Groove Station, Dresden

Geschrieben von Flozze

DAS PACK live in der Groovestation, Dresden am 02.12.2010 So, heute geht sie nun also endlich los, unsere nächste eigene Tour. Und einen besseren Ort um los zulegen hätten wir uns nach genauerer Betrachtung der DAS PACK Geschichte kaum aussuchen können. Dresden, dieser Schatz an der Elbe, war immer süß zu uns. Wir sind innerhalb eines guten Jahres deshalb auch schon zum fünften mal da. Einmal mit den Ohrbooten, einmal alleine, einmal bei der 'Bunten Republik Neustadt' und einmal mit Panteaon Rococo, und heute. Wir fahren morgens um 10, mit einem kleinen bisschen Rest-Abschieds-Panteon-Rococo-Schmerz im Herzen in Hannover los. Vier Stunden später sind wir stramme 30 Kilometer voran gekommen. Nix geht auf den deutschen Autobahnen, der Winter bricht das erste mal über das Land hinein, und alles steht still. Quer stehende LKWs, Unfälle, Bullen überall, es ist die Hölle. Wir entscheiden uns (bzw die anderen entscheiden weil ich schlafe) über Bundesstraßen abzukürzen weil wir sonst 20 km im Stau stehen würden. So lernt man immerhin mal Ost-Niedersachsen und Sachsen-Anhalt kennen. Trotzdem macht sich langsam ein bisschen Panik breit. Urban Majik Johnson, die beste Band der Welt, steht auch im Stau, Vollsperrung. Ich kann mich nicht erinnern dass es jemals so knapp war in den letzten Jahren, bei einem Konzert rechtzeitig anzukommen. Um 20.30 Uhr kommen wir schliesslich an. Immerhin, der Laden ist noch fast leer, hätte schlimmer kommen können. Und als dann endlich alles steht, werden die Gesichter auch langsam entspannter. UMJ gehen um 21.45 auf die Bühne und machen es natürlich und völlig klar. Der Laden ist wirklich voll inzwischen, nochmal deutlich mehr als bei unserer Januar-Tour. So soll es natürlich sein und uns wird ganz warm um`s Herz. Wir wollen das Konzert heute aufnehmen, um endlich mal vernünftige Live-Aufnahmen von uns zu haben. Deswegen müssen wir nach den Urbans noch mal nen richtigen Soundcheck machen, und wir merken schnell dass die Dresdener heute Bock haben ab zu gehen. Dann nochmal von der Bühne, drei, vier Kilo Heroin spritzen, zwanzig Nutten verkloppen und los. Nach dem Konzert fragen mich zwei junge Männer ob diese ganzen Sprüche von der Bühne 'Ihr seid so geil, Dresden' usw ernst gemeint waren, oder ob das Routine ist. Und natürlich läuft man Gefahr mit solchen Statements inflationär zu werden, im Laufe einer Tour. Es stellt sich ja auch keiner hin und sagt 'Ey Leute, wisst ihr was? Ihr seid ein totales Scheiss-Publikum'. Zumindest kommt sowas eher selten vor. Aber es gibt eben auch Abende, da kommt sowas einfach aus tiefstem Herzen. Man zeigt den Menschen ja was, was man sich selber ausgedacht hat, mit viel Arbeit, Blut und Tränen. Das ist was sehr persönliches. Und wenn dann in Dresden 200 Leute stehen und diese Lieder mitsingen, und nach und bei den Songs schreien, dann weiss man einfach warum man das alles macht und warum das diese ganze Arbeit mehr als wert ist. Und dann platzt es manchmal aus einem raus, und man würde am liebsten jeden einzelnen in den Arm nehmen und sagen: 'Danke, das du da warst'. Wir entscheiden uns, diese Liebe einfach aneinander auszulassen, und lieben uns sehr und immer wieder doll. Band-übergreifende Liebesbekundungen. Es ist ne schöne Sache. Nach dem Konzert sitzen wir noch ne Weile in der nahegelegenen Künstlerwohnung, essen Kartoffelsuppe, die wirklich gut schmeckt, trinken Getränke und sagen uns nette Sachen und gucken Urban Majik Johnson im Computer-Fernsehen. Zwischendurch strahlen Pimmelmännchen (das ist Pensen) und ich uns immer mal wieder heimlich an, denn heute war ein wirklich guter Tag in unserer Bandgeschichte. Und das braucht man ab und zu einfach mal, damit das Leben schöner ist. Und wenn man das braucht, dann fährt man am besten einfach nach Dresden und holt es sich ab. Whole Lotta Dresden Love. Danke.
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