Treibsand, Lübeck

Geschrieben von Pensen

Wir haben das Fenster zum Hof. Vorsichtige Sonnenstrahlen bahnen sich den Weg durch winterlich kaltes Januarwetter. Ich wandel als letzter Richtung Frühstücksraum, in dem ausser den Pack-Heinis, vor allem Fähnchen der Länder dieser Welt an Schnüren quer durch den Raum hängen. Es gibt Käffchen und Pläne noch mal ans Meer zu fahren. Da wir nach Lübeck nicht lange brauchen können wir in Warnemünde noch ma bei gehen. Ich find's sensationell.

Soelve kennt sich aus irgendwelchen Gründen hier auch sehr gut aus, und so steuert er zielsicher unser Gefährt auf den nächst gelegenen Beach-Parkplatz. Wir schlendern an FischbrötchenBuden und Hanseatischen Kleinstgeschäften richtung Strand. Totte und mich zieht es bis zum Wasser, während die andern drei heiße Schokoladen mit Sahne nehmen.
Ein gut trainierte See-Pferd kreuzt unseren Weg, bis wir endlich an der Spitze von allem angelangt sind. Zwei Leuchttürme zeigen wo wer lang fahren soll, schiffstechnisch betrachtet. Wie war das noch mal? Mit der rechten Hand klatsch man seinem gegenüber ne Backpfeife und das Gesicht leuchtet anschließend einseitig rot. Und zwar links. Bedeutet rechts ist Grün und demnach Steuerbord. Links rot, wegen Schelle, Backbord. Wieder was gelernt.
Schalio musste heute früh schon um 8h den Zug nehmen aber dafür machen wir einen kurzen Zwischenstop im Hotel von Soelve und Timmey, in dem heute auch ein gewisser Jan Labinski zu zugegen ist. Man trifft sich bereits in der Lobby und freut sich auf später.
Dicke Flocken fallen vom Himmel und bedecken alles mit einer Zentimeter dicken, weißen Schicht. Herje, fast weihnachtlich.
Vorm Treibsand kommt mit uns gleichzeitig ein Taxi an, Urs im Gepäck. Hallöchen, Hallöchen. Nach dem Laden nimmt der gewohnte treibsandsche Catering-Wahnsinn seinen Lauf. Unablassig zaubert der Wunderkoch Dinge auf Tabletts und Schälchen aus der Küche. Römische Zustände. Die Erfahrung sagt, dass man vorsichtig agieren muss, weil tatsächlich dann noch irgendwann der Hauptgang kommt. Fällt durch Leckerheit sehr schwer.
Der Kamin im skandinavisch anmutenden Backstage wird vorbildlichst von uns mit Holz gefüttert, man sitzt ums Feuer. Das zweite mal heute schon, dass das Ganze schwer an Urlaub erinnert. Erst Strand und jetzt das. Vor Schreck wird sich noch mal auf dem Sofa lang gemacht und dann gibt's endlich Essen. Vom feinsten, eh klar. Ach ja, Soundcheck war auch irgendwann, aber es trudelt langsam immer mehr exklusiver Besuch ins Haus, dass dann doch eher die Geselligkeit im Vordergrund steht. Nur gut, dass heute erst gegen neun Einlass ist, Zeit zum Quatschen und Queen hören.
Als Totte zehn vor zehn beginnt ist der Laden schon richtig schön gefüllt und Labinski lässt es sich nicht nehmen "Jägermeister am Hauptbahnhof" mit Herrn Kalkühl in die Nacht zu schmettern. Wir lassen es uns wiederum nicht nehmen, beim darauf folgenden "Punkermädchen" uns das Schlagzeug zu teilen. Schlinn aber schöm.
Auch uns wird ein wunderbarer Tourabschluss geboten, volle Hütte, Wochenendlaune und Luftballons mit Zauberschaum. Vor "Kopenhagen" kommt es zur rührigen Verabschiedung von Dennis Genial. Soelve, Totte und Labinski schleppen eine bekerzte Schwarzwälder-Kirschtorte auf die Bühne. Dennis mag Kuchen, und wir ihn. Feuchte Augen, Huldigungsappläuse und Umarmerein sind die Folge. Hach..
In der Zugabe ist dann auch noch mal mächtig was los, erst "Waschzwang" mit Totte und dann "Schlittschuh" mit Wiking-Trenchkode"-Schwedi und Dennis mit Bimmli am Chor. Un wahr schein lich.
Glücklich und leicht abgekämpft sitzen wir 10min später hinten und prosten uns kurz zu, um dann noch am Merchstand zu schnacken. Gute Laune wohin das Auge blickt.
Da Dennis, Totte und ich noch nach Hamburg fahren, wird halbwegs zeitnah geladen und Abschied genommen. Feste wird sich gedrückt und gesäuselt. Welch Tour es doch war.
Der Endspurt steht noch an und durch wildes Schneegestöber mit Kaltgetränk kurvt Dennis gewohnt sicher die Schüssel bis zum Proberaum. Pünktlich zur quasi letzten Aktion, schießt die Hexe Dennis mies in den Rücken und er verfällt in Bruchteilen von Sekunden in eine Art Entengang. Großherzig schleppen Totte und ich alles was in unserer Macht steht. Und Dennis die schweren Sachen. Aber soll er nicht. Der alte Löwe.
Bis vor die Haustür werde ich geshuttelt und auch hier ist die Verabschiedung herzlich und das anschließende Gewinke auch.
So fährt der schwarze Sprinter, der uns in den letzte 16 Tagen kreuz und quer durch die Republik getragen hat hinfort durch die schneeweißen Straßen. Achachach..
Leute, es war mit ein Fest. Vielen Dank noch mal an alle Beteiligten, Clubs und Crews und natürlich vor allem Euch. Auf bald ihr kleinen Schweinchen, macht wieder mal Bock auf mehr.
In diesem Sinne auf bald und gute Nacht.
Herzlichst: Soelve, Dennis, Urs, Totte, Schali, Timmey und Pensen.

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