Musikbunker, Aachen

Geschrieben von Pensen

Ich blinzel durch mein Guckloch aus der Koje, oh du wunderbare Bunkerwand. Da bist du ja wieder. Hart und dick. Abgeguckt von meinem Nervenkostüm. Eh klar. 10:30 Uhr, meilenweit vom "Get in" entfernt. Fuuuaack. Carsten trompetet als Hallo-ich -bin-auch-wach Zeichen in irgendwas hinein. Irgendwas voll, Nase leer. Wir beide glasklar Kaffee-geil. Ok konn. Ab zum Aachener SuperBäcker. Das Wetter versprüht Regen, wir Energie.
Herzlichst werden wir empfangen und schon bald sprechen wir dem Personal für morgen früh Sprachnachrichten aufs Handy, "wär schön wenn du doch die Schicht ab 5:30h übernehmen könntest, Yasmin". Sichtlich erleichtert sind die Bäckersfrauen, dass ihnen endlich mal einer die unangenehmen Aufgaben der Backzunft abnimmt. Süß. Nach diversen CroissantVariationen mit MarmeladenPottpourie, eröffnen wir das Büro. Carsten Mails, ich Tourbericht.
Zu um 13Uhr kehren wir in die Kellerkatakomben ein, treffen Alex, trinken Softgetränke und nesteln im Internet. Das geilste ist aber ein nagelneuer 3D Kamin auf Elektro-Basis. Und jetzt kommt's, der heizt auch noch. Wir ballen uns vor ihm und reiben die geschundenen Croissant-Hände. Sehr gemütlich.
Nach dem immer wieder erfüllenden Laden in den Musikbunker zieht es uns auf den hiesigen Weihnachtsmarkt. Per öffentlichem LinienBus knallern wir ins Geschehnen, fragen uns bis zur Krämerbrücke durch und nehmen dann den direkten Zug aus Erfurt wieder zurück nach Aachen. Die absolute Weltneuheit ist hier der Weiße Glühwein. Liegt zwar eigentlich auf der Hand, kam aber in Jahrtausendalter GlühweinKultur noch nie ein einziger Winzer drauf. Oder GlühweinVerarbeiter oder wie die heißen. Irgendwer wird ja dafür zuständig sein den normalen Wein zum glühen zu bringen.
Wie auch immer, der kurze Weiße mundet sehr, aber nu gib ma den roten in groß. An ZauberweltBühnen lustwandeln wir in einem halbstundigen circlewalk (dt. Rundgang) das komplette Aachen ab, bussieren im 33ger zurück und machen einen klasse Soundcheck. Heute Abend ist ausverkauft. Nice. Dann gibt's auch noch Berge von Kassler. Lecker. Ab vor den Kamin. Aber viel Zeit bleibt Nicht, denn die Sondaschul'sche-Schlagerproduktion läuft in vollem Gange. Heute das gute Liede "Der Graue Star von Altona". Texte, Chöre, Beats und Soundflächen werden gleichzeitig ausgedacht, eingesungen, produziert und verfeinert. Effektivität auf höchster Ebene. Als CheesyVerfeinerungGott entpuppt sich der junge Jonas, der mit ernstem aber groovendem Blick unter den roten Produzenten-Kopfhörern alles zu schleimen bringt. Guter Mann.
Dann ist es 19:45Uhr und Zeit es zu tun. Der Laden ist bereits jetzt voll und die intelligenten Menschen uns wohlwollend zugewandt. Es werden Texte mitgesungen, getanzt und geranzt. Ernhans schirm. Zur Feier des Tages trage ich zum allersersten mal in meiner Karriere die Steven Seagal-GedächnisFrisur. Für dien Zopf ist eng-anliegend noch ein Schimpfwort. Platt wie ne Flunder am Hinterkopf auf 1000Volt Spannung zusammen geknotet. Da wackelt nix. Mit Zugabe und der ganzen Schönheit verlassen wir fröhlich die Bühne. Schon jetzt sind gefühlte 35°Grad. Na dat wird ja gleich was.
Wird auch. Herrgottogottogott. Die Sondaschüler feiern ein Fest des Körpersaftes, schaffen verschiedene Menschenstockwerke und setzen so manches bis jetzt gegoltenes Naturgesetz zumindest für den Moment ausser Kraft. Traumhaft. Hinten kombinieren sich Olli & Timmey wiederum auf elektrobasis und wir gucken n büschen Mainz:Bayern. Am Kamin versteht sich.
Nach dem Konzert sammeln wir uns in der MerchKneipe. Hitzige Gespräche zwischen großen Männern vom Haus und jungen Mädchen. Der Mittelpunkt des Eigentlichen ist eine immer wieder hochgehaltene, offensichtlich abgerissenen Diskokugel. Ich höre immer wieder die eine sagen "Ich habe die Kugel noch nie gesehen!". Glaub der andere aber nicht, weil er hat nämlich sie gesehen, wie sie unter der Decke sich tragenlassend an eben dieser rumgehühnert hat. Es geht bestimmt 20min zu Sache, dann kümmere ich mich um unsere. Cds verkaufen, schnacken und alles.
In illustrer Runde wird noch im Backstage sich gegenseitig gut gefunden, dann müller ich irgendwann in den Bus. Mit leichtem, vom FleischWurstBrötchen ausgelöstem, Zahnschmerz. Ich klink mir noch ne 600er GuteNacht-Ibu und entschwinde nun diesem ganzen wilden Treiben.
Liebes Aachen, vielen Dank für eure Zuneigung, das war herrlich. Bis bald bestimmt mal wieder, gute Nacht.

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