Querbeat, Unterwaldhausen

Geschrieben von Pensen

Samstag. Wir sind gestern schon angereist. Mit dem Flieger. Herje wie vielsagend. Timmey & Sabby kamen direkt mit dem Auto aus Goslar, ein paar Klampfen und ne Snare im Gepäck. Soelve und ich wiederum via Köln/Bonn nach Friedrichshaven mit GermanWings. Der ganze Tag war schon eine einzige Feierlichkeit und er soll sich zum Abend hin nicht minder entwickeln. Denn nachdem wir tatsächlich mit einem Querbeat-Schild am Flughafen empfangen werden, shuttlet uns Heinz, seines Zeichens Vater des Veranstalters in den Gasthof Adler. Wir lernen derweil massenweise über Äpfel und StreuObstwiesen und treffen die beiden Harzer auf der hiesigen RadlerTerrasse. Weiter geht's direkt auf's Festivalgelände, und dort erleben wir einen bunten Abend im Superzelt, crazy Bands und taffe Tracks. Vornehmlich Ska und Gipsy, das wird doch klasse morgen um 16h, DAS PACK wie Arsch auf Eimer.
Irgendwann spät beschließen Soelve und ich den 4 Kilometer langen NachHauseWeg anzutreten. "Sternenklar und sternhagelvoll" (Zitat: Robert Kaufmann). Die Landstraße hat keinen Fußweg, geschweige denn irgendwas, dafür fahren die seltenen Autos mit tausend an uns vorbei. Der Moonlightshadow leitet uns gekonnt nach hause, schwer vorzustellen, dass es morgen in Wahrheit erst losgeht.
Samstag:
Nach spätem Frühstück und Setbesprechung geht's langsam aufs Gelände. Vor der Bühne knattert eine jugendlich wirkende Blaskapelle und ein paar gut gelaunte TänzerInnen haben mächtig Fun. Es wird bis zum Change Over hinter der Bühne getüdelt und dann huschhusch in die Startposition gelangt. Vielleicht 50 Frühaufsteher haben sich in dem sehr großen Zelt eingefunden, 60 Minuten Zeit das zu ändern. Kein Mensch weiß anfangs was wir sollen, aber nach und nach bricht das gefrorene Nass. Und siehe da, kurz vor fünf ist es hübsch gefüllt und man bekundet sich gegenseitig Sympathie. Die jeglich allerletzte Spannung fällt dann auch noch ab, als die nicht einfach zu erhaltene Info durchsickert, das Augsburg quasi keine Chance gegen einen weltmeisterlichen HSV hatte. Also darauf geht noch n Lütter.
Wir gucken ausgelassen Bands, singen noch David Hasselhoff, tanzen am Merchstand, vor allem zu "Bubliczki", die quasi auf die Minute aus Polen angreist waren. Gegen 21h, es fühlt sich locker an wie 2:30, kommt Soelve auf mich zu und fragt, ob wir noch mal spielen wollen. Hä? Der Veranstalter Manne kam eben mit diesem Gedanken auf ihn zu, da eine Band irgendwo bei Würzburg liegen geblieben ist. Herje, die neue Spielzeit ist 1h-2h. Hu. In vier Stunden. Es wird brachial. Selbstverständlich.
In Altherren-Manier erfrischen wir uns noch mal im "Adler" und werden gen Mitternacht zurück geshuttelt. Das Zelt ist brechend voll und die Menschen auch. Soelve empfängt uns mit einer Mannschaft neuer Freunde und man ist im nu wieder auf Temperatur. Diesmal sind die Spielregeln etwas anders, weniger Reden, mehr Ska. Und wie es Laune macht. So viel Gypsy hat DAS PACK noch nie gespielt. Dafür fängt es immer doller an zu Regnen, was bei mit erst mal auf Unverständnis trifft, da Zelt. Dann kapier auch ich, dass es von Innen kommt und das Kondenzwasser des Menschenweißs uns am ende alle ertränken wird. Und doch angenehm erfrischend, weil die dicken Tropfen etwas kühler sind als der Schweiß auf der Stirn. Muckelich.
Um zehn nach Zwei fließen wir von der Bühne, herrlich war's. Schon wieder. Hey, das muss gefeiert werden. Eh klar. Um viertel nach Tausend bringt uns Manne höchstpersönlich nach Hause, ein geiler Typ sach ich euch. Soelve hat binnen den letzten Tagen seinen Körper mit Fussball, Fleisch und Wein so dermaßen durcheinander gebracht, dass er noch unsägliche Schlafgeräusche von sich gibt. Es ist ein beachtlich lautes Entspannungsschrein, anders kann ich's grad nicht umschreiben. Ich gacker noch n büschn vor mich hin bis sich alles beruhigt und ..Zzzz
Der Sonntag wird mit Spätzle und AmateurFußbal live bestritten, ein besseren Ausklang kann man sich nicht denken. Und dann gewinnt auch noch unser SV Ebenweiler mit 4:3 im Abstiegskampf. Karmatechnisch sind wir ganz weit vorne dieses Wochenende.
Früh wird sich heut abgelegt, denn morgen um sechs heißt es den Flieger zurück kriegen. Auch schon wieder geil.
Liebes Querbeat, liebe Leute, lieber Manne, vielen Dank für dieses grandiose Wochenende. DAS PACK hat sich sehr wohlgefühlt, gerne auf Wiedersehen. Auf Wiedersehen.

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