Exil, Göttingen

Geschrieben von Flozze

DAS PACK, live im Exil/Göttingen, am 07.10.2010 Heute geht`s nach Göttingen. In`s Exil. Da waren wir zwar erst vor kurzer Zeit, aber es war so schön dass wir jetzt schon gerne wieder kommen wollen. Auf der Fahrt geht Dragan offroad-mäßig ab. Er zwingt unseren vollbeladenen Bus mitten durch den Wald, mäht Bäume und walzt Flora und Fauna zu einem Mus aus Natur zusammen. Auf einmal sind wir irgendwo in der totalen Buttnik, fahren über Feldwege und die Rehe stehen fein aufgereiht am Wegesrand und grüßen freundlich. Wir winken zurück, nur Dragan will sofort auf sie schiessen. Mazedonier essen nämlich ausschließlich Fleisch, das ist ein Instinkt alles zu erlegen und es auf den Grill zu tun. Wir respektieren anderer Länder Sitten und haben ihm deshalb schon vor geraumer Zeit eine Armbrust geschenkt. Die Waffe im Anschlag lehnt er sich aus dem Fenster, aber leider gibt er einen miserablen Rambo ab und verfehlt das 8 Kubikmeter große Tier aus kürzester Distanz. Amateur. Wobei ihm das Stirnband gut steht, das muss man sagen. Als wir in Göttingen ankommen geht`s erstmal in`s Hotel, eine Mütze Schlaf nehmen. Internet kostet 8 Euro die Stunde. Das prangern wir an, obwohl wir dadurch euch, liebe Leser und Podcast Seher hin und wieder warten lassen müssen. Dann ab zum Club. Laden. Zum Glück heute mit Fahrstuhl. Aufbauen, Soundcheck. Das Übliche halt. Dann kommen die LeFlys. Und wir haben heute einen Stargast; Timmey ist da! Große Freude. Mütterliche Gefühle auf allen Seiten. Er hat heute den Schalk im Nacken und Bock sich zu besaufen. Und ich kann nur allen raten sich das mal zu geben mit Timmey einen zu nehmen. Dieser Mann metamorphiert dann einfach in kürzester Zeit in einen Typen den man sofort heiraten möchte (nicht dass man das sonst nicht wollte...). Vielleicht ohne Pimmel Sachen, aber heiraten, das ginge schon. Wir gehen noch schnell ein Döner essen beim Laden nebenan. Das ist eine besondere Erwähnung wert weil letztes mal Pensen und ich SOFORT nach der Essenseinnahme dünn geschissen haben. Insofern ist das ein Vertrauensvorschuss der aber angebracht ist wegen Hunger. Wir werden nicht enttäuscht, diesmal bleibt alles drin. Außerdem treffen wir die beiden Edeldamen wieder die wir letztes mal genau hier getroffen haben (siehe Podcast Göttingen/Altstadtfest). So klein ist die Welt. Sie sind wieder äußerst sexy und nett und ich erwäge kurzzeitig mich an die eine ranzuschmeissen und mich mit ihr zu paaren. Da kann man bestimmt noch was lernen. 50 Jahre, solariumgegärbte Haut plus Riesenbusen, das ist ein Angebot, das ist doch mal was. Aber ich habe jetzt keine Zeit für sowas. Das Exil hat sich gut gefüllt, als wir auf die Bühne gehen werden wir ekstatisch in Empfang genommen. Wir geben alles, und ich erinnere mich an die weisen Worte von Sash-A, seines Zeichens Drummer der Schröders, der mal zu mir meinte dass das Exil die 'heisseste' Bühne Deutschlands sei. Im Sinne von Celsius. Bereits nach der zweiten Nummer sind wir beide komplett durch. Bis auf die Haut und darunter auch noch. Heute läuft wirklich so ziemlich alles wie am Schnürchen, bis irgendwann gegen Ende Pensens Bassanlage den Geist aufgibt. Ich überbrücke das souverän, indem ich zum ersten mal in meinem Leben Schlagzeug Solo spiele. Mittelmäßig. Egal. Dann noch 'Alle Menschen tot', mit Timmey an der Gitarre (als Stargast) und Pensen am Rap. Nach dem Konzert sehen meine Hände aus als hätte ich grade vier Stunden abgewaschen. Alles vom Schweiss. Sie haben sich gradezu aufgelöst. Meine Haut hängt an meinen Händen runter wie ein alter Scheuerlappen. Ich setzte mich Backstage auf ein Ledersofa, und als ich 5 Sekunden später wieder aufstehen will ist ein riesiger brauner Fleck zu sehen. Ekelhaft. Kurz bevor wir den ganzen Scheiss wieder einladen sitze ich mit Dragan vor der Tür auf einer Treppe und rauche Zigaretten, als uns auf der Straße ein Mann im kurzen Rock, mit Spaghetti-Top und Titten entgegen kommt. Mit sehr selbstbewusstem Gang betritt er das Exil und beginnt sofort zu tanzen. Ich einem aggressiven Fick-Mich-Stil, den ich so bei noch keiner Frau jemals gesehen habe. Außer vielleicht in irgendeinem der abgehalfterten Strip-Schuppen die ich auf dem Kiez regelmäßig besuche. Ich versuche die LeFly Jungs dazu zu bekommen sich der Transe anzunehmen, da wäre vermutlich der Fick des Jahres drin, für diese jungen Ritter des Rap-Rock, aber sie zieren sich. Unangebracht. Na gut. Wir steigen in den Bus und suchen wieder 8 Stunden nach nem McDonalds. Dann ab in`s Hotel und nun kommt das eigentliche Highlight der Tour, für mich bisher: Wir drehen als Podcast für den heutigen Tag den Tourbericht von Osnabrück nach. Mit mir als liebem Leseonkel. Der Bericht hat viel zu tun mit Anatol verkloppen und so entsteht mitten in der Nacht die schönste Prügelei auf dem Hotelzimmer, bei der vor allem Pensen ungeahnte Kraftreserven an den Tag legt. Es ist die wahre Wonne, unbedingt ansehen!!! Dann auf`s Zimmer, Heinz Strunk anmachen und einschlafen. Herrlich. Ciao.
Zurück zur Übersicht

Podcast


Fotos