Mau Club, Rostock

Geschrieben von Pensen

Zweiter Morgen im Etap Hotel, es kann in die zweite Runde "Kaffee-Kampf" gehen. "Planet der Kaffen 2", jetzt erst recht. Was ich dabei nicht bedacht habe, dass es ja die gute Ka-Fee in Form von K.T Clue gibt, der am Buffet sitzt und mir "drei Wünsche frei" -mäßig unter der Hand tassenweise Wachmacher anreicht. Sollen sie doch ma sehen, die da oben. Verstohlen stehlen wir noch das ein oder andere gekochte Ei, man weiß ja nie.
Draussen knallt die Sonne, im Pulli leicht schwitzend geniessen wir den Frühling, wurde auch ma Zeit. Während ich noch mein Koffergelöt einsammel schmiert Herr Klose unbeirrt KäseschinkenBrötchen, um sie mir dann einserviert in die Jackentasche zu servieren. Halbgottgleich. Winkend rollen wir vom Hof, dem 500km entfernten Rostock entgegen. Im Mau Club sind wir immer gerne, zu mal man obendrauf noch das Wasser nebenan hat. Wun der schön. Auch die Fahrt über wärmt uns die nimmersatt scheinende Sonne, Weihnachten kann kommen.
Nach Fahrerwechsel, unendlichem Eigelage und Tourbericht schreiben, biegen wir auf den "Parkplatz am Meer" ein. Drinnen wird schon wild Sound gecheckt und ich greife ein epochales Gitarrensolo von Sebastian filmisch ab, was sich gewaschen hat. Antek und ich sind Fans. Oft reichen wenige, aber dafür emotional übermannte Menschen aus, um wiederum Großes dem Künstler zu entlocken. Verrückt.
Lukas hat bereits seinen Merchstand 1A drapiert, jedoch ist das Etablissement heute rein räumlich, im Sinne von Platz, eingeschränkt. Obwohl 7m unter der Decke sind noch 50cm frei. Das muss genutzt werden. Wir holen 17 Meinungen ein, plus noch die von dem zufälligen Laufpublikum. Herrje. Am Ende Leiter, Schmidt, GaffaTape und Triumph. Geht doch. Kein Ding. Kann man auch gut sehen wenn man zur Decke guckt.
Beim Aufbau bereiten wir direkt den Abbau vor, denn Koordinations-Guru Urs (kurz: Koorgurs, hu) hat alles bedacht, was zukünftige Realität angeht. Wenig Zeit, kein Platz zum Packen oder Laden, viele Menschen diesdas. So stapeln wir alles in Reihenfolge zur Tür nach draussen, parken den Bus hinterrücks optimal und checken danach den Klang unserer Gerät. Supergut. Und dann wird's am Ende sensationell als mein Monitor angeht. Völlich geil.
Ab ins zwischentürentfernte "Dieter", es gibt Hackbraten, Kartoffelbrei. Anbei Salat mit Rote Beete-Ziegenkäse-Krone. Brownie mit Traumglitsche als Dessert. HerrimHimmel. Mücke und Friedel gesellen sich dazu und wir stöbern kennenlernenderweise in gemeinsamen Bekanntenkreisen. Ach nee, echt, nu guck, ja klar, geiler Typ. Der Style.
Sanfte Matschigkeit im Kopf ist nicht ganz von der Hand zu weisen und so probier ich es mit Augustiner und EnergieBrause. Kniebeugen? Kombinieren? Läuft. Nico, der Subasstreter aus der Hölle, sagt uns wieder fabelhaft an, high five und Hallo Rostock. Wir knattern ordentlich einen ab und es macht Freude und den Kopf wach. Zackpeng es wird getanzt. Spätestens bei Saschas Lombardieren des Schlagzeugs kann sich kein Mensch halten. Nach "Fass mir an die Füße" komm ich in den Backstage und Sascha hält mir triumphierend seinen blutigen, schockzitternden Mittelfinger unter die Nase. Ob er wohl je wieder einen Stock halten kann? So richtig zugreifen geht noch nicht, aber es sind ja auch noch 20min hin bis zum Gig. Geiler Typ. Dazu herrscht die einhellige Meinung darüber, dass "Heavy Metal Kind" heute aber auf jeden Fall am geilsten, schnellsten aber vor allem auch am lautesten war. So was gibt halt einfach Kraft.
Heute kann ich mir endlich ma Madsen in Gänze geben. Stark. Ich stehe an der Bühnenseite und lass mich reinziehen, qietsche und gröhle mit. Zwischendurch wird die gesamte Crew auf die Bühne geholt, später tanzt Ansgar bei "Küss mich", Wilco reicht Schnaps und ich darf hinten raus noch ma "Nachtbaden" mitballern. Herrlich. Wat ne Band, wat ne Gäng. So will man es doch.
Danach latschen Timmey und ich noch mit Cd Kartons im Arm durchs Schwitzvolk, zugewandte Gespräche blitzen auf und reißen ab, bis wir uns wieder am Lukas'schen Headquarter treffen. Im Backstage kommt zur "gutes  Konzert"-Laune auch noch fröhliche Entspannung dazu, weil das letzte Konzert für dieses Jahr nun über die Bühne gegangen ist. Was aber auch wieder bedeutet, dass sich die "Das Mad / Packsen"-Reisegruppe nun auf weiteres trennt. Was in Anbetracht der doch noch jungen Freundschaft nicht grade erleichternd dazu kommt. Grade war man doch nach drei Konzerten eigentlich erst so richtig im Tourmodus angekommen. Aber glücklicherweiser wird es ja nicht das letzte Aufeinander treffen sein, das neue Jahr kommt bestimmt. Aber so ne Woche, könnt ich noch..
Da wir ja nach dem Gig die eingangs schon beschriebene SuperBusLadung vollendeten ist nun alles zum frohe Weihnachten wünschen bereit. Um Null Uhr wird sich kollektiv gedrückt und Koorgurs lenkt den Sprinter sicher Richtung Hamburg. Team Goslar harthunden die Karre noch weiter in den Harz. Selten dass wir so nordisch spielen, dass Team Hamburg aufm Weg liegt. Für den Moment nehm' ich es aber einfach mal gerne an.
Gute Fahrt, hier sind noch hartgekochte Eier. Begeistert reiten Schmidtchen und Timmey in den Horizont, Urs nimmt ein Taxi und ich guck "Alle Spiele, Alle Tore". Ehrensache. Gute Nacht liebes Rostock.
Liebe Madsens, es war uns eine helle Freude. Euer Päckchen sagt Danke und auf bald, Frohes Fest und einen guten Rutsch.
Dir, geneigtem Leser, auch einen Frohes und Neues! 2016 wird derbe, und wir zehn. Einladung folgt. Prost, euer Pensen.

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