Johannisnacht, Mainz

Geschrieben von Pensen

Ach ja, Live-Spielen. Da war doch was. Musikband und so... Seit geraumer Zeit sind wir am "Kopenhagen" fertig basteln. Und noch mitten drin. Deswegen ist diese heutige Bühneninsel mental erstmal noch zu erkunden. 

Es ist früh am morgen und Herr Dennis Genial holt mich von zu hause ab. Seine Frau hat Stullen geschmiert, ich bin für den Kaffe zuständig. So hutzeln wir via Proberaum fröhlich auf die Autobahn. Gutes Wetter und freie Strassen, so soll es doch sein. Für ungefähr zwei Minuten bleibt das auch so. Das liegt aber nicht am anhaltenden Sonnenschein sondern am Verkehr dieses Landes. Ca 6000km neue Baustellen erwarten uns mit offenen Kackärschen. Hölle. Allein bis Rühden, Einsammelplatz der Rest-Crew, brauchen wir fünf Stunden. Normalerweise ein gefühltes Halbes. Aber bitte. So ist das mit diesem Rock. Ein Glück hält die eingangs erwähnte dreifache Salami Stulle uns am Leben. 

Heute mischt uns O-Lee, seines Zeichens Bassist von "Die Schröders" und sowieso ein absoluter Alleskönner. Timmey, schon wieder 30 Kilo leichter, überreicht mir Geschenke. So ist richtig. Neben einem Gutschein für einen 4 wöchigen Trip in die Karibik, zwei Sportpferde, 60% eines Golfplatzes bei Katar und einem Apfel sind noch zwei wunderschöne T-Shirts dabei, die seltene Tiere abbilden. Gerührt umarmen wir uns ob so viel nächsten Liebe und Freundschaft und fangen durch anhaltende Autos/Langeweile das Biertrinken an. Zum ersten mal kommt meine eingebautes Kühltäschchen in meinem (auch neuen) Spezialrucksack zum tragen. Herje wie Gott.

Knapp aber noch pünktlich gestaltet sich die Ankunft und es wird ein herzlicher Empfang. Da wir mit den Monsters schon bestimmt zwei mal da waren, kennt und freut man sich. Nervtötend ist nur mein Tretbrett, dass heute schlecht gelaunte Brumm-und Schrottgeräsche von sich gibt. Wenn überhaupt. Das zieht nach sich, dass wir etwas später anfangen, aber nicht minder energetisch. Wir erblicken sogar einige Menschen in Das Pack-Shirts, was natürlich unsere Herzen aufgehen lässt. Man versteht sich gut, unterhält sich über die bisherige WM, macht Mucke und "Hula Hoop" wird in Gedichte-Erzähl-Manier vorgetragen. Herrlich isses und die angestrengte Technik-Stimmung von eben ist schnell verflogen.

Nach dem Konzert versammeln wir uns noch bei Sabby am Merch und schnacken noch ein büschn, packen dann aber zügig ein, weil wir tatsächlich zugesagt bekommen, dass der Grillgott unseres Hotels sehnsüchtig auf uns wartet, um seine besten Stücke an uns zu verfüttern. Und so machen wir uns auf den Steak-Weg, der angeführt vom Veranstalter Rüdiger, mit kulturellen Insider-Infos umrandet wird. Soso, der Stellvertreter des Papstes hat also ne Wohnung in Mainz. Mit Türmen drauf. 

Unter Weinreben bekommen wir ernsthaft leckeres Superfleisch serviert. Da es doch schon Mitternacht ist, instruiert die Hoteldame uns noch mit den wichtigsten Pflichten, die eben der letzte eines Hotels zu erledigen hat. Unter anderem sind wir fürs Zusammenketten der Gartenmöbel zuständig. Als hätten wir nie was anderes gemacht erfüllen wir alle Aufgaben und können dann in unseren verdienten Feierabend grätschen. Denn jetzt spielt Portugal. Aber ich kann mir kaum vorstellen, dass irgendeiner von uns das wirklich ohne ab zu schenken durchhält. Also ich will wirklich, schaff es aber auch nicht. Macht nix, Schlaf macht klug. 

Mit diesen weisen Worten möchten wir noch mal Danke sagen liebes Mainz, gerne wieder. Vielleicht sehen wir uns ja im November in Frankfurt. Jetzt erstmal morgen nach Düsseldorf und die neue Platte Mastern. Aber dann bitte auch bald wieder dieses Live-Spielen. Gute Nacht ooohnd Dschütz.

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