Asta Uni Festival, Mainz

Geschrieben von Pensen

Zur Feier des Tages starten wir heute mal in Goslar, denn wir haben die letzten Tage geprobt. Herje wie qualitativ.Die allgemine Hochwertigkeit ist nun mehr kaum noch aufzuhalten. Reste des realen Thunfischsalats werde noch gierig weg gesnackt und dann kommen auch schon Sabby, Marv & Olli dazu, die dem DAS PACK mit ihren Kompetenzen den Rücken stärken.
Das angenehm sommerliche Wetter lässt die Laune hochleben und im Bus wird fruchtig gedampft was das Zeug hält, Olli hat sich sogar "MezzoMix" gemixt. Einige angetäuschte Vollsperrungen später erreichen wir Mainz und dessen Uni-Groß-Gelände. Wir fahren bis zu zwei uniformierten Uni-Pförtnern und deren Schranke vor, Olli beugt sich bunt tätowiert und mit Zigarillo im Mundwinkel aus'm Fenster und ruft ihnen freundlich das vermeindliche Codewort "Rambazamba" entgegen. Ich, selbst mindestens als HalbRealist bekannt, war nicht ganz zweifelsfrei, ob dieser Plan funktioniert. Aber siehe da, stichwörtlich wird die Schranke geöffnet und wir müssen nur noch das Labyrind artige Areal durchqueren, ein paar Bungee-Türme beiseite schieben, und stehen dann vor Korni, dem lächelnden Bühnenmann. Eine üppige, sonnendurchflutete Hippiewiese liegt vor uns, gut wird das nachher.
Im Entenmarsch geht's dann zum kilometerweit entfernten Chili sin Carne-Bereich, und ich bemerke nicht ganz ohne Freude, dass wir auf den Plakaten in oberster Reihe stehen. Herrgott wie angesagt, dieser Kacke-Rock.
Marv ist heute Intro-Henry und auch gleichzeitig die Bühnenaufhängung, weil es keine gibt, an der wir unseren Banner aufhängen können. Aber er ist groß und stark und kann so Sachen. Timmey hat heute ausschließlich neue, geile Dinge dabei. Punkt eins ist sein neues Drumset, Punkt Zwei ist das von Olli geliehende "In-Ear-System". Das bedeutet er bekommt die ganze schöne musik die wir spielen direkt auf seine Ohrstöpsel gesendet. Wo soll das alles nur hinführen, se sky is se limit.
Sabby steht mit ihrem schicken Stand direkt am FoH-Mischer, bester Platz für beste Musi. Und schwupps ist es auch schon 21:15h und der Bumms beginnt.
Ganz schön groß und ganz schön voll der Platz, Mainz, Respekt.  Auch das angenehm viele Hauptschüler, die sich auf Handzeichen-Nachfrage zu erkennen geben, finde ich sympathisch beachtlich. Ging ich noch von einem elitären AkademikerKonzert aus, sehen wir uns nun mit Menschen aus allen Schichten des Lebens konfrontiert. Selbst das "Schlittschuh-Lied" nach "Fass mir an die Füße" wird noch eingefordert, was uns natürlich gut gefällt.
Nach dem Konzert ist auch endlich die Backstage-Bierversorgung angelaufen, man kommt mit Bier angelaufen. Am Merchstand begutachten wir noch ein schickes "Heavy Metal Kind"-Tattoo, der ganze halbe Rücken ist voll. Nicht schlecht Herr Specht. Ein gemeinsames Foto lassen wir uns nicht nehmen.
Nach "Egotronic" glucken wir uns auf der Bühne zum Aftersuff zusammen, und es gibt tatsächlich für Anti-Whiskey-Marv den in "Unheftig" besungenen "Käptn Morgan", schmeckt vermutlich bis übermorgen. Als dann irgendwann nu wirklich nix mehr da ist, zieht es uns alte TanzMäuse in den letzten Partykeller der Stadt. Aufgetakeltes Jungvolk im Fieber der Nacht suhlt sich bei 1000Grad zum Takt.
Der Vorreiter des Oben-Ohne-Tanzkults ist Olli, den wir mit Nachahmung huldigen. Die Stimmung ist nicht mehr aufzuhalten und Timmey wippt irgendwann nur noch in Unterbuxe und Backstage-Pass um den Hals vor mir. Herje, und dazu noch leckerstes Getränk mit Eis. Klasse.
Um tausend Uhr zwanzig hol ich meine Rucksäcke und folge den schwammigen Beschreibungen der netten Restmenschen um mich rum. "Eigentlich nur den Berg runter, da ist das Intercity. Einfach immer deinem Rucksack nach". ( Ich habe mehrere, deshalb bin iach auch vorne rum beschnallt, und seh aus wie ne Riesenameise).
Keine Ahnung wie, aber es klappt tatsächlich und die rote Leuchtschrift prangt auf einmal vor mir. Zu hause, geschafft. Mein Herr wie eigenständig. Vor der Tür wird noch geraucht, und man trifft immer wieder Menschen mit denen man den Sonnenaufgang feiert, der heute aber auch nu besonders rosa daher kommt. Wun der schirm.
Um tausend Uhr fünfundvierzig ziehe ich mich dann doch allmählich zurück, mal will ja schließlich morgen top fit sein.
Mainz, wie unerwartet besonders gut dieser Abend war. Kann man bringen. Auf bald, guten Morgen & gute Nacht. Aber gestern war auch nicht schlecht.

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