Jubez, Karlsruhe

Geschrieben von Pensen

Ich werde um minus tausend Uhr von gackernden KackHühnern geweckt. Nikotinwind umspielt meine Nüstern, ach wenn sie nur flüstern. Würden. Merkwürden.

Wir haben ein Motel ähnliches Zimmer, Zimmertür direkt ins Freie. Nicht bewusst war uns, dass genau vor unserem Fenster der Raucherbereich für alle ätzenden Anzugträger dieses Planeten ist. Denn daneben ist der Ausgang der Seminarräume, und heute ist eins, nervt. Als würden sie direkt neben unserem Bett stehen, wat ne Schiete. Dabei hatte ich mich doch so gefreut, auf ohne die. Tja, man muss manchmal mit Dingen leben, die potenzial haben, Stimmung zu töten. Deshalb Frühstück und Käffchen. Schon besser.
Zur Abfahrt wird der Bus noch von Soelve aus der 47Grad Neigung manövriert uns die wilde Fahrt kann losgehen. Wie immer verbringe ich die heitere Busreise mit Tourbericht schreiben, Fotos sortieren. Immer wieder wird der Fun groß geschrieben.
Da Karlsruhe nicht so weit weg ist checken wir noch in das uns altbekannte Hotel an der schnellen Strasse ein. Immer noch durch Seminarzombies geschwächt, versuche ich ein Mittagsschläfchen. Es will nicht funktionieren, dafür signalisiert Soelve mit durchdringenden Sounds, dass er wiederum kein Einschlafproblem hat. Jede Stunde Schlaf, die einer des Haufen bekommt muss man feiern und gutheißen, aus freundschaftlichen, niederen Gründen. So eine Kacke. Hu.
Ich geh schon n büschn früher zum Bus und telefoniere in der frühlingshaften 13°Grad Landschaft. Ich soll euch alle von Krzinga (Urban Majik Johnson) grüßen. Dann kommen auch schon die anderen und es geht ins Jubez. Mein Müdigkeits-AntiPrivileg scheint nicht exklusiv mir überlassen worden zu sein. Ein Massengeschlurfe sondergleichen. Bevor man sich aber nun einen Stuhl sucht um endgültig fest zu bappen wird sofort geladen. Hey, welch Fun again.
Wir schlagen die Zeit mit von Helmut lecker aufbereiteten Brezeln und Knobi Dipp tot. Nach dem Soundcheck gibt's als abendliche Vorspeise eine üppige Blumenkohl Suppe, die uns allen noch über den Lauf des Abends primitive Freude bereiten wird. Dann noch Nudeln oben drauf und dem Einlass steht nix mehr im Wege. Heute wird eher im kleineren Rahmen stattfinden, den Charakterbildung steht bei uns ganz hoch im Kurs. Zu viel Erfolg in jungen Jahren hat schon Dinge angerichtet, wisst ihr alle, dass ich die Art welche, hier nicht detalliert auftischen muss.
Durch die schon erwähnte Schlafmangelsituation wird das ganze etwas skuril, es wird meckernd losgelacht an Stellen, die keine sind. Und alles das in unserem lieb gewonnenen Hausmeister-Büro-Kassenwart-Fensterhäuschen im Foyer. Die Jubez Crew kümmert sich rührend um uns und es wird, büschn wie im Heim, der Teewagen mit Verköstigung, uns auf Schritt und Tritt hinterhergeschoben. Süß.
Totte beginnt mit einem Flamencoesken E-Dur Akkord um die Menge Mensch aus dem Foyer in den Raum der Musik zu lotsen. Klappt sehr gut und dann gibt's ne kleine Lesung mit Liedern, die folgen. Super Dschidsch vom Tottovic.
Fröhlich löst er uns ab und wir starten heute mit "Positiv überrascht". Gab's auch noch nie, mal was anderes. Uns gefällt das Konzert und vor allem das Publikum gut. Alle aufmerksam und wissbegierig und so rutscht uns die ein oder andere Anekdote des intelligenten Lebens raus. Da auch wir nur Menschen sind, bahnt sich die Müdigkeit durch Konzentrationsschwäche kurzer Art ihren erbarmungslosen Weg. Und Zack kommt wie gerufen Totte daher, der den nötigen Energieschub im Gepäck hat, vorbei, und zündet mit uns noch mal den Turbo. So kommt es, dass wir nach "Füße" bei guter Laune kreiselnd von der Bühne tanzen.
Vor der Tür wird noch nett mit dem harten Karlsruher Kern gequatscht, dann Laden und ins Hotel. Vor selbigen stehen wir noch auf ein letztes Getränk bevor wir uns dann in unsere zwei dreier Zimmer verkrümeln. Bei Gäng 2 (Soelve, Ursi und Ich) flimmert noch "Pearl Harbor" aus der Glotze, der von Ursi als schlechtester Film aller Zeiten angekündigt wird. Eine unsägliche Romanze schallert mir entgegen, wir sind noch im Anfangsdrittel des Streifens, was mich zum Duschen zwingt. Danach wird eigentlich nur noch geschossen und versenkt, bis ich mich umdrehe und von Frieden träume.
Vielen Dank Karlsruhe, gute Nacht Euch.

Zurück zur Übersicht

Fotos