Rockspektakel, Hamburg

Geschrieben von Pensen

Danke Hamburg! Es war wunderbar..

Hu. Muss ich sagen: Ich bin noch leicht geschwächt. Das feucht fröhliche Gestern sitzt mir noch gehörig im Nacken, aber empfinde es als beruhigend, dass es den anderen auch nicht anders zu gehen scheint. Dennis Genial und Schali haben bereits den Bus vom Festivalgelände geholt und der Abfahrt steht nix mehr im Wege. Ausser vielleicht, dass sich jeder des Reisegrüppchens für mindestens 20min ständig ne neue Zigarette ansteckt. "Lass ma los, oh näch" (Ich), "Grade angesteckt" (Irgendeiner). So bekomm ich dafür n büschn frische Luft, die sich in Rekonstruktion meines Gehirnes wieder spiegelt. Ich glaube es haben sogar gestern zwei bei unserem Konzert geheiratet bzw. sich das Ja-Wort gegeben. Her jeh, wir sind ne Fernsehtalkshow, mit Musik.
Nicht mal eine Zigarette kann man in Ruhe rauchen, denn wir wollen zügig los. Die wunderbare Heimatstadt Hamburg ruft, genauer gesagt das "Rockspektakel" auf dem Rathausmarkt. Schon des öfteren ist es uns vergönnt gewesen, diese Bühne zu betreten, aber noch nie an einem Samstag Abend beim Dunkelwerden. Und dann gibt`s auch noch zwei Geburtstagskinder heute: Um Zwölf ist Dennis Genial dran, wird schätzungsweise Anfang Dreißig, und dann natürlich das Rockspektakel, welches wiederum 25 wird. Los geht das..
Timmey und ich sinnieren auf der Rückbank über gestern und quengeln, dass sich die Balken biegen, warum nicht eeendlich bei einem Schweinefraß-Fastfoodladen gehalten wird. Und siehe da, schon bald ist das Fahrerherz erweicht und es gibt Hack satt. Puh, jetzt auch noch mit vollem Magen verkatert. Hu. Schlinn aber schöm. Und einige Momente später, gegen 17h, rollen wir ein, ins Tor der Welt. Timmey kennt die Köhlbrandbrücke nicht, wofür ich ihn zusammenschlage. Direkt aber wieder verpflastere, weil er ja nachher noch Höchstformdrummings abliefern will. Er heilt schnell und sieht aus wie neu, als unser Dampfer zu den Füßen des Rathausmarktes anlegt. Ein unwahrscheinliches Familientreffen: Gleich spielen "Urban Majik Johnson", dann wir und als Sahnekrone "Le Fly". Also mehr geht ja nu wirklich nicht. Herbergsvater des Ganzen ist Eberhard kombiniert mit Krzinga und am Ende natürlich noch Moderationsgott Rakete. Was für zauberhafte Menschen. Ein riesenhaftes "Hallo" und in die Arme gefalle und dann das sofortige Festellen, dass die Idee es genau so zu planen und zu tun, herausragend gut war. Denn natürlich sind nicht nur die Bands da, die heute spielen, sondern auch illustre Gäste wie der Flotte Totte oder auch Guenie aka Günther Krass, dessen Buch "Phönix aus dem Viertel - Vol 1" ich dir wärmstes ans Herz legen möchte. Überlegendes Material.
Backstage? Die Märchenstadt ist angerichtet. Oder Trailerparksiedlung oder was. In einem Halbkreis zueinander stehen die drei Wohnwagen mit ihren jeweiligen Bandnamensschildern. Man könnte auch drei Wochen bleiben, denke ich. Da wir alle schon in wilden Bandkombinationen unterwegs waren, ist das Gefühl der eintägigen Klassenreise in der eigenen Stadt ein ganz eigenes.
