Komm na Huus Festival, Straelen

Geschrieben von Pensen

Strealen, wir kommen! Kaum ein Mensch war je da, wir schon mal überhaupt nicht, aber das gilt es heute mit Anlauf zu ändern. Ich mache mich mutterseelenallein auf den Weg zum Hamburger Hauptbahnhof, meier mich in die Bahn und sehne mich Kassel entgegen. Schon auf den Elbrücken scheint alles vorbei, Lebewesen im Gleis, keiner weiß ob "Die unwirkliche Reise an die holländische Grenze" jemals in die Realität umgesetzt werden kann. Aber dafür ist der Ort der Verwesung hübsch gewählt, direkt überm Elbwasser, dem Blick gefällt, was er da sieht.
Nachdem alle Störenfriede beiseite geräumt, erschossen oder eingefangen sind, geht's dann doch tatsächlich noch weiter und der Rest der Fahrt unterhalte ich mich auf schwedisch mit dänischer Remoulade.
Timmey, Marv und Sabby warten schon inklusive Bus am Kassler Bahnhof, jetzt heißt es nur noch Olli irgendwo zu treffen, der wiederum aus strategischen Gründen vorerst im eigenen Vehikel anreist, aber nur die hälfte der Strecke. Alles mordmäßig ausgeklügelt, ein Glück muss ich es nicht auswendig aufsagen. Dafür klappt es reibungslos, und wir lassen seinen kleinen roten Sportflitzer zwischen 30 Tonnern auf einem Rastenparkplatz zurück, nicht ganz ohne beschützerinstinktive Sorge, weil es doch so lütt ist.
Es ist die letzte Ausfahrt vor der Grenze, durch ein Industriegebiet hin zu einem zauberhaft-grünem Fleckchen Erde. Es wird übrigens Strählen ausgesprochen und nicht Stra-älen. Warum weiss auch keiner, aber wir wollen nicht anecken und geben uns alle Mühe. Die Festival -Veranstalter und Helfer sind sehr nett, wir naschen Frikadellen und spielen Schnur-Stangen-Werf-Golf. Aber nur kurz, weil ich entnervt ob meiner minderen Qualität in dieser Sportart die Lust verliere. Aber Cola-Korn gibt's. Bzw es gibt nur Bier, weil Jugendclub, deshalb keinen Schnaps, nur Korn. Mit Ahoibrause. Wir sind noch zögerlich, soll sich ändern.
Es herrscht eine sehr angenehme Atmosphäre, wir schnacken mit Melanie, und dann geht's schon langsam an den Aufbau unserer Habseeligkeiten. Marv rödelt, Sabby steht schon längst am Merch und Olii klärt vermutlich DI-Boxen. Ich lasse klug meinen Blick schweifen und und und. Die Dunkelheit ist da, die Lampen gehen an, denn wir sind heute die letzte Band.
Beim Soundcheck muss noch dies und das verknotet bzw entknotet werden, was uns die Gelegenheit gibt, Lieder übers Rudern zu singen. Nicht ganz ohne Grund, denn die schon gut gelaunten Publikummer bewegen sich teileweise galeerenhaft übers grün. Ich hingegen komme mit meinen gelben Kniestrümpfen überdurschnittlich an, was später sogar noch eine künstlerische Rolle spielen wird. Schlinn.
Zwischen Soundcheck und uns kommt noch mal das ganze Festival-Orga-Team zusammen und bedankt sich für alles auf der Bühne. Dann werden wir noch vorgestellt und sogar Olli, Marv und Sabby namentlich erwähnt. Das gab's so auch noch nie. Rührend.
So betritt schließlich Marv mit Kostüm und Freude die Bretter des Intros und dann auch wir. Fröhliches Geballer ist die Folge, es wird getanzt und gerappt, bis einem aus der ersten Reihe meine doch unverhältnismäßig hübschen Beine im gelben Sockenstoff auffallen. Er kann nicht umhin, die ganze Zeit mit voller Inbrunst "Geile Beine" zu keifen, jetzt haben's es auch die anderen bemerkt. Ehrensache das wir uns dem ganzen im herzzereissenem Melodiegewand locker 20min widmen. Geile Beine, ein Hit aus der Unterwelt.
Nach dem Konzert schnacken wir noch ein bisschen am Merchstand, um uns dann in dreierrunde mit Melanie über die letzten Flips des Geländes herzumachen. Lecker. Danach gibt's noch n Feierabendgetränk am Tresen bis Olli den Bus durch die Nacht sicher bis zur Pension "Am Ende der Welt" fährt. Abgekämpft und gut gelaunt beziehen wir unsere Zimmer und denken alle noch mal an meine klasse Strümpfe. Die sind aber nu auch jetzt echt ma wirklich hübsch. Und die Waden erst..
Leute, es war uns ein Fest! Vielen Dank und hoffentlich bis nächstes Mal, gute Nacht.

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