Junge Bühne, Kassel

Geschrieben von Pensen

So was kassels! Nach einem langen, harten aber auch schönem WInter ist nun der Sommer angepfiffen. Noch nicht das Endspiel zwischen Bremen & Frankfurt aber immerhin der Sommer. Der andere Anpfiff muss noch ein paar Stunden auf sich warten.
Die letzten Tage waren wirklich überdurchschnittlich temperiert, pünktlich zu heute wird wieder das dickere Jäckchen übergeworfen. Der Mann im Radio sagt es werden für die Nacht 5° bis minus 2°Grad erwartet. Och schön. Spielzeit 90min, ab 22h. Die MenschenMassenerwartungen schrauben sich instinktiv ins andere oben. Herrje.
Zumindest ist nun die Reisegruppe vollständig, denn ich fuhr bis Kassel-Wilhelmshöhe auf eigene Faust im Zug. Der einzige Höhepunkt auf meiner bisherigen Reise waren die neu designten DeutscheBahn Toiletten. Also so was klasses. Mit KachelTapete und gedruckten Duftstäben neben Blumenstrauss. Beachtlich erstklassig. Darum geht's auch heute dem ausgewiesenen BremenFan Ursi. Ich als Hamburger will und vor allem kann das nicht unterstützen. Doch merke: Das Herz macht was es will. Und ich spüre das ich Bremen in der Liga haben will, weiterhin. Alleine um sie zweimal im Jahr wegzuballern. Langweilig sonst.
Wir machen uns also so schnell wie möglich auf in die Künstlerwohnung und rippen Ursis HandyGuthaben in die Kniee und gucken noch die zweite Halbzeit. NullNull, es zieht sich. Die Frankfurter rühren so gut sie können Beton an, reicht aber nur für 89 Minuten. Dann knallt's und Bremen ist gesichert. Ich wusste gar nicht wie Ursi schreien kann. Auch ich balle Fäuste. Jetzt heißt es den Schwung mit in den eigenen Abend zu nehmen. Denn auch wir haben 90min vor der Brust, evntl plus Nachspielzeit.
Wir werden fröhlich von Tina & Erdin hinter der Bühne empfangen und genießen Headliner-Privilegien. Eigene Kühlbox mit "Nicht Öffnen"Schildern versehen, was halt nur nicht für uns gilt. Lecker. Dann geht's zum Albertini oder Frantelli, dem hiesigen SuperItaliener. Gut besucht, ordentlich Pegel. Doch es wird noch doller: Irgendwann brandet lauter Applaus auf, ich will schon meine Arme öffnen und aufstehen weil wir endlich erkannt wurden. Doch dann kehren ungefähr zwanzig Neunjährige ein, die offensichtlich ein Fußball Turnier gewonnen haben. Die schon vorgeganenen Eltern jubeln und klatschen, wir sind dabei, noch vom Hanseatischen Siegermodus getragen. Nice.
Der Spargel/Erdbeer/Mozzarella-Salat ist höchst schmackhaft, die Portion ist aber eher für einen Welpen statt Erwachsenen gedacht. Nur gut dass ich vorhin am Bahnhof meinen ersten Tripple-Cheeseburger hatte. Jupp Heinkes-Style.
Die Pizzen hingegen sind hier so dermaßen überproportioniert, dass es kurz vor Lächerlichkeit endet. Locker 5cm lappen an allen Ecken (rund) über den Teller. Sabby und Olli wissen nicht wo sie anfangen sollen. Vielleicht am besten mit dem würzen der Tomatensoße. Dann stößt auch noch Philip dazu, der einfach gern in Kassel ist und seinen alten Freund Urs besucht.
Gegen 21h zieht ein unfassbar bedrohliches Wolkenungetüm auf, was schon vom hingucken einen den Kragen höher falten lässt. Schon bald gießt es in Strömen, aber nur 3 Minuten. Da der Wind dazu noch schön kalt in die Ritzen zieht, ist in Wahrheit quasi kein Mensch mehr da den wir bespielen könnten. Keiner? Moment. Ein paar kleine geile Grüppchen versammeln sich dann doch, nette Menschen die mir Dosenbier und warme Worte schenken. Zweet.
Das Konzert startet pünktlich ein paar Minuten später mit dem besten T-Shirt der Welt. Dieses trägt heute kein geringerer als Herr Schmidt. Eine lasernde Katze, die von einem Podest in eine flüchtende Menschenmenge rote Superstrahlen feuert. Genial.
Schon von diesem Umstand entzückt merke ich, wie total viele Leute auf einmal vor der Bühne stehen. Herrgottnochmal wie geil. Respekt.
Der Dschidsch wird total entspannt, lustig und spaßmachend. Für alle Beteiligten. Die 90min verfliegen wie im Gang. Unter anderem "Positiv überrascht" wird durch das Funkmikrofon zum Gassenhauer. Wir bekommen gekühlt Drinks gebracht und haben eine gute Zeit. Auch am Merchstand wird nett geplaudert, genauso wie später im BackstageZelt.
DIe Fraktion-Harz zieht es noch in die Heimat, Urs und ich sitzen noch quatschend einige Stunden in der KünstlerwohnungsKüche und begehen amüsiert die einzelnen Motto-Räume. Ich schlaf heute im JagdZimmer, dass TeddyZimmer ist uns beiden zu gruselig. Auf Zücho.
Irgendwann um tausend haben wir uns bettfertig geschnackt und zu "Star Wars" verlasse ich den heutigen Tag.
Vielen Dank Kassel, was für ein formidabler Start in die Open Air Saison. Um es mit den Worten des MarketingSuperSponsors zu sagen: Kassel ist Klasse.
Ich wünsche eine gute Nacht und auf bald.

Zurück zur Übersicht

Fotos