Open Stage, Rodgau

Geschrieben von Pensen

DP 20.09.2013 Rodgau/Open Stage

Freundschaft ruft. Ruuf. Guut! Montreal. Wunderbar. Schon in wenigen Stunden werden wir aufeinander treffen, nur noch die logistischen Meisterleistungen abarbeiten und es ist soweit. Schali und ich düsen im Privat-Astra via Proberaum nach Goslar ins Hauptquartier von "Timmerch" und seinem Besitzer. Der unwahrscheinliche Elektrikgott Marv Mandel ist heute das erste mal dabei. Mit im Gepäck hat er meine neue "Bombe" (Tret-Gerät), damit alles noch asozialer klingt. Leuchtet und sieht klasse aus, denn sie ist aus einer alten Schublade geschweißt. Hu. Mit einer kiloschweren Cheeseburgertüte geht´s es dann auch schon wieder weiter. Alle zusammen. Die Montreals besitzen einen unkaputtbaren Bus in spaßweiß gehalten, in dem wir alle plus das Equipment beider Bands locker Platz finden. Zumindest kann man sich hier nicht dem noch besser Kennenlernen aus dem Weg gehen. Ich unterhalte mich zum ersten mal ausgiebig und freundschaftlich (Freundschaftstour) mit Max Power.  Der kann echt nicht nur Schlagzeug. 

In Rodgau war nun beim besten Willen überhaupt niemand jemals. Aber das soll sich jetzt ändern. Wir kommen etwas verspätet im "Open Stage" an und werden mit Kaffe und frischem Obst gut gelaunt gemacht. Als wenn wir das nicht schon längst wären. Wir entscheiden würfelhaft die Reihenfolge des heutigen Abends und gewinnen Position eins. Ach Schiete, das ist ja schon in zwanzig Minuten. Hirsch, der alte Vollprofi, war bereits bei bei Rewe gegenüber um Aufwärmmaterial zu erstehen... Zur Unterstützung kommt eine überaus, sehr freundliche Dame der Durchführung alle fünf Minuten rein und fragt ob wir noch was brauchen. Da meistens nicht alle zuhören auch gerne dreivier mal hintereinander. Aber Hey, wir ham doch alles was uns glücklich macht. "Aber wie gesagt, falls ihr noch was braucht.."

Stagetime: Wir entern die Bretter mit einem großen "Hallöchen, Hallöchen" und moderieren uns im positiven Sinne um Kopf und Kragen und erläutern noch mal genau die Regeln bei einer Briefwahl.  Nach ca 5 Minuten des erheiternden Gesabbel kommt ein netter Mann des Hauses auf die Bühne und möchte uns ansagen. Ich halte diese Situation für sehr gut und schlapplachend verlassen wir noch mal das Geschehen um von dem Hauptsponsor "Sparkasse Pissedorf" zu erfahren. Also wenn diese Erwähnung vorm Volk keine Neukunden bringt, weiss ich auch nicht mehr..

Wir übernehmen wieder und Timmey spielt wie nie zuvor. Vielleicht liegt es auch an seinem neuen Überraschungsoutfit. Sehr sportlich und farbenfroh kann ich verraten. Zumindest hat er keine Dortmund Socken an obwohl sie Gelb sind. Es kommt sogar zu einer Weltpremiere heute: Das ausserordentliche Lied "Hoola Hoop" wird astrein angeboten. Wenn man bedenkt , dass wir das nie geprobt haben. Herrgott, wir sind ok.

Schon bald übergeben wir die sympathischen Menschen in die Hände von Montreal. Die Feier geht quasi übergangslos in die nächste Runde. Timmey und ich sind ganz schön erledigt, denn wir sind alt und jung gleichzeitig. Körper Schrott, Geist wie vierzehn. Schwer einzuschätzen für einen selber. Nach zehnminütiger Sofapause mit Holunderbrause gehen wir uns das bunte Treiben im Hexenkessel "Open Stage" in Rodgau beobachten. Wunderschön. Mir gebührt die Ehre "Bernd, der Bankräuber" mit zu trällern. Hirsch hat, woher auch immer, eine Brille plus Ringelwollmütze auf. Dafür sieht einer in der ersten Reihe aus wie Hirsch. Ich begreif die Zusammenhänge nicht, wird aber derbe.

Zwei Stunden vorgespult: Und schon sitzen wir acht hübschen Menschen abfahrtsbereit im Bus und der Veranstalter am Steuer. Er hat sich netterweise bereit erklärt uns inklusive Bus ins Hotel zu fahren. Beim Anlassen verbiegt der Schlüssel bis auf Unkenntliche in die falsche Richtung, dass Hirsch den unverbogenen aber auch wirklich letzten Schlüssel aus der Tasche zieht und kurze Zeit später rollt der Wagen schnurrend, katzenartig durch die engen Strassen der Stadt. 

Wir übernachten heute in einer Metzgerei mit Zimmern. Ernsthaft. Und zwar ne große. Also wir oben, totes Tier unten. Vermutlich sogar Kubikmeterweise, denn das Treppenhaus duftet höchst überzeugend. Ich krieg schon wieder Hunger. Hirsch und Ich haben ein Doppelzimmer mit Fenster zur Schlachtbankhalle. Also zum lüften lässt man das Fenster zu und wenn es fleischig werde soll, einfach auf "Kipp". Wir wollen aber alles und reißen beide Fenster sperrangelweit auf. Dann geht auf einmal brettlaut eine Lüftung an. Ahh, damit alles frisch bleibt. Sehr geil zum Schlafen, weil sie dann auch bald wieder aus geht und wieder an und so weiter. Uns gefällt es hier und lassen den zauberhaften Abend bei Brause und Rauchwerk auf einem mondlichtdurchfluteten Balkon ausklingen. Schali, Hirsch und ich lauschen dem passenden Lied "Moonlightshadow", von Hirsch auf seiner kleinen und blau leuchtenden Mini-Stereoanlage aufgelegt, und tänzeln todesmutig auf Geranienkästen. Bei Reinhards "Gute Nacht Freunde" schlurfen wir mit Schlafzimmerblick ins selbige und lassen uns von Geschichten von Superkleber in den Schlaf lullern. Vielen Dank liebes Rodgau und "Open Stage" und Euch, die mit uns tanzten. Gute Nacht, bis Morgen.

Zurück zur Übersicht

Podcast


Fotos