Fährmannsfest, Hannover

Geschrieben von Flozze

Tourbericht, Fährmannsfest zu Hannover, 01.08.2010 Endlich nach Hause. Wir spielen heute in Hannover, meiner Geburts- und Heimatstadt. Und zwar auf dem Fährmannsfest, einem herrlichen Festival, mitten in Hannover, mit langer Tradition. Mitten in Linden, direkt an der Ihme werden auf einer großen Wiese zwei Bühnen aufgebaut. Wir spielen unserem Charakter entsprechend auf der größeren. Direkt hinter der Bühne ist ein Open Air Backstage eingerichtet. Mit diversen Zelten, Ständen und reichlich Liegestühlen mit Blick auf`s Wasser. Ich bin heute morgen mit Dennis aus Hamburg los. Ein Freund und ehemaliger Arbeitskollege von mir, der heute freundlicher Weise Dragan vertritt. Ein tätowierter Bulle im 'Altona 93' Kapu, mit nem großen Herz. Das hört er nur nicht gerne, aber ich weiss es. Wir haben also die Karre vollgemacht und kommen nach einer relaxten Fahrt mit Matjes-Stop bei Nordsee schon gegen ein Uhr an. Die anderen drei (Timmey, Urs und Pensen) haben es da deutlich schlechter erwischt. Nach ungefähr zwölf stündiger Fahrt, garniert mit reichlich hübschen Freienstaus, kommen gegen 17.00 Uhr drei vom Leben und der Autobahn zerfickte Gestalten mit hängenden Schultern auf`s Festivalgelände geschlichen. Ich kenne das Wort Mitleid nicht, und schlage die Jungs abwechseln mit der Faust von oben auf den Kopf. Bud Spencer Style halt. So lange bis sie wieder lachen. Das dauert ne Weile, und macht mir Spaß. Über den Tag nieselt es sich, nach einem Sintflutartigen Schauer als Beginn, langsam ein. Erstaunlich vielen Leuten ist das egal, und in einer sich bildenden Schlammkuhle tanzen verballerte aber liebenswerte Punks sehr hübsch zu allem was sie da so anlacht, von der Bühne. Zum Beispiel spielt heute eine Band aus Rouen/Frankreich, 'Crystal Palace'. New Wave trifft 6o-er Beat-Musik, trifft Nina Hagen. Oder so. Herrlich rumpelige Sounds, mit gut gestylten Franzosen, einer ziemlich guten Sängerin und der sexiesten Bassistin seit immer. In einem schwarzen Kleidchen, mit grünen Stöckelschüchen und einem riesenhaften Bass und einem verruchten Gesicht. Herrlich. Ich stehe fast das ganze Konzert hinten, versteckt auf der Bühne und freue mich. Wir sind als vorletzte Band am Start und haben damit auch den Wetter technisch besten Spot des Tages erwischt. Wir spielen 60 Minuten, und schlagen uns souverän bis gut. Viele bekannte Gesichter in den ersten Reihen, Hannover mag uns und wir uns auch. Nach dem Konzert verkaufen wir noch T-Shirts und Cds durch unsere Anwesenheit und die überlegene Qualität der Produkte und klönen mit netten Menschen. Unter anderem Felix, mein alter Schulfreund, und meinen Jungs aus meinem Heimatdorf, Name ist geheim. Dann im Matsch den ganzen Scheiss wieder geladen, wobei sich der Bus auf der Wiese festzufahren droht, und nur durch fahrerische Glanzleistungen von Dennis gerettet wird. Ein Teufelskerl, ein Michael Knight ohne Alkoholproblem, ein Manfred Krug auf Achse nur mit Haaren und ohne Brille. Irgendwie so. Dann nach Hause und auf schnellinger ins Bettchen. Herrlich. Hannover. Juchu!
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