Lagerhalle, Osnabrück

Geschrieben von Flozze

Das Pack live in der Lagerhalle/Osnabrück, 30.11.2010 (mit Panteon Rococo) Es geht wieder los. Und zwar doppelt und dreifach. Heute ist das erste der beiden letzten Shows mit Panteon Rococo, und mit direktem Übergang beginnt unsere Tour, der letzte Block dieses Jahres. Einmal noch die Pferde satteln und dann geht ein Jahr vorbei das es in sich hatte. Wir waren unglaublich viel unterwegs, haben fantastische Konzerte gespielt, beschissene Konzerte gespielt und einen großen Schritt nach vorne gemacht. Erste eigene Tour, nochmal Support für unsere allerfeinsten Ohrbooten, wir sind im Radio gelaufen (was immer ein absoluter Traum von mir war, seit frühester Kindheit), wir haben die ersten größeren Festivals gespielt, kurz: wir sind ein bisschen erwachsen geworden. Und jetzt geht es nochmal los, und zwar so richtig. Ich treffe Pensen und Claudio die den Bus geholt haben am Proberaum. Als Überraschungsgast habe ich noch den Onkel dabei und die Freude ist bei allen groß. Dann wird schnell geladen und ab. Als wir in Osnabrück ankommen freuen wir uns schon sehr auf unsere vielen, kleinen Mexikaner. Ein toller Haufen. Es ist komisch wie so Freundschaften auf Tour entstehen, vor allem mit dieser immensen Sprachbarriere. Es ist ein bisschen wie im Kindergarten. Man kann sich nicht richtig artikulieren, und versucht sich seine gegenseitige Sympathie mit Händen und Füssen zu vermitteln. Das dauert natürlich ein bisschen länger, ist aber mindestens genau so ehrlich und wahrhaftig. Und man entwickelt einen noch viel stumpferes Vokabular an gemeinsamer Fäkal- und Vulgärsprache. Das mögen Jungs ja sowieso, und Musiker besonders. Wir fallen uns also in die Arme und rufen 'Kakita' und 'Kakota'. Das bedeutet 'kleine Scheisse' und 'große Scheisse'. Wunderschön. Im Catering gibt es Hähnchengeschnetzeltes in Rahmsoße mit Reis, für mich das meistgegessene Essen des Jahres. Mit 'Hühnerfleisch mit grünem/rotem Curry und Kokosnuss-Milch'. Ich kann es beides nicht mehr sehen. Für lange Zeit. Wir haben erstmal ein bisschen Zeit und vertreiben sie damit Anatol zu ärgern. Neben anpupsen und anrülpsen macht es auch noch großen Spaß ihm seinen Stand zu verwüsten. Am besten wenn er grade fertig ist und sich alles schön eingerichtet hat. Pensen hat außerdem große Freude daran ihm seine Koffer, in denen er CDs und Schallplatten aufbewahrt, zuzukleben. Dick mit Panzerband, mehrmals rumgewickelt. Außerdem versuche ich ihm (Anatol) Sachen in den Pöter zu stecken. Und zwar durch die Hose durch. Zum Beispiel meinen Finger. Er beweist aber funktionierenden Schließmuskel und ordentliche Kraft in der Gesäßmuskulatur und verschliesst seinen After mit Körperkraft und eisernem Willen. Guter Junge. Als wir auf die Bühne gehen ist es zunächst noch spärlich besucht, aber im Laufe unseres Konzertes wird es immer voller. Pensen ist heute in Galaform. Wir amüsieren uns. Außerdem stellen wir fest dass wir beide länger keinen Rock gemacht haben, es uns aber trotzdem große Freude macht und wir vor allem sehr gut sind. Schönes Gefühl. Und dann, beim dritten Lied, Heavy Metal Kind, steht ER auf einmal in der ersten Reihe und strahlt uns an. Der schönste Mazedonier der Welt. Mister Skopje. DRAGAM! Ich zerfliesse vor Liebe. Er hat seinen freien Tag genutzt um uns zu besuchen. Leider ist er wegen anderer, schwer geheimer Arbeiten im Dezember nicht bei uns, aber ihn jetzt für einen Moment zu sehen, entschädigt für alles. Nach dem Konzert nehmen wir uns alle und viel in den Arm und es ist ein bisschen wie wenn man seine Mutter zum ersten mal wieder sieht, nach Jahren im Krieg, oder so. Naja, der ist ja jetzt vorbei. Dann gucken wir uns noch Panteon Rococo an, und ich komme langsam total in`s Samba-Fieber. Oder wie das auch immer heisst, dieser Stil. Dann noch ne Weile Anatol anblähen, und zack, nach Hause. Schüss.
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