Juz, Dorfen

Geschrieben von Pensen

Leute, es schneit. Weiße, schwere Flocken plattern auf den Grund hinab, um sich dort sofort in liegenden Regen zu verwandeln. Aber bis dahin sieht es hübsch aus. Timmey hat einen unweit entfernten Musikladen aufgetan, der zwecks Zweitreperatur der Snare angefahren werden soll. Vorher sollte es aber doch noch n Käffchen sein. Dennis Genial und Ich besuchen den Bäcker gegenüber. Wir werden exotisch beäugt, kommen in nette Gespräche und lernen auch noch, dass ein "Haferl" keine Zutatenbeschreibung, sondern eine gefühlte Maßeinheit mit Henkel ist. Laut "Servus" rufend verlassen wir die Backstube, um uns wie die Natives zu benehmen. Wowl.
Besagtes Musikgeschäft kann was, und binnen Sekunden ist alles heil, was kaputt zu sein schien. Erfreulich. Dafür läuft Wasser an der Frontscheibe des Busses hinab, leider innen. Naja, ich sitz ja ganz hinten. Noch schöner wird's, als wir an einer Tanke Kühlwasser nachladen, unglücklicherweise zwei Liter zu viel. Timmey ist sehr schnell im Googlen und findet raus, dass dieser Umstand einen Totalschaden von allem verursachen kann. Also kurz abpumpen und weiter. Sagt sich so leicht. Diverse Gerätschaften werden ausprobiert, bis man sich an zwei Strohhalme klammert und die immer wieder randvoll mit 4 Tropfen Wasser füllt. Jeder Tropfen zählt.
Jetzt geht's nach Dorfen, einem kleinen Nest, 50km von München entfernt. Schon bald kommt ein Schild auf dem zu lesen ist, dass das Stadttor 3m hoch ist. Wir sind 2m70cm, können somit die Grenze passieren. Das Juz, in dem wir heute spielen nimmt uns alle in eine Zeitreise mit. Es riecht wie damals, besser kann man es nicht beschreiben. DIe Jungs, die den Laden leiten, sind freundlichst uns am Betüdeln und fragen immer wieder nach unserem Wohlbefinden. Gut isses, sehr gut. Noch besser wird es, wenn wir jetzt eine üppige Fleischmahlzeit einnehmen könnten. Kein Problem, denn die Taverne Tsaziki ist direkt gegenüber. Herje wie wunderbar. Gyros satt. Ich nehm die "Dorfen Platte", da sind noch andere und vor allem mehr Fleischsorten bei. Die Band trinkt Brause, die Crew erste Weizen. Hu.
Am Nachmittag gehen wir noch für zwei Stunden in unsere Schlafquartier, ein Konferenz-Zimmer des Vaters, in dem aber auch gerne jugendliche Freizeit verbracht wird und sechs Matrazen liegen. Alles was macht braucht. Wir sitzen mit des Vaters Sohn und schlürfen leckeres Helles. Timmey, der heute Auswärts nächtigt, holt uns um 18h mit dem Bus ab und es beginnt das tägliche murmeltieren. Laden, Soundcheck, diesdas. Hektik entsteht nicht, denn spät ist Einlass. Timmey und ich sitzen auf einem Safo und schauen dem bunten Treiben zufrieden zu.
Heute hat selbst Totte noch ein Vorprogramm: Harry Gump. Sympatischer Akkustik-Kollege, der wie gesagt den Abend eröffnet. Totte ledert danach wieder mal vom Feinsten ab, Dorfen assozial, Schalalala. Wir sind up im Backstage, ein selbstgebasteltes Kino mit aufsteigenen Soforeihen und unfassbar vielen Getränken.
Ein leichter Glimmer ist nicht ganz von der Hand zu weisen, als es auf die Bühne geht. Es dauert aber nicht lange, zweieinhalb Songs um genau zu sein, bis Veranstalter Florian das Konzert wegen ZivilPolizei Anwesenheit unterbricht. Soso, vermutlich Lautstärke und Rauchen von Minderjährigen. Nach Fünf Minuten kann's weitergehen, den er kommt auf die Bühne und verkündet, dass die Herren grad das Haus verlassen. Dazu stimmt er mit voller Kraft das fröhliche Lied "Wir wollen keine Bullenschweine" an. Hey, singt alle mit. Offensichtlich waren die Ununiformierten Herren doch noch nicht ganz ausser Hörweite und der Song ist nicht so hunderprozentig ihr Geschmack. Zack, den Jungen von der Bühne geholt und Rambazamba. Diesmal ist die Unterbrechung ein beinaher Abbruch, denn es dauert locker ne Viertelstunde, bis die ersten Gerüchte um gehen, dass die jahrelange Haftstrafe doch auf Bewährung ausgesetzt wird und es wohl tatsächlich weiter gehen kann. Okidoki, wo waren wir. Achja, C-Teil von Pferdeapfel. Komm mit mir in Abenteuerland"... Wir sind längst mittendrin.
Das Konzert kann ohne weitere Zwischenfälle beendet werden, aber trotzdem darf man eine absolute Weltsensation nicht hinterm Zaun halten. Denn heute ist der Tag, an dem Soelve Preuß mit dem Das Pack zum allersten Mal im Leben zusammen musiziert. Mit Pennycaster, Musle Shirt und KopenhagenSchal bewaffnet soliert sich Soelve im Schlittschuhlied-C-Teil in die Dorfener Herzen. Macht Hölle Spaß, schreit nach Wiederholung.  
Später beim Laden kommt es zu der ein oder anderen Unstimmigkeit. Diese sind eher interner Natur, können aber im Laufe des Restabends auch noch weitgehend beruhigt werden. Denn nach einem kleinen erfrischende NachHauseSpaziergang, sitzen wir noch'n Stündchen zusammen bevor wir in die Betten fallen. Das war doch alles etwas aufreiben, so dass der Wunsch nach Tkkg laut wird. "Das Paket mit dem Totenkopf" soll es sein, euer Wunsch ist mir Befehl. Hoffentlich lösen sie den Fall.
Ich möchte mich noch mal ganz herzlich bei den ganzen Juz-Crew bedanken, denn dieses Konzert ist ziemlich kurzfristig von uns angefragt worden, super das das noch geklappt hat. Und durstig ist glaub ich auch keiner geblieben. Morgen ist Off Tag, kann kommen. Auf Wiedersehen liebes Dorfen, ich wünsche eine geruhsame Nacht.

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