Die "Urbans", heute mit Onkelchen an der Hütte, legen um 18:30h los und es ist mal wieder eine Wonne. Fernab der Lieder und dem allgemeinen Geballer, halte ich die Moderation von JD heute für besonders sympathisch. Auch das noch, was kommt als nächstes... Ich? Fan. Trotzdem kann ich leider nicht alles angucken, weil wir ja bekanntlich gleich selber dran sind. Hinter der Bühne wir schon fleißig aufgebaut, denn Dennis Genial hat heute nur den Job betrunken das Intro zu performen und um Mitternacht Glückwünsche entgegen zu nehmen. Er kommt natürlich trotzdem schon ne halbe stunde früher vorbei, bastelt emsig mit und macht seinem Nachnamen alle Ehre.
Als wir auf die Bühne gehen ist der Platz voll und die Temperaturen immer noch bemerkenswert sommerlich. Nach einer kurzen Begrüßung greife ich zur Klampfe und sehe, dass mein Stressbrett (FußEffektPedalBrett am Fußboden zum Umschalten der Klänge) eben jenen Stress macht. Kein Strom. Auch ganz geil. Guter Zeitpunkt vor allem. Merkwürdig: Ein Gerät auf dem sonst erdunkelten Brett leuchtet rot. Also die Diode. Dementsprechend noch unklarer, warum nicht alles nicht geht. Hi Leute. Ein wüstes Geruckel und Gestecke folgt, und dann war am Ende doch nur irgendwo ne Sicherung von einer Steckdose weggeflogen oder so. Wie auch immer, durch behändes Tüdeln der Bühnen Crew strahlt nun mein gesamter Tretbereich in einem bunten Signalfeuer der Bereitschaft. Konzert kann kommen. Aber wie. Zeitlose 70min ziehen ins Land, die die wunderbaren HamburgerInnen mit uns zu zelebrieren wissen. Am Ende sogar ein Hauch von Westernhagen, als der Platz zu unserem Herzensbrecher "Fass mir an die Füße" sein Feuerzeug erhebt. Tausend Dank Hamburg. Knaller.
Beseelt eiern wir von der Bühne und finden alles gut. Die Fleischboys machen sich bereits bereit und werfen sich in ihre Abendgarderobe. Während wir am Merch schnacken walzt auch schon bald die St Pauli-Tanzmusikwand übers Rathaus. Spätestens jetzt herrscht höchster Ausflippfaktor und auch im Backstage grinst jeder jeden an. Gottogott, wie schirm. Krzinga, der gestern wohl noch länger die Jungs von "Jaya the Cat " betreut hat, kommt schon leicht auf "T-Rex "( Arme leicht nach oben gewinkelt, als hätte man auf Brusthöhe ne Tastatur zu bearbeiten. Dann nur angedeutet, grüßende oder abfällige-abfeiernde Gesten machen.) Um dann sich doch am Ende nur kichernd in die Arme zu fallen. Herrlich.
Der eigentlich Superheld, wahre Helden sind ja bekannt dafür im Hintergrund zu agieren, ist heute CL-Stabilitäzio, der gleich alle drei Bands mischt. Und jetzt kommt´s: Er ist heute auch noch der einzige der nüchtern bleibt, wegen Fahrerei. Och schön Schali!
Dennis ist so ausgelassen gelaunt, dass er gegen 23:30 mit befreundeten Menschen ins "Skorbut" fährt. Ein Gruppenanruf ne gute Halbe Stunde Später entschädigt für die physische Trennung. "Alles wunderbar, wir sehen uns ja eh morgen". Ach ja, morgen. Es geht ja direkt weiter: "Der Fall Böse", "Liedfett" und die "Monsters of Liedermaching". Schon bereits gut gelaunt Vorfreude zu spüren ist ein erhabenes Gefühl. Danke für den. Irgendwann entfernt sich dann die "DAS PACK"-Reisegruppe müde und glücklich von dem Szenario, ab via Proberaum Richtung Bettnähe. War das mal wieder alles ein Geschenk, ich freu mich auf morgen. Noch mal vielen Dank an die Logo-Crew und an Hamburg im Ganzen. Ihr wisst eh wer ihr seid. Gute Nacht oohnd Dschütz.

Zurück zur Übersicht

Podcast


Fotos