Open Flair, Eschwege

Geschrieben von Pensen

Heute geht's zum Open Flair. Das ist jedes Jahr was ganz besonderes, denn viele wunderbare Dinge sind hier schon passiert und sollen natürlich auch weiterhin noch passieren. So zum Beispiel letzten Winter, als das 'E-Werk' besucht wurde. Da haben Timmey & ich uns bei einem feierlichen Prickelgetränk das 'DAS PACK-Ja-Wort' im nächtlich leicht verschneiten, aber eben so geschichtsträchtigen Baumkreis gegeben. Herjeh war das romantisch. Jetzt sind wir zum ersten mal auf dem Weg zur sogenannten Seebühne, weil sie an einem solchen, unweit von Hauptgelände, platziert ist. Auch neu ist, dass schon am heutigen Mittwoch, meinen Informationen nach, zum ersten mal Musikprogramm auf dem Flair-Zettel steht. Wir sind gespannt ob sich überhaupt schon eine Hand voll Menschen zum Zelten eingefunden haben, zu mal Mittwoch auf die Mitte der Woche schließen lässt. Und ich habe da einige Bekannte, die zu solch einer Zeit arbeiten müssen. Die Spannung steigt. Dragan fährt uns sicher wie gewohnt durch die Gegend und mit einem mal stehen wir vor den Toren des Backstagebereichs, die uns freundlich geöffnet werden. Emsige Helferlein umsorgen uns schon wieder mit allem was das Herz begehrt. Es ist einfach die Hölle. Wunderschön. Eine Art Zelt-Mini-Stadt ist errichtet mit jeweils guter Sicht auf den überdachten, im Mittepunkt liegenden 'Marktplatz'. Es wird auf den Verandas gelungert und ein Kaltgetränk gelullert, nach dem wir die erlösende Nachricht bekamen, den Bus hier übernachten lassen zu können. Hoch erfreut besuchen wir unsere Kollegen von den 'Wohnraumhelden', die auf ihrer Ape direkt am See hochüberzeugendes 'Große-Bühne-Pause'-Programm' schmettern. Die Regenwahrscheinlichkeit ab 18h beträgt 70% mit Blitzen aufm Handy als Zeichen für totale Scheisse. Jetzt ist es 17:30h, noch trocken, und es zieht eine fürchterliche Gewitterfront in Gestalt von widerlichen Wolkentürmen auf. Schiete. Und wir sind erst um 21:30h dran, wenn bereits alle schon seit Stunden knietief im Wasser stehen. Man will gar nicht dran denken. Tun wir auch nicht und finden alles höchst unkritisch was die Wetterlage angeht, denn trocken bleibt´s ja eh. Das ist klar. Wir dödeln noch mal in unser Zelt zurück um geile Sachen zu besprechen oder auch gar nix, wegen Konzentration. Da plötzlich huscht ein netter Mann von der Flair Crew hinein und berichtet, dass ein Corsa, voll mit Instrumenten am Eingang steht, und ob die jetzt bei uns reinkönnten. Wir sind begeistert von diesen Neuigkeiten und lachen uns kaputt. Wat fürn Torso? Völlich klar, nehmen wir. Er zischt wieder los und macht was und kurze Zeit später erweisen uns die Herren von 'PanneBierhorst' die Ehre. Ist das schön. Rüdi und Sven werden nämlich nachher um 1h noch ein Konzert auf dem Campingplatz geben, die heissen Hunde. Es wird geschnackt und ausgeladen, getrunken und aufgebaut und wie von uns vorhergesagt bleibt es tatsächlich trocken. Unwahrscheinlich. Sogar die Sonne zeigt sich untergänglich von ihrer besten Seite. Um neun gehen wir für den Soundcheck auf die Bühne und es ist wirklich alles voller Leute. Menschen wie du und ich. Nur viel viel mehr. Zauberhans! Herrgott. Hu. Jetzt n kleinen Schnatz und denn aber bitte. Die untiefen der Bühne sind so weit verstrickt, dass Dragan die erste Hälfte der ersten Hälfte seines Intros verpasst, aber im zweiten Drittel schon wieder alles dermaßen performant rausgeholt hat, dass das Dritte und letzte Drittel flutscht wie Finger. Und dann geht´s los. Ernsthaft beeindruckend. Unser Blick streift über ein Menschenmeer im Sonnenuntergang, dass direkt vor einem See, der durch Berge im Hintergrund beschützt wird, feiert und aus voller Kehle Lieder tanzt und Pogo singt. Ich möchte dieses Szenario ein mal mit 'traumhaft' beschreiben. Als dann am Ende bei 'Fass mir an die Füße' die Stelle mit 'Alle Hände hoch' kommt, ist alles aus. Beseelt latschen wir von der Bühne und werfen uns senil-lächelnd vielsagende Blicke zu. Den kannten wir auch noch nicht. Hu. Als langsam alles sicher im Bus verstaut ist und der Feierabend einkehrt, sickert allmählich die Realität ins Haus zurück und es wird in entsprechender Runde mit Urs, Rüdi, Timmey, Sven, Fabi, Achim und natürlich Haartoll aber so was von angestoßen, dass es über den ganzen Zeltplatz schallert. Zu genau diesem brechen dann Sven und Rüdi auf, nicht ohne noch einmal unsere gemeinsame Vorfreude auf morgen auszudrücken, denn dann kommen auch noch die Monsters dazu und Montreal und die Ohrbooten undundund...Gottogottogott. Irgendwann werden wir zum 20km entfernten Schlafplatz geshuttelt (!) und sind das letzte mal in tiefem Dank beeindruckt. In diesem Sinne liebes Flair, wieder ein mal den Vogel abgeschossen! Verbeugung, bis gleich und gute Nacht.
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