Hansa, Braunschweig

Geschrieben von Pensen

Ein Zimmer, diverse Stockbetten und schnarchende Herren zu Hauf. Ich schäle mich aus den Federn und latsche durch ein Flaschenmeer in den Nassbereich. Luftschlangen umspielen meine sportlichen Fußgelenke und ich ziehe eine bunte Papierwurst hinter mir her. Das war eine gelungene Geburtstagsparty gestern. Nach und nach berappeln sich alle, natürlich meine ich nicht Timmey. Der wiederum sitz nämlich schon seit Stunden am Rechner und schreibt Timmerch-Rechnungen. WIe der das immer macht ist mir ein Rätsel. Übermensch mit Herz, wäre ne angemessene Beschreibung. 

Das Wetter ist wie immer in Dresden. Strahlend blauer Himmel und klare Sicht. Ein perfekter Moment sich noch mal einen Elbspaziergang mit Käffchen inne Hand zu gönnen. Dragan isses zu weit, aber Schali und Timmey sind dabei. Einfach ernhans schirm. Ich mag diese Stadt.

Dann geht´s aber auch schon bald weiter, denn Braunschweig wartet. Das Gastspiel findet im "Hansa" statt, ein Club den ich noch nicht kenne aber mir positiv beschrieben wird. Na denn ma los. Erfreulicherweise gibt es schon erschreckend gute Vorverkaufszahlen. Gefällt mir. Die Fahrt wird von Haartool mit Podcast-Schnippeln verbracht, ich schreibe Tourberichte. Der Rest ist einfach so gut gelaunt. Freundschaftstour trifft es in echt. Sehr angenehm. Später gönne ich mir noch ein kleinen Nickerchen mit "The Cleansing" von "Suicide Silence" auf den Ohren zur Beruhigung. 

Hirsch lenkt den Bus sicher und behände vor das Hansa und wir werden nett vom Veranstalterteam empfangen. Der Backstageraum hat keine Fenster aber dafür eine Heizung und zum Ausgleich wird sehr viel geraucht. An den Brötchentüten merke ich, dass diese an der Tanke gekauft wurden. Den kannte ich auch noch nicht. Schmeckt vielleicht auch deswegen besonders gut, weil dazu noch ne halbliter Dose Fleischsalat gereicht wird. Kommt gut an und wird bis aufs letzte Fleischbrät leer gemacht.

Soundcheck wird erledigt und dann gibt`s endlich Pizza während unten schon der Einlass läuft. Wir sind heute alle noch etwas angestrengt von gestern aber als die nette Veranstaltungsdame 20 min später hoch kommt und verkündet das nun Ausverkauft sei, steigt die Fröhlichkeit binnen Bruchteilen von Sekunden. Leute, AUS, VER, KAUFT! Unwahrscheinlich geil. Schön hier, und auch gar nicht verraucht. Ein kollektiver zweiter Frühling bricht sich Bahnen.

Montreal beginnen heute wieder und wir dürfen Zorro und Schäferchen (das besoffene Schwein) als Gäste begrüßen. Extra aus Hamburg angereist und schon beim Griechen gewesen. Crazy Typen, vermutlich Weltenbummler.

Das DAS PACK-Konzert wird auch eine wahre Wonne. Der Laden ist wirklich voll bis hinten hin. Auch ja, ausverkauft. Muss man sich ja auch erstmal dran gewöhnen. Hu. Es wird getanzt und gepogt und keine Wünsche bleiben offen.

Später, nach netten Gesprächen und Erfrischungsgetränken finden sich zufällig die Weezer-Jünger im Backstageraum ein und geben volles Brett. Leuchtende Augen und Tänze mit gen Himmel geöffneten Armen sind die Folge. Zu schön. Der Rest der Rasselbande lässt sich das unten am Tresen gut gehen. Als zur Abreise gepfiffen wird, seh ich erst, dass wir Geschenke in kulinarischer Form bekamen von den herzlichen "vonhierunten.de"-Damen. Kleine Küchlein, einmal herzhaft, einmal süß. Verboten lecker das Ganze. Vielen Dank! Hirsch, der Heini, beschwert sich über Blätterteig in seinem Drink, aber das hat er selbst zu verantworten und muss da auch jetzt einfach ma alleine durch. 

Mit zwei Taxen geht`s dann ins Hotel, wobei mir schon an der ersten Ampel klar wird , dass wir nicht im Party-Auto sitzen. Unvereinbar laut dröhnt DJ Ätzi übers Land. Hu. Man darf auch mal sein Glück geniessen. Kurze Zeit nachdem Hirsch und ich unser Zimmer bezogen haben klopft es schon an der Tür. Draussen stehen fünf Herren, mir wohl bekannt, und geben wiederum bekannt , dass Haarteil kein Bett abgekriegt hat. Schiete. Es werden wilde Ideen ausgetauscht (Querschlafen, Übereinander, oder gar nicht... etc) und Ersatzdecken gefunden. Dann kommen wir aber auf eine andere Lösung, denn man kann die Matratze entfernen und auf dem halbwegs weichen Bettkasten pennen. Das nächste Problem ist aber, dass Haarkan nun seinen Zimmergenossen verloren hat, denn die Flure sind hier sehr weitläufig und gleich aussehend. Er zieht auf eigene Faust los aber kurz darauf klopft es schon wieder. Diesmal ist es aber Yonas, der seinen Zimmergenossen Dragan sucht. Irgendwann greifen wir doch nach dem Alltags-Walky-Talky und auch diese kleine Grüppchen wird zusammengeführt und alle können nun mit gutem Gewissen die Vorhänge zu ziehen.

Braunschweig, Vielen Dank für das erste ausverkaufte Freundschaftstour-Konzert! Bis zum nächsten mal und gute Nacht.

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