Summermeeting, Marl

Geschrieben von Pensen

Heute fahren wir in Didis Heimat. Wie es da wohl aussieht? Bestimmt so gut wie er. Leider kann er aber nicht mit seiner Anwesenheit glänzen, denn er ist mit seiner Band, der formidablen Sondaschule, auf Tour. Vermutlich mit dem Roller und die Jungs hinten drauf. Didi ist nämlich seines Zeichen einer der besten Rollerfahrer Europas, wenn nicht sogar noch besser. Als wir bei hochsommerlichen Temperaturen langsam in sein Gebiet vordringen merken wir auch schnell, dass dies eine Art Zweirad-Paradies ist. Straßen, Wege und auch eine kleine Bank, wo man mal Pause machen kann. Also hiermit Grüße an den ganzen Sondahaufen, innerlich fahrt ihr mit bei uns. 

Nachdem wir 67 Staus in brütender Hitze hinter uns gelassen haben kühlt es auf einmal ab und wir fahren einer Gewitterfront entgegen. Ganz gay. Kurz vor Marl werden die Straßen nass, obwohl es gar nicht regnet. Vermutlich hat es schon vorher geregnet stellen wir studentisch fest. Schade natürlich, weil dadurch die grüne Sitz- & Tanzfläche (Rasen) feucht und für den trockenen Arsch unbrauchbar ist. Das Summermeeting ist ein muckeliger Ort und alle sind nett zu uns. Es gibt zwei Bühnen: Eine, die man sieht und wohl noch eine. Als die Band auf der Erkennbaren aufhört, rumpelt es aus einer Ecke der Wiese Musik. Hä? Wie? Wo? Und tatsächlich: Wie zu den Beatles ihren besten Zeit gibt es ein dachfreies Podest auf dem Metal geballert wird. Wunderschön. Lange nicht gesehen sowas. Wir heissen "Avalon" gut und erkunden weiter das Gelände. Vermutlich ist auch hier Didi schon x-mal durchgebrettert.

Es bleibt gar nicht mehr so viel Zeit bis zu unserem Auftritt (wir sind tatsächlich heute Headliner) und setzten uns aus Aufwärmgründen an den Backstagetresen. Dort werkelt eine Dame, die best-gelaunte Mischen ausschenkt. Ich mutmaße, dass sie selber Nichtalkoholikerin ist, weil doch nicht besonders viel Kohlensäure im Cola Whiskey überbleibt. Und das bei frischer Cola. Hu. Aber man trinkt ja auch bekanntlich nicht des Geschmackes wegen.

Nach Aufbau und Linecheck kommt mir Dennis Genial schon in voller Intromontur entgegen. Es darf getanzt werden. Schali dreht schön auf das Ding und wir fliegen fröhlich durch den Subbass weggeblasen im Bereich hinter der Bühne hin und her. Der Sprechtext handelt von PickelTimo und Präsidentenkörperchen und endet mit einer Kernschmelze auf Menschenbasis. Gaal. Die Stimmung ist ausgelassen und als wir das sensible aber nicht minder intelligente Lied "Schwach sein" anmoderieren, gerät das kulturelle Gleichgewicht ins schwanken. In der ersten Reihe steht ein Mann der so laut er kann und mit vollendeter Überzeugung den Städtenamen "Kopenhagen" brüllt. Mit himmelwärts geöffneten Armen und Leuchten im Blick. Unwahrscheinlich. Darauf folgt die ca 25 minütige "Kopenhagen"-Session, die mit Hilfe des geschriebenem Wortes nicht zu beschreiben ist. Auf jeden Fall sehr kurzweilig und erheiternd. Schon bald kennen alle den Text (Kopenhagen) und lassen es fließen. Unbemerkt ist die Uhr jedoch nicht stehen geblieben und zack ist es 23h und wir müssen aufhören. Dabei hatten wir noch so schöne Lieder. Egal, die freundlichen Veranstalter gestatten uns noch einen Song zu spielen und so bleibt noch Zeit Slayer zu huldigen. 

Am Merchstand, ich komme fünf Minuten nach Timmey, weil ich noch zwei von den Zauberbrausen hole, schauen mich doch einige Leute etwas sorgenvoll an. Es sei meine Gesichtsfarbe kombiniert mit meiner Gangart. Und da merke ich auch selber, dass es ja auch die Superschorle auf der Bühne gegeben hat. Hu. Auf süß. Zum Glück werde ich noch später auf das heitere Trichter-Spiel eingeladen, so dass am Ende des Tages meine Laune ernsthaft gut ist. Gottogott. Irgendwer ruft von irgendwoher zwei Taxen, die wir irgendwann besteigen und irgendwo hinfahren. Es funktioniert tatsächlich und ich bekomme einen Schlüssel in die Hand gedrückt mit der Zahl "Nummer 6" drauf. Ich gehe in das Haus, was direkt vor mit steht, bis ich an einer Tür mit der "Nummer 6" vorbeikomme. Mein indianerhafter Charakter sagt mir, dass das bestimmt das Zimmer zu meinem Schlüssel ist. Und es ist. Zweidrei Minuten später hab ich das Aufschliessen zügig abgeschlossen und nähere mich dem wohl verdienten Ende des Tages. Morgen spielen an unserer heutigen Position die Superfriends von Montreal. Zu gerne hätte ich mit ihnen gemeinsam getrichtert aber wir sehen uns ja schon bald wieder und das ist das Gute.

Also liebe Leute, hiermit gilt es an alle beteiligten Dank auszusprechen, auf das ich nicht aus dem Karussel plumpse. Ooohhnnd dschütz.

Zurück zur Übersicht

Podcast


Fotos