Factory, Magdeburg

Geschrieben von Pensen

28.09.2013 DP Magdeburg/Factory

Der Winter ist da. Und früh ist es es. Na ja tja, manchmal muss man in den frühen Vogel beißen, denn nicht jeder Wurm ist n Fang. Warum? Wir sind heute schon sehr zeitig dran. Wo? In Magdeburg. Und wo seid ihr warum jetzt grade? In Hameln, weil doch gestern hier die Monsters of Liedermaching gespielt haben. Wir reisen aus Geselligkeitsgründen dieses Wochenende zusammen, wunderschön.

Nach einem kleinen Frühstück mit Holzkneul latschen wir in durch die von Raureif bespickte Welt zum Bus. Hermann kalt, aber Laune gut. Das "Rock im Stadtpark" Festival zu Magdeburg ist diesmal in der "Factory", eine Art Großraumdisko mit Bühne. Das wissen wir aber noch nicht, da der Weg dahin ja noch bestritten werden muss. Die gute Nachricht: Unsere lieben Freunde von Montreal waren dort gestern zu Gast und wie es der Zufall so will, beschließen wir eine kurze Überschneidung unserer Ankunft und deren Abfahrt vorm Club. Gesagt, getan und fröhlich schliessen wir uns auf einen kurzen Schwank in einer Strech-Limo bei herrlichstem Sonnenschein in die Arme. Tatsächlich, ein sehr langer Autowagen, der von einem Brausehersteller Gesponsert worden ist. Eine Aufputschbrause, und ich frage mich ob auch die Veranwortlichen diese geniale Brücke vorsetztlich gebaut haben. StrechLimo/Aufputschbrause!? Merkt ihr was. Unwahrscheinlich.

Der Zeitplan sieht wie folgt aus: 14h, Einlass, 14:30h als erste Band DAS PACK und dann viele gute weitere Musikgruppen und um 0:30h die Monsters. Alles klar, also ran an den Lachs. Wir laden behände aus und der Aufbau flutscht wie einstudiert. Das Ambiente an sich ist etwas skurril: Drinnen dunkel, groß und leer- draussen wunderbarster Spätsommer. Uns kam zu Ohren, dass der Vorverkauf doch reichlich schlicht ausgefallen ist und machen uns auf einen halbwegs vollen Laden keine Illusionen. Aber hey, Hauptsache die, die da sind haben eine guter Zeit, laber laber... Haben wir jetzt schon und beginnen professionell pünktlich. 

Es ist wirklich spärlich besucht, also sehr. Wir beginnen das Konzert auf finnisch obwohl von uns keiner die Sprache ernsthaft beherrscht, klingt aber sehr international. Cool wie? Unsere erste Reihe ist zauberhaft anzusehen.  Ich kenn sie alle bei vollem Namen: Frederik Timm, Thorsten Kühn und Rüdiger Bierhorst. Manchmal drängelt sich sogar noch Jens Burger dazwischen, weil er doch auch so gerne etwas sehen möchte. Es wird mitgeklatscht und Spass gehabt und "Du bist eine Nutte " als Ballade ist ein voller Erfolg. Wir sind in absoluter Höchstform und holen alles aus uns raus. Später kommen sogar noch ein Paar Besucher dazu, die ich nicht persönlich kenne. Aufregend. Aus Zeitmangel und künstlerischer Freiheit spielen wir am Ende noch "Heavy MetalKind", "Fass mir an die Füße" und "Mein Schwan" gleichzeitig. Also nicht als Medley, Strophe hier Refrain da, sondern ernsthaft zur selben Zeit. Klappt fantastisch. Und dann ist es auch schon 15:15h und wir beenden pünktlich das Geschehen.

Später berichtet mir Rüdi, dass erst gegen 15h die Türen aufgemacht wurden, weil wohl noch keine Securitys da waren, oder sonst irgendwas schief gelaufen ist. Hu. Ach so, ganz geil. So herrscht natürlich n Hauch von Suboptimalität im Raum. Und so wird es mir auch dann am Merch berichtet, das man uns gerne früher hätte sehen wollen, es aber leider nicht ging. Dafür war das dann eine der intensivsten 15 Minuten, die jemals erlebt wurden. Es passiert halt im Leben manchmal in kurzer Zeit viel mehr als andersrum. In unserem Beispiel bleibt aber ein Nachgeschmack von Mitleid dem Veranstalter gegenüber. Hey, jeder wie er kann und wir eben auf finnisch.

Das allerschönste ist, dass wir zufällig den Dschidsch (engl für "Gig, finnisch für "Auftritt") audiomäßich mitgeschnitten haben. Vorfreude. Nachdem wir uns für ne halbe Sunde mit dem legendären "Keile" lieb gehabt haben wird der Bus bestiegen und wir fahren alle Mann ins Hotel, weil wir ja jetzt zehn Stunden Freizeit haben. Dragan und ich nehmen ein Doppelzimmer und hören unter Tränen der Begeisterung eben diese Tonaufnahme von heute an. Wie K.T.Clue jetzt sagen würde: Unvereinbar. Das Zimmer ist abendsonnendurchflutet und gleich kommt auch noch Sportschau. Wir haben einfach den besten Beruf der Welt. Und dann spielen doch tatsächlich die Monsters nachher ihren 500sten Dschidsch. Ist das alles epochal. Also vielen Dank Magdeburg für einen der beachtlichsten Momente ,den wir je darbieten durften, musikalisch gesehen. An dieser Stelle möchte ich nun meinem lieben Kollegen Rüdi das Staffeholz der Berichterstattung in die Hand drücken, denn jetzt übernehmen die Monsters. Um 23h ist Abfahrt zum Club zurück und ich hau mich nochma aufs Ohr. Gute Nacht, Fortsetzung hier: www.monstersofliedermaching.de

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