Backstage, München

Geschrieben von Pensen

Moin. Ich wackel einfach Urs hinterher, der wird schon wissen wo das Frühstück ist. Klappt einwandfrei und selbst das personalisierte Omlette wird mal zwei bestellt. Die anderen vier sitzen als einzige im Restaurant, hauen dann aber auch direkt ab, als wir kommen. Wir essen halt gerne allein.
Leicht dekadent wird sich wieder mal der Bauch vollgeschlagen und danach vor die Glotze, und Wintersport WM gucken. Wowl! (Kombi aus wow und geil), is neu, wowl. Die Geschwindigkeiten der Skifahrer liegen ca bei 150kmh und die Strecke mit "Jungfrauenjoch" ist teilweise 2 Meter breit. Süß, dass die n Helm tragen. Erinnert mich an die Szene seinerzeit bei Brösels "Werner" Comics. Ich sag nur Helmpflicht auf der Baustelle (Echt geil so n Helm..). Matsch.
An der ersten Raste wird alles für einen klasse Kinonachmittag besorgt. Das kulinarische Angebot ist unglaublich Pizza lastig, eine riesenhafte Auswahl. Fast alle greifen zu und Dennis Völlichkla kauft noch eine DVD. "The Berlin Job" oder so, ein Gangsterfilm, den wir gemeinsam über den Buseigenen Fernseher mit Funkkopfhörern gucken. Wat n Luxus, wat n Bus. Wowl. Haben wir noch nie genutzt das Ding, funktioniert aber ganz hervorragend. Nur der Film nicht, also geschmacklich. Die Syncronstimmen sind so dermaßen scheisse, das man die heftigen Dialoge beim schließen der Augen für erstklässler MickeyMouse Gespräche hält. Deshalb schaff ich ihn auch nicht ganz zu Ende. Macht nix, die anderen auch nicht, denn wir kommen pünktlich um 16h im Backstage zu München an.
Rein in' Klub, keiner da, aber Schnitzel mit Asia-Soße. Wowl. Noch ist eine kleine Cafe-Sitzecke auf der Bühne mit Palmen drum herum gebaut, das wird sich aber noch ändern Leute, ich sach euch das.
Wir dödeln im Backstage vom Backstage, laden, soundchecken und finden uns allright. Dann gibt's auch noch Torte plus nebensächliches Hauptgericht. Kurz nach Einlass begrüßen wir unseren Münchner Superfriend Sascha von den Schröders und Jojo kommt auch vorbei. Alles Drummer, die sich wieder was von Timmey abgucken wollen. Verständlich.
Tottes Showbeginn ist heute extraklasse, denn wir gehen im Sechsmann-Tross in einarmigem Poloneese-Style auf die Bühne. Fast n büschn wie zur WM-Feier in Berlin die Schweinsteiger WG.
Danach lässt Totte durch Eigenqualität München keine Chance auf schlechte Laune und wird enorm abgefeiert. Zu recht. Ein Rekordumsatz am Merch von Totte Artikeln wird die Folge sein.
Unser Konzertbeginn basiert auf Kabelruckeln auf meinem Tretbrett. Voll schön und spannend. Nach drei Minuten brummt alles nicht mehr ganz so laut und wir beschließen, dass es nur noch gaaaanz leise brummt, München sogar sagt, man höre es gar nicht mehr. Na das ist doch wowl und wir versuchen das Konzert mit einem zweitem Aufgang. Lohnt sich, denn ab jetzt ist alles nur noch Fun. Unter anderem spielt Timmey sein erstes Schlagzeug-Solo, mit anschließendem Jubel Süd-Deutschlands. Beeindruckend.
Später wird noch am Merch geschnackt und es werden rekordverdächtig viele Jacken verkauft. Dann nur noch den Urs-schen Partykoffer aufgebaut und erneut Pantera gehört. Ich streiche dazu die Sahne von den Tortenstücken, damit ich mehr essen kann. Trotzdem merkt man der Gruppe eine gewisse Nervosität an, denn heute beginnt das Dschungelcamp, Wiederholung schon um 0:30h. Herje, das werden wir wohl nicht mehr schaffen aber Ursi kann Beruhigen. Heute ist "Einzug" und es dauert ewig bis alle irgendwo ne Liege haben. Ein Glück. Wald satt. Im Hintergund krächst der halsintensive DJ immer wieder was von "gleich isses soweit, noch drei Minuten" usw.. Enter Shakira hat wohl ne neue Platte und heute ist ReleaseParty mit CD hören. Woraufhin der Plattengott erstma "System of an Down" anmacht. Mögen wir leiden, begreifen wir aber nicht. Egal.
Das Laden ist heute die Hölle, weil wir alles im doch amtlich abgekühlten München hunderte Meter unseren Scheiß durch die Aussenwelt schleppen müssen. Aber wenn man weiß wofür, ist alles halb so schlimm. Mit Taxen geht's ins Hotel, wo in der Lobby der beste Teppich der Welt verlegt ist. Parkett in Flausch, Laminat zum Kuscheln. Bahnbrechend.
Im Zimmer wird keine Zeit verloren und sofort geglotzt. Himmelherrgott, bis auf die Stimme von dem einen Alten kenn ich Niemanden, und es war uns auch nicht mehr ganz bewusst, wie unfassbar einzellig diese Sendung konzipiert ist. Wie die Faust aufs Auge sag ich nur. Debil kichernd liegen wir da und genießen unsere Rückverdummung. Schließlich ist Feierabend und Kultur machen wir selbst schon genug. Dankeschön.
München, gerne bald wieder. Ich wünsche eine gute Nacht.

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