Groove Station, Dresden

Geschrieben von Pensen

9:28h, Hä? Ach ja, Ansage von gestern: Unbedingt pünktlich zum Frühstück! Und überhaupt ist halb zehn schon echt ein Entgegenkommen für uns. Maul halten. WIr gehorchen trotzdem und schleppen uns die steile, nach Pferd riechende Holztreppe runter. Kein Mensch nirgends. Dankeschön. Aber pünktlich. Hu. Beunruhigend: Ein hochfrequent diffuses Piepsen dringt aus der Küche zu uns herüber. Vermutlich die zeitzündervermiente Herbergsmutter, die gleich durch die Tür platzt. Vielleicht auch nur ne normale Bombe. Auf alle Fälle nervt es total, aber wir sind auch noch etwas schwächlich auf den Beinen und unfassbar unbelastbar. Hunger. Krzinga, JD und ich sitzen um einen gedeckten Tisch, aber von Porzellan ist noch keiner satt geworden. Ah, Brötchen sind doch da. Wir wollen aber auch Aufschnitt da drauf. Da niemand im Haus zu seien scheint (ihr müsst dann auch schnell die Zimmer räumen wegen den vielen anderen Gästen, jaja) wagt sich JD an den Kühlschrank und findet eine Großfamilien Packung Schnittkäse, der erst knapp ne Woche abgelaufen ist. Cool, dann ist der ja noch gut. Im zweiten Kühlschrank gibt's dann doch ne Wurstplatte, die eventl für aktuelle Gäste (uns) gedacht sein könnte. Schön. Frühstück. Die Chefin kommt auch kurz dazu, freut sich dass wir mümmeln. Wiederum zehn Minuten später kommt ihr vermeindlicher Ehe&Hausmann in den Raum und sagt sowas wie: 'Also falls ihr noch Geld braucht geht einfach an die Kasse und bedient euch, dass scheint ihr ja immer so zu machen!' So oder so ähnlich, eigendlich noch verschachtelt und subtiler. Ich bin der einzige in der Runde, der überhaupt peilt, das der Vogel uns grade anpöbelt. Und Meier zurück, dass wir zumindest pünktlich waren, bin aber wie gesagt auch noch schwach. Als die bärtigen Typen am Tisch verstehen was Phase ist überlegen wir kurz ob wir das Haus niederbrennen, sind aber zu faul. Ein Glück. Per Großraumtaxi dann in Laden, laden. Schnee und Eis. Sehr glatt, aber wir bekommen Streugut. Süß. Jeder is am Ende für seinen Fußweg vorm Haus verantwortlich. Und unsers ist schwarz, fährt und riecht etwas säuerlich. Wegen den Bewohnern. Und Abfahrt. Herrgott. Gut das wir 'nur' vier Tage am Stück unterwegs sind, den der körperliche Verschleiß ist doch beträchtlich, und dann is ja auch noch die Hälfte des Equipments zerlegt. Also trudeln wir in Dresden erstmal in ein Musikfachgroßhandel und kaufen Ersatzquatsch. Die Laune wird immer besser denn wir nähern uns der geliebten Groove Station, in der wir schon in genau dieser Bandkonstellation einen legendären Abend vor knapp zwei Jahren hatten. Nennt sich dann also Vorfreude! Böhler (Premiumveranstalter) nimmt uns stählend in Empfang- wie einfach und schön das Leben sein kann, wenn man sich gegenseitig gut findet. Herrlich. Also alles wieder raus ausm Bus und Aufbau, löten, leckere Brötchen, Kaffee und Nikolaus verpasst. Hu. Dann kommt auch noch Spezialfreund 'Fehrsi' dazu, der auch ein fester Bestandteil der DAS PACK Crew ist (Internet) und richtet mir schon wieder flinkbehände irgendwelche Sachen am Rechner ein. Dafür kann ich Gitarre und er nicht. Sich gegenseitig stärken und kombinieren. Weisheit. (siehe auch 'Vanillebär'). Danke Fehrsi. Danke Böhler. Und dann bringt auch noch Osche, der Beuteldruckmann, bedruckte Beutel. Mit DAS PACK drauf. Auch dafür Danke (siehe auch www.timmerch.de). Herrjehwiefähdich wir sind. Und müde auch. Also da hilft eigentlich nur kiloweise Gulasch! Gesagt, getan. Jetzt schlafen. Achja nee, ballern! Kaltgetränk und Eigenaufstachelphase einläuten. Es funktioniert. Die Groove Station füllt sich erfreulich stetig und um 21:15h gehen die Urbans hoch. Fehrsi und ich lassen uns die erste Reihe nicht nehmen und tanzen Bier in uns rein. Nach einigen Songs ist uns wieder mal klar, dass diese Heinis in Wahrheit Weltstars sind, nur kennt sie keiner. Jetzt ernhans. Und die neuen Lieder sind dann obendrauf auch noch sensationell. Im Publikum herrscht die gleich Meinung und es geht heute nu wirklich nicht ohne Zugabe. Man merkt das wieder mal ein epochaler Abend in der Luft liegt. Das Gefühl soll sich bestätigen. Als DAS PACK die Bühne betritt ist nur noch helle Freude zu spüren und so wird auch das Konzert. Energiegeladen, sympathisch und liebevoll brutal. Zu schön. Schweiß tropft, Augen leuchten und ich sehe einen singenden Pogomob. So Solls doch sein! Und dann bringt Krzinga pünktlich zu 'Anziehend' auch noch n kleinen Schnatz vorbei. Zuckrich. Ein einziger Film das ganze. Dresden - du Bank! Später am Merch trifft man fröhlich alte Bekannte wie Moppel oder JR , plauscht und rauscht vor sich hin und bejaht einfach das Leben. Dazu ist es ja nu schließlich auch da. Wir lassen es uns noch ne ganze Zeit im Club hervorragend gehen bis wir höchst fortgeschritten in die 50m entfernte Künstlerwohnung tüdeln. 'Podcast Podcast'-Rufe werden laut. Das lässt sich Underground-StarRegisseur Dragul nicht zwanzig mal sagen und zeigt unter wildem Totgelache die Streifen der letzten zwei Tage. Selbst für mich immer wieder erstaunlich, dass diese SchrottHeinis wirklich wir sind. Aber ein formidables Gefühl. So gegen 5:30h können wir alle nicht mehr und tun es dem Onkel gleich, der Schlafen geht (klug). Also noch mal alle Kräfte bündeln und sich mit dem letzten Rest Gehirn horizontialisieren und bei klassenfahrtmäßichgem Gekicher und Gespaste glücklich im Karussell einpennen. Geschafft. Dresden, we love you! (engl)
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