Baracke, Magdeburg

Geschrieben von Pensen

Heute geht's nach Magdeburg. Gute Erinnerungen steigen in mir hoch, wenn ich an diese Stadt denke bzw an den Park also an 'Rock im Stadtpark'. Bei diesem Festival waren wir im Sommer und hatten eine sehr exklusive Spielzeit: Am Freitag, quasi mit dem öffnen der Pforten, haben wir den Opener gemacht. Hochinteressant. Am Anfang war keiner da (wie auch), dafür sehr viel gepflegter Rasen. Später verdeckten TänzerInnen dieses Grün. Deshalb die guten Erinnerungen. Da also heute hin. Aber erstmal nach dem Frühstück in die hiesige Shoppingwelt eintauchend gute Dinge kaufen (Schnaps, Springseil, Stativ, Stoffelch, Lampe, Isomatte, Tomatensaft (was man halt so braucht, wenn man Zelten geht)). Im Club hätte niemand mit uns so früh gerechnet, weil wir pünktlich sind. Manchmal halte ich uns für innerlich überprofessionalisiert. Is die Hölle, aber geht. Wir laden und lümmeln rum, sind gut drauf aber müde. Krzinga vermutet gestern doch voller gewesen zu sein, als er es für möglich gehalten hätte. Ich nicke zustimmend unter leichtem Schmerz. JD hingegen, seines Zeichens Krzingas kongenialer UMJ-Partner, kann Übungen, die einen werden lassen wie die Krieger in '300'. Es heisst spartanisches Turnen, oder so, und ich werde eingeladen. Lustich sporten wir umher und ernten zurecht verständnislose Blicke von den Veranstaltern. Das haben die auch noch nicht erlebt. Tja, wir sind eben einfach crazy. Da geht die Tür auf und Piechen (Onkels Fleischfreund) tritt ein, ein großes Hallo und Gedrücke. Freunde sind OK. Schnitt. Es ist 21:00h und die Urbans gehen auf die Bühne. Noch schnell einen Drink für Timmey und mich fertigen und Superband gucken. Der erste Song läuft bereits und da passierts: Da die Bühne aus einzelnen Elementen besteht, die anscheinend bei Rockern wie uns federnd nachgeben, wippt unbemerkt das Equipment hin und her. Am Übermutigsten ist der Gitarrenturm der keck mit einem lauten Zerschellungsknall hinterrücks von der 50cm hohen Bühne kracht. Och schöm! Totalschaden. Nix anderes ist möglich. Zersplitterte Röhren und eisige Stille umgibt mich. Aber keiner ist verletzt, also von den Menschen. Zufall, aber gaaal. Besorgt versammeln wir uns um den Haufen Schrott und machen was Dragan sagt. Maul & Taschenlampe halten und UMJ bitte weiterspielen. Traumhaft. Du kennst Dragan nicht? Bastelgott. Wie, dein Herzschrittmacher hat Aussetzer? Hat Dragan in seinem Zaubercase dabei! Tauscht er aus. Keine Sekunde sorg ich mich. Herrlich. Also Ersatzteile einoperiert und zum DAS PACK Konzert ist alles wieder heile. Das allgemeine Befinden im Raum ist ausgelassen tänzerisch und lässt die Zeit verfliegen. Vielen Dank ihr Herzlichen! Selten, aber umso cool: Wir haben des Nachts den Club für uns und können unfassbar laut Mucke hören und dabei Getränke nehmen. Von 'Wu Tang' bis 'Dagoba' ist alles dabei. Balsam für die Seele. Achja, wir sind ja mit dem Bus gekommen und wohnen 12km entfernt in einer Pension. Großraumtaxi. Danke Zivilisation. Möglichkeiten zur rechten Zeit sind immer wieder ein Segen. Vor tausend Jahren hätte man jetzt zu Fuß den langen beschwerlichen Weg durch Schnee und Eis an der Landstrasse an geschlossenen McDonaldsfillialen vorbei bewältigen müssen. Heute: ein Anruf. Hu. Also ab ins Großraumtaxi mit sieben kackelabernden Vollhonks. Und dann verstoßen wir zusammen noch mit dem sympathischen Fahrer gegen das Gesetz. Nach zehn Minuten an einer verlassenen roten Ampel fahren wir einfach los. 'Fuck the System, wenigstens n bisschen' (Blumentopf). Uns gefällt , dass der Zielort 'Barleben' heisst. Wegen angetrunken. Die Pension wird auf anhieb gefunden und oben noch n Absacker genommen. Schali und Dragan, die neben mir und Krzinga wohnen, lassen uns wissen, dass die Wände dünn sind. Weder hell noch hörig, dafür hellhörig. Halbschwachsinniges Geschrei dringt zu uns herüber, zu dem wir friedlich lächelnd einpennen. Danke Magdeburg, da war was los.
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