Schokoladen, Hoffest, Berlin

Geschrieben von Flozze

Tourbericht DAS PACK, live auf dem Hoffest im Schokoladen/Berlin am 16.07.2010 Heute kehren wir zurück an einen Ort des Triumphes in unserer jungen Bandgeschichte. Nachdem ich gestern mit der fabelhaften Cäthe ein Support-Konzert für den ebenfalls fabelhaften Gisbert zu Knyphausen gegeben habe komme ich gegen 16.00 Uhr am Schokoladen an und schwelge in Erinnerungen. Was war das für ein Abend, Anfang des Jahres, unser erstes ausverkauftes Konzert ever. Heute feiert der Schokoladen seinen zwanzigsten Geburtstag, und wir sind eingeladen dabei zu sein. Ich werde herzlich willkommen geheißen von Uli, Klausi und den anderen. Dann kommt eine neue Ladung T-Shirts, Wappen und Heavy-Metal-Kind Motive. Dann kommen Urs und Timmey, später Dragan und Pensen mit dem ganzen Scheiss den sie in Hamburg geladen haben, und die Familie ist komplett. Wunderschön. Timmey hat Rücken und ein bisschen geschundene Seele und wir haben ihn lieb und sagen ihm das auch so oft es geht. Sollte sich beim Lesen dieses Berichts jemand in der Lage fühlen seinen sportlichen Superrücken zu kurrieren, bitte melden unter flozze@packrock.de, ich werd`s weiterleiten. Dann aufbauen, und das ganze übliche Zeugs. Vor uns spielen Wladimirska, eine Band aus Polen die traditionelle polnische Folklore mischt mit irgendwas anderem. Dabei entsteht eine sehr filmische Musik, man kann die Augen schliessen und fühlt sich, als würde man auf einem Eselskarren durch Polen gefahren, im Sommer, und es riecht gut nach Heu und so, und man hat so ne Mischung aus Bauernmädchen und Hot-Chic dabei. Gefällt mir. Es wird gegrillt im Hof, Halumi und Wurst und auffallen viele ältere Damen in selbst gestrickten Pullovern und Sandalen versammelt sich vor der Bühne. Mir wird ein bisschen Angst und Bange bei der Vorstellung dass das unsere erste Reihe ist und wir 'Mein Schwan' performen sollen. In meiner Fantasie mutieren die scheinbar kratzbürstigen Emanzen zu wahren Killermaschienen sobald man das Wort Pimmel nur erwähnt, geschweige denn zugibt dass man es mag wenn eine Frau sich die Beine oder sonstige Körperteile rasiert. Das wird interessant... Vor dem Konzert lerne ich noch Johannes kennen, einen kleinen Mann, ich schätze ihn auf etwa fünf Jahre, der sich aber sehr erwachsen ausdrückt, und mir ganz nebenbei (er kratzt sich dabei am Kopf weil er eigentlich einen Freund sucht) erzählt dass er Johannes sei, und hier der Chef ist. Offensichtlich beginne ich aber ziemlich schnell ihn zu langweilen, denn nach dieser eindrucksvollen Vorstellung verzieht er sich wieder und lässt mich zutiefst beeindruckt zurück. Als wir auf die Bühne gehen sind die Emanzen weiter hinten, aber noch da, und starfen mich und meine Vorurteile lügen. Freundlich, milde lächelnd schauen sie uns zu, und ganz heimlich kichern sie sogar dann und wann. Ansonsten ist Berlin wieder mal der Kracher, es ist nicht GANZ so euphorisch wie Anfang des Jahres, was aber vermutlich der Affenhitze geschuldet ist, die den ganzen Tag schon brät. Wir haben auf jeden Fall ne gute Zeit, und dann beginnt der Rückfahrmarathon. Pensen, Urs und Timmey fahren nach Hannover, pennen bei Urs nen paar Stunden und müssen am nächsten Tag um 9 wieder irgendwo sein, weil Monsters. Ich fahre mit Dragan nach Hamburg, ausladen, Auto weg bringen. Als wir vorm Proberaum stehen, merke ich das Pensen noch meinen Schlüssel hat und drehe durch vor Zorn. Dann durch die Stadt, zu Dragan, und alles in seinen Keller. Unser mazedonischer Superman rettet uns mal wieder den Arsch. Dann Karre weg und ab nach Hause. Adios, Berlin, im Dezember sehen wir uns wieder. Es wird vermutlich sehr gut.
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