Posthalle, Würzburg

Geschrieben von Pensen

Das allerschönste an Würzburg ist die Anreise mit dem Zug, falls man denn auch in die Posthalle will. Denn der Hauptbahnhof ist so dermaßen direkt neben the place to be, dass ein hundertemeter langer Fußweg locker reicht, um zu verschlossenen Rolltoren und überkandiedelt vielen Türen kommt. Hier ma ne Rampe hoch, da wieder runter, ich fühl mich wie n Kacktourist der zu dumm ist sich eine Wegbeschreibung zu merken. Oder auszudrucken. Aber: Ein netter, ansässiger Herr geleitet mich hinein, in die riesige Halle. Der Post. Schätze ich. Wo für die wohl seiner Zeit gebraucht wurde? Um diese Papierbriefe zu verschicken? Sagen wir mal so, Internet spart zumindest Platz. Hu.

Ein großes Hallo mit Päckchen, die in Form von Timmey, Urs und Oliver Olliversen auch just in diesem Moment arrivierten. Die herzallerliebsten Madsen sind grad am Soundchecken, wir am einchecken und Wilco am auschecken, denn: Es gibt guteseelenmäßich an unserer Backstageraumtür ein frühes Bandfoto von uns, unter dem liebevoll "DAS PÄCKCHEN" steht. Hat sich auch noch keiner getraut uns so zu nennen, geschweige denn es zu offiziellisieren. Bei Wilco hingegen kommt dies einer Ehre gleich. Herrje wie verbunden.
Einzwei Käsebrötchen vorweg, laden des Krams und Aufbau des selbigen sind die Folge. Die Posthallen-Angestellten sind nett und teilweise alte Bekannte von diversen Überschneidungen des Daseins. So werden Di-Boxen verteilt, Stecker gesteckt und unsere Banner per Hand in luftige Höhen gehieft. Ursi macht wieder mal n Spitzensound, weshalb wir pünktlich zum Klöße mit Rotkohl Essen einkehren. Dem heute kennengelernten Friedel müsste gefallen, dass die wiederum ausgefallenden, Champingon-gefüllten Pfannkuchen, in seiner Exiltabelle ausschlaggebende Peaks in der Sparte Catering bedeuten könnten. Zahlen, Bewertung, Buch. Ich bin gespannt.
Der emsige Urs ist am Merch, ich stoße dazu und Fun wird groß geschrieben. Kurz vor Einlass dödeln wir wieder hoch um das 14te Mal über die Setliste zu sprechen. Schweren Herzens lassen wir heute "Vanillebär" weg, dafür dann aber morgen, in echt.
Heute sagt uns Nico an, und wachst die zu slidenen Parkbänke ordentlich ein, um Gunst der Zuschauer mal in Skatersprache zu umschreiben. Gemachtes Nest ginge auch. Die Leute sind dementsprechend nett zu uns, man sieht sogar das ein oder andere bekannte Gesicht. Sascha ballert bei "Heavy Metal Kind" noch lombardischer als in Linz, unsäglich.
Der verständnisvolle Matze schustert uns auf Bettelei hin eine Flasche Jack zu, die gut ankommt. Wir ziehen uns die Madsens rein, welch Band, aber auch die Kombi mit den heutigen Publikum ist hoch energetisch. Fett. Später am Merch wird noch ordentlich gezutzelt um dann wieder noch oben zu ziehen. Wir laden bestimmt sechs sieben Mal in 5 Minuten und dann irgendwann in Tatsächlichkeit. Nach dem Ursi den Bus sicher ins Ibis Budget gesteuert hat heißt es Hotelzimmerausblick geniessen. Wir sind im Souterrain, so dass auf Brusthöhe die parkenden Autos gut zu sehen sind. Direkt vorm Fenster. Och schön. Steven Seagal rettet dann endgültig unseren Tag und natürlich auch die weibliche Nebenhauptdarstellerin. Ein Glück, Danke Steven. Ach und vielen Dank Würzburg, das war wunderbar. Bis bald, gute Nacht.

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