Rock in Caputh, Caputh

Geschrieben von Pensen

Hamburg, 12:34h Ortszeit. In dieser Uhrzeit ist Musik drin. Am liebsten sommerlich und draußen, denn der Winter war lang und die Weile war kurz. Eigentlich sind wir mitten in der Plattenproduktion, unterbrechen aber diese gerne, um die Open Air-Saison einzuleiten. Rock in Caputh, wir haben Bock,
Ich treffe auf zwei bestgelaunte Südländer, die mich im Transporter platztechnisch in die Mitte, besser gesagt in die Mangel nehmen. Via Proberaum und Jet-Tanke-Brezel machen wir uns Richtung Potsdam auf. Die Laune der Beiden ist so gut, dass zur Feier des Tages mal ich angestrengt bin, vom ganzen Scheiße-Gesabbel. Interessante Perspektive. Aber schon bald halte ich gegen und die Verhältnisse ruckeln sich zurecht. Höhepunkt der Autofahrt ist das Nummernschild eines unscheinbaren Kleinwagens: KI TT 2. Völlig geil. Dürfen wir dann "3" sein? Wir reden von nun an instinktiv in unsere üppigen Armbanduhren und versuchen krampfhaft Devan oder zumindest Bonnie zu erreichen. Als sich endlich ein 30-Tonner vor uns setzt, die Laderampe runterlässt und wir bei voller Fahrt ins mobile Hauptquatier einparken, können wir uns auch ein halbes Stündchen Mittagsschlaf gönnen.
Als wir aufwachen sind wir bereits im Backstagebereich und Timmey & Sabby nehmen uns in Empfang. Sowieso ist alles hier sehr nett. Die Leute, das Wetter und die Voraussetzungen. Apropos Wetter: Auf der Hinfahrt hat es eigentlich komplett durch gewittert, hier scheint die Sonne. Was so n kleiner Mittagsschlaf alles herbeizaubern kann.
Vor uns speilen "Ernstgemeint" und "Luis Laserpower" als auf einmal die Hölle losbricht. Und zwar in Form von orkanartigen Wind & Regen-Explosionen. Um irgendwie zu überleben hängen wir uns alle ans innerliche Dach-Gestänge der Bierzelte. Es herrscht ernsthaft die akute Gefahr, dass hier alles abhebt was nicht abheben soll. Die Wetterlage entpuppt sich aber als komplette Verarsche, denn 10 min später scheint schon wieder die Sonne als wäre nix gewesen. Witzig Petrus.
Vorrausschauend haben wir schon alles aufgebaut, so dass der "Changeover" hochprofessionell von Statten geht. Hardy hat Regen befürchtend mein Tret-Brett komplett mit Knall-Folie eingewickelt, damit das Auge trocken bleibt. Der wunderbare neben Effekt ist, dass bei jedem Zerrer An/Aus-schalten es lustig knallen tut, nur sehen wohin ich trete ist ausgeschlossen. Aber Freude macht's. Auf das das Wetter hält.
Auch die fröhlich Besucher haben den Regen überstanden und wir verbringen eine wunderbare Stunde zusammen. Von "Game of Thrones"-Chören über Schlagzeug-Soli (Ich), und Spanisch-Kurs von Haartool ist alles dabei. Stabile Trockenheit von oben lässt uns dankbar zur Musik bewegen. Glück gehabt.
Da Holzfräulein noch nach Hamburg muss, laden wir zügig ein und wünschen gute Fahrt. Der Rest von uns sitz noch plaudernd über TV-Serien mit den Laserpowers zusammen und freut sich über Auftritte von "Alex Mofa Gang" und "The Toten Crackhuren im Kofferraum". Ein höchst gelungener Abend findet ein Ende im schicken Superhotel am See, den man wegen anhaltender Dunkelheit nicht sehen kann. Aber macht nix. Vielen Dank liebes Caputh, herrlich war's, gute Nacht  & auf bald.

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