Pantheon, Bonn

Geschrieben von Flozze

DAS PACK live im Pantheon/Bonn am 05.10.2010 Heute ist quasi der gefühlte zweite Tourauftakt. Nach unserem eigentlichen ersten Auftritt in Lüneburg vor drei Tagen, packen wir heute unseren Bus und sind dann endgültig weg. Auf dem Weg zu euch. Mit Freude im Herzen und eine paar ordentlichen, dicken, männlichen Pfeilen im Köcher. Wir treffen uns morgens um halb neun, und Dragan hat unseren geilen, neuen Tourbus dabei. Ein großes, schwarzes Ungetüm. Mit tollem Schnickschnack und getönten Scheiben damit wir auch schön wichtig aussehen wenn wir unterwegs sind. Wir stellen mit Erstaunen fest dass sich inzwischen wirklich ein ganz schöner Haufen angesammelt hat, den wir so mit auf Tour schleppen. Ist aber auch wieder ok, wegen der Wichtigkeit. Heute ist die Fahrt eher mittel, wir stehen ständig im Stau. Zum Glück habe ich die Fähigkeit immer und überall schlafen zu können, sobald ich liege. Eine Eigenschaft die, grade auf Tour, von unschätzbarem Wert ist. Als ich grade liege und zart träume, werde ich geweckt von einem unglaublichen Gestank. Um die Illusion und Schönheit meiner Träume zu schützen entscheide ich mich lieber aufzuwachen und blicke in zwei pubertäre Gesichter, die mich anstrahlen als hätten sie einen Fussball geschenkt bekommen. Dabei wedelt Anatol mich mit seiner schlimm riechenden Käsepackung an. Es ist die Hölle mit diesen Jungs. Ich steige aus. Ciao. Wir spielen heute in Bonn, im Pantheon. Einer wirklich äußerst hübschen Location. Einziger Nachteil: sie liegt im Keller. Ich zähle 43 Stufen als ich schwitzend und stöhnend zum tausendsten mal hoch und schwer beladen wieder runter laufe. Ich möchte in meinem nächsten Leben Blockflöte spielen. Und zwar ausschließlich. Oder sehr schnell so berühmt sein dass ich nix mehr tragen muss. Wir checken den Sound und ich stelle voller Freude fest dass Räume die für Theater ausgelegt sind, einfach großartig klingen. Ohne Mikrophon. Einfach nur das Instrument im Raum. Stark! Die LeFlys trudeln ein, worüber sich Pensen und Anatol aus geheimen Gründen heute besonders freuen. Ich aber auch. Türen sind heute schon um 19.00, mit etwas Verspätung gehen sie auf, und bald geht`s auch schon los. Wir sind heute echter Underground, knappe 50 Leute sind gekommen. Die haben es aber in sich. Kein Spruch. Im Ernst ist es so dass wir als DAS PACK noch niemals in Bonn waren, unsere Schätzungen für heute Abend lagen zwischen 8 und 17 zahlenden Gästen. Insofern sind wir stolz und sehr sehr glücklich. Ab der ersten Nummer von LeFly geht es los, mit tanzen und singen und allem. Ein wirklich guter Haufen Mensch, sowohl Publikum, als auch LeFly. Ich empfehle an dieser Stelle besonders den Song 'Weiter', für mich ihr bestes Lied. Fett. Ich entscheide mich heute für ein tolles Outfit aus der neuen Kollektion von mir selbst, bestehend aus Strumpfband um den Hals, Umhängekreuz, Unterhemd, Batman-Gürtel, Jogger und Woll-Kniestrümpfen. Ich sehe heiss aus. Wir gehen auf die Bühne und die Magie ist ab dem ersten Moment da. Heute sind wir in Bestform, finde ich. Wir haben vielleicht schon Abende mit größerem Freak-Faktor gehabt, aber alles in allem ist das heute das beste Konzert von uns seit Monaten. Wir sind ne richtig geile Rockband heute, unterhalten aber auch, und die Menschen tanzen und singen und es ist alles so schön. Wir spielen fast 2 Stunden, und als wir von der Bühne gehen, stehen wir backstage und grinsen uns verstohlen an, und wissen dass wir uns mögen, unsere eigenen Fans sind, sowohl als Band als auch als Mensch. Das muss man auch mal haben, diese Momente. Ein kleiner Triumph. Ich ziehe mich nackig aus und dusche und wasche den wohlverdienten Schweiss von meinem Körper, während die anderen das Schnapstrinken anfangen. Dann bricht die Hölle los. Alles wieder packen (Dragan ist der geilste, Claudio aber auch, Anatol soll aufhören. Endlich und für immer!), und dann vor allem wieder hoch schleppen. Mit freundlicher Hilfe des Personals. Danke sehr. Dann suchen wir noch eine verdammte Stunde nach einem geöffneten McDonalds, und finden schließlich eine Pizzeria die noch geöffnet hat. Gierig verschlingen wir die Sattmasse. Dann schnell zum Hotel, ich teile mein Zimmer mit Dragan, wir lieben uns noch so drei, vier Stunden und schlafen dann erschöpft ein.
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