Backstage/Free & Easy Festival, München

Geschrieben von Pensen

Ich hab kein Auto, zu Fuß zu weit, mein Fahrrad hat'n Platten, auf Bahn kein Bock. Außerdem bin ich der Sänger (und fahre mir beim schreiben mit den Fingern lassiv durch mein wallendes Haar). Also ab in Flieger, es bleibt ja sonst nichts.
Ich habe ein schickes neues Flugtäschchen, welches ich stolz der Stuardess zeige. Da sie aber grade Schwimmwesten präsentiert bleibt ein Gespräch aus. Für diesen Fall hab ich mir eine Sportbild mitgenommen und informiere mich nun über Pep und Sahne. Mensch Esther City. Nicht schlecht.
ReiseplanerVollgott Soelve hat mir einen Zettel gemalt, wie und wo ich wann hingehen soll, dass ich zur ausgemachten Uhrzeit vorm Münchner Backstage stehe. Ich bin sogar noch früher da und lunger mich auf die Couch und schreibe eine Setliste für nachher. 90 Minuten sollen es sein, heute hier beim Free & Easy Festival, frei und locker von der Leber.
Team Goslar kommt leicht verspätet, Verkehr diesdas. Mir unverständlich, mein Flug, freie Bahn. Auf der Erde läuft es offensichtlich nicht immer so wie man will.
Schnell wird die Bühne aufgebaut, mein Equipment ist nach all zu langer Zeit endlich ma wieder kaputt, und die netten Kollegen von "Manu & die drei Akkorde" treffen ein.
Dann wird gegessen, denn der Abend wird noch lang, sehr lang. Grund: Dei "Monsters of Liedermaching" spielen morgen um 12:30h beim RuhrpottRodeo in Hünxe, das bedeutet das Timmeys & Mein mein Zug heute Nacht um 3:15h vom Münchner Hauptbahnhof geht. Dann via verschiedener Orte bis hin zum Ziel. Herje wie schlaflos. Aber hey, mit Anfang zwanzig halt kein Ding.
Nachdem die "Manu's" sauber abliefern sind wir an der Reihe. Wir werden wärmstens empfangen und verbringen zauberhafte anderthalb Stunden gemeinsam, mit Wein, Tanz & Gesang. Loki macht n klasse Sound und unser Lichtmann FreeWilly lässt die Flossen spielen. Nice. Auch später am Merch trifft man nette Leute. Es ist überhaupt sehr voll auf dem gesamten Gelände, in der Halle ist Metal, im Werk Reggea und hier wir. Schlinn. Alle gut drauf.
Dann bauen die Jungs von "UMC" auf, die ich anschliessend bei ihrem Konzert für ekelhaft gut befinde. Ich möchte ma sagen, das beste ausm Radio gepaart mit Geballern von unten rum. Olli und ich beteuern kopfnickend lautstark unsere Meinung.
Zur späteren Stunde rödeln wir das restliche Merch in die Künstlerwohnung, damit Sabby auch endlich ma Feierabend hat und machen uns mental bereit für die nächste Einheit Tag. Es ist ca 2:30h, Olli & Sabby ab aufn Tanzflur, Timmey & Ich ins Taxi raus in die Welt. Erstmal Hauptbahnhof und Burger King. Herrgott, es gibt Käse/Salami Kugeln. Einmal 60 Stück bitte. Um 3:00h latschen wir zum Gleis, wo tatsächlich auch schon ca zwanzig Leute der länge nach verteilt auf die Ankunft des Zuges warten. Die Anzeigetafel beteuert die Pünktlichkeit in Kölner Richtung. Um vierzehn nach fangen auf einmal zweidrei Menschen etwas hektisch an zu laufen, leichte Verwirrung. Die Anzeige schwenkt um auf Berlin. Hä? Wie wat ? 3:16h. Auch wir nun schnellen Schrittes hinter dem Pulk Mensch hinterher, die offensichtlich ein anderes Gleis suchen. Denn tatsächlich: statt Gleis 19 nun Gleis 14. Aber es ist 16 nach. Mmhh, das sieht nicht gut aus. Keiner hat gehört das ein Zug ein-noch abgefahren ist. Am Bahnhof zu dieser Uhrzeit ist es ja doch eher ruhig und beschaulich. Größere Verwirrung mit anschliessendem Tumult am Infostand. Timmeylord und Ich bleiben dagegen ziemlich free und easy, vermutlich auch n Stückweit UhrzeitDummheit. Der Infoschaffner schwört, dass das richtig dran stand, wir anderen zwanzig nicht. Der nächste Zug geht um 4:49h. Ganz geil.
Wir setzen uns in ein Cafe und gucken dem Bediensteten beim Saubermachen zu. Ein schwacher Trost. Größer ist der HimbeerVanille Muffin mit umgarnenden RiesenCappucino. Dazu läuft PianoJazz, wir stellen uns Helge vor und geniessen die freie Zeit. Da bekanntlich im Genuss die Zeit verfliegt ist es plötzlich 4:43h und wir latschen zum Gleis. Reibungslos die Abfahrt, die Bahn ist echt klasse. Hier treffen wir auch den Oberkommissar der Bundespolizei wieder, der seinen Flug nach Manila zu seiner Verlobten nicht verpassen will. Dann den Autoverkäufer, dessen Kunden nun zur Probefahrt in Köln von ihm zur guten Laune Erhaltung HimbeerMuffins satt zugesprochen kriegen. Ich drehe "Kyuss" auf die Ohren, um den Oberkommissar in Manila für den Moment zu vergessen.
Um 9:43h treffen wir den flotte Totte in Düsseldorf, der auch von einem Gig von irgendwo angereist ist. Wir malen erneut Setlisten und treffen dann topfit auf den hamburger Monstersbus, der uns fröhlich für den Rest der wilden Reise mitnimmt. Beim Rodeo treffen wir auf Rüdi, der bereits vor Ort ist und die Pässe & Bändchen besorgt hat, die einem jegliche Türen öffnen. Genau an dieser Stelle möchte ich staffelhölzernd im fliegenden Wechsel an ihn übergeben. Die weiteren monströsen Erlebnisse sind hier nach zu lesen: monstersofliedermaching.de/tourberichte
Heidewitzka. München, es war uns wieder mal ein Fest, vielen Dank und bis zum nächsten mal.

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