Beatpol, Dresden

Geschrieben von Flozze

DAS PACK - 28.10.2009 in Dresden Und nun ist es schon soweit. Heute ist die letzte Show der ersten Tourhälfte. Ein konstant wehleidiges Gefühl macht sich breit. Manu wird sogar krank vor Trauer. Das halte ich nun auch wieder für übertrieben, aber bitte... In Wahrheit hat er sich vermutlich bei mir angesteckt, als wir unsere Siege im virtuellen Autorennen mit Anfassen und so gefeiert haben. Das halte ich zwar prinzipiell für ekelhaft und unangebracht, aber wenn man beim Videospiel nach stundenlangem Kampf einen weiteren Gegner ausgeschaltet hat, ist es echt ok, irgendwie... Nun also, vorerst zum letzten mal; 'Ohrbooten vs Das Pack'. Das Beatpol (oder sollte man sagen: DER Beatpol???) ist ein fantastisch aussehender Laden. Ein Altbau mit hohen Decken und mit Stuck am Dach und alles. Poster der, gefühlt, letzten hundert Jahre Beatpol-Konzertgeschichte, hängen an der Wand, und man spürt dem Gebäude sofort seinen Charme und seinen grundsätzlich guten Charakter ab. Irgendwer erzählt von 350 Tickets im Vorverkauf, und die Spannung steigt. Um 20.15 Uhr gehen wir auf die Bühne, und der Laden ist wirklich schon sehr, sehr gut gefüllt. Wie schön. Nach wenigen Sekunden ist klar, dass wir heute einen würdigen, vorläufigen Abschied erleben werden. Der gemeine Dresdener ist uns wohl gesonnen und mag unseren Humor. Nicht das mich das überrascht, verbindet uns doch mit dieser Stadt ein Band der Liebe, in Flussform, aber es ist doch immer wieder schön zu spüren das der Funken überspringt. Man muss aber auch sagen das wir es ihnen leicht machen heute. Wir sehen ziemlich gut aus und haben großen Spaß auf der Bühne, verziert mit immer wiederkehrenden Tanzeinlagen von uns, und das, man halte sich fest: OHNE MUSIK! Auf den Schlachtruf: 'Tanzen' fangen wir an durchchoreographierte Supermoves abzufeuern wie nichts gutes. Wir spielen sechs Songs plus eine Zugabe, Heavy Metal Kind. Wir verlassen die Bühne nur unter größtem Protest. Ich halte mich weinend und schreiend an meinem Schlagzeug fest, aber acht starke Männer ziehen und schleifen mich weg. Ihr Arschlöcher. Hinter der Bühne zerlege ich einen nach dem anderen mit hinterhältigen Schlägen, die man als Opfer erst sieht wenn es schon viel zu spät ist. Ruckzuck bin ich umgeben von einer riesigen Sauerei, auch Blutbad genannt. Andere Musiker, wie z.B. Pensen und die Ohrbooten kommen dazu und helfen mir, indem sie die am Boden liegenden Schweinemenschen noch mit Tritten und Spucken weiter demütigen. Wir sind eine eingeschworene, jederzeit zum Zuschlagen bereite Terror-Einsatzt-Force-Supertroup. Nach der (heute Abend besonders guten) Ohrbooten-Show nehmen wir uns alle an der Hand und schwören uns ewige Treue. Und reden uns ein, es wäre ja nicht so schlimm, denn wir sehen uns bald wieder, am 30.11. in Münster. Bis dahin alles gute, liebe Leser. Bleiben sie uns gewogen. Freundlichst, DAS PACK
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