bin ob der restlichen Raumtemperatur überwältigt, ob der Temperatur. Also echt kaltes Bier. Knüller. Einfach nur Akkustik-Gitarrist sein macht schon wieder Bock.
Timmey und Ich latschen dann zügig zum Merch und tüdeln fröhlich durch die Gegend. Urs und Schmidtchen wuchten den Bus voll, und räumen alsbald auch den PartyBackstage. Denn wie soll es anders sein, gleich geht die nächste Veranstaltung los. Großstadt Digga!
Wir realisieren mit einer Träne im Knopfloch, dass die grade erst liebgewonnenen Kollegen von "River Becomes Ocean" bereits morgen von der Tour runter sind und nur noch einmal in zwei Wochen für den Hannover Gig dazukommen. Schade eigentlich. Gute Jungs.
Um endlich Olli in seinen Verdienten Feierabend zu schicken, fahren wir Pack-Gäng mäßich alle zusammen einen Parkplatz bei Hotel suchen. Wir werden direkt vor der Mercedes Benz Arena fündig und gröhlen ihr noch so laut wir können "Opelgang" entgegen. Konzerne untergraben. Der Anfang ist gemacht.
Das Michelsberger Hotel ist so dermaßen Berlin, dass ich kurz vor Vollbart und RöhrenJeans bin. Wir bekommen ein Würfelgroßes Frühstücksbrettchen als BreakfastMarke zugesteckt und treten den Weg zu unserem zweistöckigen ViererZimmer an. Hipperweise läuft "The Big Lebowski" auf Flatscreens in den Fluren, ohne Ton. Hu.
Ursi wackelt nochma in Richtung SaufiSaufi, Timmey, Olli und ich hingegen zieht's zum hiesigen BrauseDealer und reden noch rauchend über kluge Dinge vor den HotelTüren.
Berlin, du warst mal wieder so was von eine Reise wert, vielen Dank fürs zahlreiche erscheinen, wir finden Euch gut. Bis zum nächsten mal und gute Nacht.

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