Tower, Bremen

Geschrieben von Pensen

Heute Gruppenfrühstück. Denn alle sind sie da: Timmey, Wand, Olli, Soelve, KT und ich. Beachtlich frisch und geduscht kommt so mancher daher. Aber das allergeilste: Es gibt eine OrangenpressMaschine zum reingucken. Tierisch. Ich mach so sieben ungefähr und kehre leicht säureschockiert zum runden Tisch zurück. KT erzählt kluge Dinge und ich ess Lachs.
Dann kehren auch die Rogers und die "Whitneys" dazu, alles wie gestern nur nicht umgekehrt. Sonst gibt es allerdings keine Gäste im Hotel, vermutlich der Whitneys wegen.
Da ja heute streckenbedingt relativ viel Zeit ist wollen wir noch ins hiesige Musikgeschäft, um mein schlimmes Equipment zu verbessern. Nach herzlicher Verabschiedung mit Waty und Kand taxieren wir andern Vier zum Musikzentrum und satteln auf Bus um.
Just beim Betreten der VerstärkerHeilmachSchmiede ahn ich, dass wir nicht das erste mal hier sind. Gute Erinnerungen kommen hoch und werden prommt bestätigt. Die vororten Herren sind kompetent, nett und schnell, im nu ist meine alte Dame wieder vollständig hergestellt. Auch in der Gitarrenabteilung sind sie hilfsbereit nur leider nicht so erfolgreich. Timmey mit seiner störrischen Zakk Wylde Mini und ich mit meinem Stressbrettgetrete, was bisher auf der Welt nur der legendäre Marv Mandel zu beherrschen wusste. Stundenlang wird gehühnert und gefummelt. Süß auch irgendwie. Im Zeugnis würde "Stets bemüht" stehen.
So sind wir also dann doch schön im Zeitverzug und fliegen nach Bremen, und alles mit heilem Amp im Gepäck. Ich find's jetzt schon geil.
Der Tower liegt direkt am Bahnhof, bei der Bridge. Eh klar. Zumindest riechen manche Abschnitte gut erkennbar nach Urin. "Komm wir laden aus dem Hinterhof". Oh ja. Direkt auf die Bühne mit dem Zeug unter netter Mithilfe von den "Stereogold"s, die auch grade ankommen. Im Gegensatz zu gestern ist die Bühne sehr klein, aber auch ohne Gegensatz. Meine Klampfe wiederum klingt wie'n geölter Blitz. EndStufenGeröhre. Traumhans.
Oben in der Backstagekneipe gibt's Punkrock aus dem Brüllwürfel und wirklich sehr leckeres Essen. Diverse vegetarische Dips und Tricks. Plus Fleisch als gute Laune Generator. Die Vorverkaufszahl lässt aber ähnliches zu, denn es ist ganz knapp vor ausverkauft. Dazu kommen wohl diverse Freunde und Kollegen angefahren, z.B. Höger mit vollbesetztem Wohnmobil aus Hamburg. Das lässt einiges erwarten.
Als wir nach den guten "Stereogold" auf die Bühne gehen wir relativ schnell klar, das Frei-und nicht Donnerstag ist. Mächtig gut drauf alle, jetzt schon. Hu.
Dann Konzert. Der Laden ist wirklich extrem voll und die Leute schön in Schwung. Wir sind ok, aber die Eins bei "Schnee" ist besonders schön, denn es wird choreographisch weißes KonfettiPulver in die Luft geschleudert. Ein Hauch von Zauberschaum. Später kommt auch noch das Lied vom geschmissenen Handtuch. Ein Traum. Bremen und Päckchen verstehen sich ausgezeichnet und wollen gar nicht so recht von einander lassen, aber die Zeit ist begrenzt, nach den Rogers ist noch Party.
In dem MiniKabuff neben der Bühne packe ich mal unter, mal über Timmey tentakelhaft meine Gitarren ein. Wat mutt dat mutt.
Danach sitzen wir noch lümmelhaft in der noch leeren Kneipe (Backstage) rum, da um 23h erst Umzug ins nächste Kabuff ist. Ich trinke ungewöhnlicherweise Kaffee dazu. Wie ich wohl wieder drauf bin.
Timmey und Soelve knallen sich nach dem Umzug in die dreier Kinositze und ich mach mich für die akkustische Heimsuchung klar. Dann meier ich durch die Leute in Richtung Nico, der auf der anderen Seite wartet. Auch schön wieder dieses Gastspiel, nur die Bierversorgung krankt heute ein wenig. Aber das ist hier auch grade die allerletzte Ecke des gesamten Raumes, wie soll hier überhaupt jemand mit irgendwas durchkommen. Verständlich demnach.
Danach schwimme ich in die andere letzte Ecke zum Merch. Warm auch. Ein Glück können wir direkt durch die Hintertür auf die Strasse laden. Gesagt getan, und so sitzen wir ziemlich zeitig geschniegelt und komplett im Bus, was uns ein Lob von Soelve einbringt. Geht runter wie Butter.
Dann knattern wir durchs nächtliche Bremen, am "Eisen" vorbei Richtung Weser, am Stadion vorbei Richtung Pension. Keine Tanke, Schiete. Egal. Wir sind im dritten Stock über zwei Stcokwerke verteilt. Klingt kompliziert, ist es aber gar nicht, nur sehr kompliziert zu beschreiben. Soelve und ich dödeln noch in der Küche und gucken in die Riesenzapfen-behangenen Wipfel westeuropäischer Nadelbäume. Affenperspektive. Nice.
Ich lese noch bereitgelegte FraunenrechtlerComics zum einschlafen und lausche der Weser, die wegen Neumond heute leider nur selten zu hören ist.
Welch wunderbarer Abend liebes Bremen, vielen Dank dafür. Auf bald und gute Nacht.

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