Bi Nuu, Berlin

Geschrieben von Pensen

Berlin, Berlin, wir fahren jetzt dahin. Und zwar mit einer gehörigen Portion Vorfreude im Gebälk, weil wir schon in wenigen Stunden auf die Sjuperfriends von "Montreal" treffen. Die feiern nämlich diesen Monat ihr zehnjähriges Bestehen, die alten Herren. Wir sind zwar auch so alt aber noch nicht zehn. Ich liebe Gleichungen.

Aus den verschiedensten Himmelsrichtungen kehrt DAS PACK heute ein. Haartool ist bereits vor Ort, weil er andere, richtich gute Projekte hat, dessen Namen ich hier aber aus Respekt vor Haarteil nicht erwähnen möchte. Timmey und Urs mit Privat-PKW und ich midde guten alten Deutschen Bahn. Und da bekanntlich diese nie, wirklich niemals zu spät kommt, können wir uns pünktlich um 16h in die Beine schiessen. Arme schließen. 

Das (der, die?) "Bi Nuu" ist ein schöner Laden, von klasse Menschen geführtes Kulturgeschäft und auch der Vorverkauf lässt darauf schließen, dass wir im Bereich RockPop/PopRock langsam ernsthafte Stars sind. Herjehwiegut. Ein Glück nur, dass keinem von uns das mehr mehr bedeutet, als die ekelhaft ehrliche Freundschaft zueinander. Hippies mit Charme. Schambein mit Pepp. Hippos mit Pop. Pfeffis mit Muff. Solche Typen sind wir. 

Die Montreal-Crew hat sich um eine Position erweitert, nämlich den Flüssigkeitsbeauftragten. Ein pfiffiger Schachzug, der längst hätte vorgenommen werden müssen. Und das schönste ist die eigentliche Personalie, denn es ist kein geringerer als Marius Ebbers. Ja, DER Marius Ebbers. Ein Sympath allererster Kajüte, mit hochprofessioneller Arbeitsauffassung und Talent für Tischtennis. Denn: Hirsch eine eine Miniatur-Platte gekauft, um die zermürbende Zeit des Nichtmusikmachens auf Tour durch heisse Matches zu verringern. Der Plan geht auf und keiner brauch sich mehr zu unterhalten. Endlich.

Nach ein paar Technischen Gitarrenverstärker-Problemen funktioniert alles einwandfrei und der Einlass kann beginnen. Derweil lassen wir im BackstageKeller die Puppen tanzen und die Tänzer poppen. Das Ambiente mit den Montreals ist wirklich angenehm. Gut, dass wir dieses Verhältnis dieses Jahr noch vertieft haben, könnte echt für länger halten (Leben).

19:55h entern wir Shikari. Gehen auf die Bühne. Ein angemessen gefüllte Raum mit intelligentem Tanzvolk empfängt uns mit offenen Armen. Es wird gesteppdänzt und geschunkelt und sich gegenseitig klasse gefunden. Nach acht Stunden werden wir von der Bühne geprügelt und wir verarzten uns selber mit Hilfe von Anderen und Salben. 

Die Montreals haben heute, bei ihrem 526 Konzert ihrer Karriere, zum ersten Mal ein Intro mit dabei. Es läuft alles wie am Schnürchen und die Luft ist zum zerschneiden gespannt, mit roten Fäden. Später singen wir noch Bob, der Bademeister zusammen und können uns nur schwer von einander trennen als das Lied nun leider vorbei ist. Natjanaja, so ist das bei Love (engl für Larven, Gruppe der Kaulquappen).

Zur AftershowParty kommen noch die lang ersehnten Tilman & Noodt vorbei. Noodt, auch bekannt als Funk & Fernsehen und Tilman, seines Zeichens Chefproduzent der MogulrockBand "DAS PACK". Kennt hier natürlich kaum jemand, machen aber gute Mucke. Wildes Gefreue auf die im März startende Zusammenarbeit an der neuen Platte des dies DAS PACK stellt sich ein. Was wir schon wieder alle geiles vorhaben, es wird unwahrscheinlich. Später gehen wir noch in eine Kneipe um Kreische aka King Kackegott zu treffen, der unser Herbergsvater der heutigen Nacht ist. Die Kneipe hat keinen Namen und man muss anklopfen wenn man rein will. Wollen wir, und trinken IngwerGlitsche zwischen kunstzerborstenen Langzeitstudenten. Und alle haben eine Vision. Genau wir wir denke ich und biete den versammelten Gästen das "Du" an. Darauf hin entzünden wir aus herumliegenden Holzteilen ein Lagerfeuer in der Mitte des Raums und tanzen nackt zum HubbaBubba. Irgendwann packen wir die Trance am Schopfe und taxieren in den nächsten Stadtteil, der nach mir benannt ist. Penselberg und so. Dort gehen wir ins nächste Trinklokal um in die Arme von Hirsch und Max Power zu fallen, die wie alle anderen Gäste seit Stunden weinend auf uns warten. Gerührt ob dieser Situation machen wir uns gegenseitig Heiratsanträge und sprechen noch über die Beziehungen zwischen den USA und dem Iran. Unser gemeinsames Fazit "Läuft ganz gut" treibt uns wieder und wieder auf die Tanzfläche der Gedanken. Klasse, die Aussenpolitik. Hat zuweilen ungeahnte Kräfte.

Völlich beballert schlingern wir im frühmorgendlichen Berlin zu Kreische, der noch den überzeugenden Film "Pacific Rim" anstellt. Riesenhafte Viecher kommen aus dem Meer gesprungen und wollen vermutlich die gesamte Menschheit ficken. So einfach wie diese Teile es gerne hätten machen wirs denen aber nicht, und bauen selber riesengroße Stahlviecher und hauen den andern Viechern gehörig aufs Maul. Zu recht, denn das ist unser Haus! Mit diesen beruhigenden Eindrücken übermannt mich dann irgendwann der Schlaf und ich denke noch mal an das voraus gegangende Konzerterlebnis zurück. Vielen Dank liebes Berlin, du hast dich mal wieder selber übertroffen. Eine gute Nacht.

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