Das Bett, Frankfurt

Geschrieben von Pensen

Hallöchen, es ostert sehr! Denn heute vor gut zweitausend Jahren ist Jesus per Hasengeburt zur Welt gekommen und war gleichzeitig der Erfinder des heutige Kreuzkümmels. Auch Nagelstudios gab es zu der Zeit noch wenige. Nun gut, genug des fundierten Geschichtsunterichst, hin zum Weltlichen, Aktuellen.
Wir, zermatscht und hübsch, schälen uns auf Eierstyle zum Frühstück. Alle sind heute noch einen Tick schicker als sonst. Volle Hütte. Fuuaack. Urs schmeißt sich in letzter Sekunde als Fleischgewordenes Handtuch vor einer alten Dame auf einen Zweiertisch. Sie holt ihren Mann, Urs holt mich und so geht der Kampf in die zweite Runde. Ihr Mann war offensichtlich in den 50ger Jahren Berufsboxer, streckt uns mit zwei kompromisslosen Pränkenschlägen zu Boden, und wir lecken zur Strafe ihm noch die Eigelb-verklebten BuffettSohlen. Danke Jesus.
Draußen ist unfassbar frühlingshaftes Wetter, eines Ostersonntags angemessen. Herr Schmidt wartet freundlicherweise auf mein verspätetes Ich und wir muckeln zum Gefährt. Timmey sieht aus wie ein zerkneueltes Hühnchen aus Esspapier, singt aber immer noch Kunze. Hu.
Heute sind's wieder 450km, aber mal ehrlich, mir fiele auch nix besseres ein als am sonnendurchfluteten Feiertag den selbigen Halben auf der Autobahn in der letzten Reihe zu verbringen. Also bitte.
Als wir in Frankfurt am Club ankommen scheint die Sonne immer noch. Watt ne Wurst. Ich bin so ekelhaft müde, dass ich noch ne halbe Stunde im Bus bleibe. Endlich sitzen. Nico gesellt sich dazu, wir müssen reden, ihm brennt was auf der Seele. "Meine Jungs haben mir Energy verbot gegeben". Sagt er und guckt mich mit großen, traurigen Augen an. Ich: "Hey, die meinen das nur gut mit dir. Nur echte Freunde machen sperrige Ansagen, die für den Moment zwar ins Herz schneiden, sich aber eigentlich besorgt um deine Zukunft drehen". "Meinst du?", "Mein ich". Ein wenig beruhigt aber doch restgequält wackelt er davon, auch noch sichtlich mitgenommen von den letzten hundert Stunden.
Wir sind das erste mal im neuen "Das Bett", vor zehn Jahren Mal mit den "Monsters of Liedermaching", noch in Sachsenhausen. Der damalige Frank ist heute auch noch da und merkt an, dass das alte Bett so groß war wie die Bühne im neuen Laden. Recht hat er. Nett hier, ausser das man nicht ins Klo scheissen darf. Dem ein oder anderen steigt bereits das drückende Braun in die Augen, bis wir schnallen, dass es auch noch die öffentliche Toilette gibt, mit heftiger Spülung für Menschenkot. Derbe ausgecheckt. So gehen wir fröhlich zusammen Eier legen, fast wie ein AA-Osterhase. Nur suchen kann man sie danach nicht mehr, da die Spülung ja funktioniert. Langweilig. Da wäre zum suchen das Backstage Klo doch geiler gewesen. Najatja.
Nach dem Ausladen, Aufbauen und Soundchecken gibt's lecker Essen. Die nette Durchführerin Dörte empfiehlt den Asiaten "Nadine" und ich bestell gelbes Curry mit Schrimps. Dann kommt auch schon Leila dazu, die ein Videointerview mit Itchy Poopskid machen will, die die Rogers sind. Als Vorband weiß sie, dass Stereogold spielen, nur das wir MonoSilber sind, will sie nicht so recht wahr haben. "Nadine" die alte Wok-Göttin lässt nicht lange mit ihrem fabelhaften Gericht auf sich warten, ich kann mich vor Schrimps kaum noch retten und sitze mit Nico, Timmey und Urs in einer Ecke und lausche beim Essen dem Interview. Fragen wer wen wie in Zukunft futured werden geklärt, und das dieser komische Vogel auf dem Cover in Wahrheit eine Kampftaube mit Adleraugen ist. Keins von unseren Augen bleibt trocken, die Laune ist gut.
Der Vorverkauf auch, Stereogold sowieso, jetzt müssen nur wir abliefern. Tun wir auch, tanzen und schwitzen, besprechen wann den nu genau das "Karben Open Air" ist und erklären wie man in Hamburg Abitur macht. Frankfurt ist mächtig gut drauf, voller Laden, macht Bock.
Auch die Rogers ballern gut los, so sehr das Leila mit Helm fotografiert. Hab ich auch noch nie gesehen, aber gefällt mir. Musst du vor allem erstmal drauf kommen, pfiffige Ideen allein machen auch schon Spaß. Egal ob sie sinnvoll sind.
Nico wird von Crew Mitgliedern mit RedbullRülpsern geärgert. Es riecht so schön und nah, aber er darf ja nicht. Hab ihr schon ma ne Wurst gegessen, aufgestoßen und einen Hund angepustet? Nein? Müsst ihr mal machen, dann wisst ihr wie Nico sich fühlt. Hektische Schnapper in die Luft sind die Folge, nur um einen Hauch Gechmack auf der Zunge zu erhaschen. Krachend klappen dann die Unterkiefer aufeinander, es ist ein Höllenlärm. Mein Freundschaftsrettungsversuch "Das war bestimmt aus Versehen" scheitert. Grätel wird gehänselt. "Es wird schon seine Gründe haben" (Zitat aus "Ich bin anders als Ihr"-Rogers)
Später vereinen wir uns wieder für den letzten Song zu Rogsen bzw Pensers und kommen ausgezeichnet klar. Am Merch trifft man noch nette Leute wie Chris Altman von der Sondaschule, Korni den Rückentätowierten und natürlich uns selber, denn wir sind auch ok.
Die letzten vier Tage zollen ihren Tribut und es zieht uns in die Horizontale. Man drückt sich gegenseitig und freut sich schon auf Donnerstag in Köln, da geht's nämlich weiter. Nur Urs hat heute letzten Tag, dafür darf er den Bus ins Hotel fahren und hat mächtig Fun dabei.
Im Hotel gibt's weder Haken um ne Jacke aufzuhängen noch ernstzunehmende Laken, aber Hey, eine Jacke kann auch mal das Laken sein. Gewusst wie. Zwei Fliegen mit einer Klappe, Probleme sind Aufgaben, und Kacke sind Erdbeeren, nur viel später.
So machen wir uns das schön, hören noch angelehnt an unser crazy Tourleben "Den riskanten Ritt" und entschlummern dieser wunderschönen ersten Rutsche.
Frankfurt ihr süßen Hasen, Danke für diesen Sonntag und euer zahlreiches Erscheinen. Bis im Sommer beim "Karben Open Air", gute nacht und auf Wiedersehen.

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