Radio Fritz, Potsdam

Geschrieben von Flozze


Tourbericht, 09.05.2010 Radio Fritz, 'KenFM', in Potsdam Ich komme um 9.20 am Ostbahnhof in Berlin an und werde von Pensen und Tim abgeholt. Tim ist ein talentierter Filmemacher und hervorragender Charakter, der uns heute seinen roten BMW Kombi leiht, damit wir damit zu KenFM fahren. Ich habe eine Nacht der Hölle hinter mir. Gestern Abend habe ich ein Konzert mit dem überaus adretten 'Claas P. Jambor' in Kupferzell gespielt. Ja liebe Leute, ihr habt richtig gehört. Kupferzell. Ein kleines Kaff irgendwo im nirgendwo zwischen Stuttgart und Nürnberg. Konzertende um 23.30, abbauen, Abfahrt um circa 0.45. Und lustig auf die Reise, die ganze Kackstrecke wieder zurück. Um 5.00 komme ich am Hauptbahnhof in Hannover an, und warte bis 7.30 auf meinen verdammten Zug nach Berlin. (Nebenbei: Wenn es überhaupt eine Stadt auf der Welt gibt, in der ich es aushalten würde, mit grade einer Stunde wenig erholsamen Schlaf, mitten in der Nacht 2 1/2 Stunden in der Kälte zu sitzen, dann ist es Hannover. Erstens wegen generell alte Liebe und Heimat und alles das, und außerdem hat 96 es gestern geschafft, unter Aufbietung aller seiner letzten Kräfte, den Klaasenerhalt in der Fussball Bundesliga zu sichern. Herrlich) Ich komme also völlig zerfickt in der schönen Hauptstadt an, und fahre mit Pensen nach Marzahn. Dieser schöne, junge, frisch renovierte, mittelständische Stadtteil beherbergt nämlich den Proberaum der Ohrbooten, aus dem wir jetzt unser Equipment für die Radioshow holen. Laden, auf nach Potsdam. Wir sind heute zu Gast bei 'KenFM', dem Quotenschlager des jungen Radiosenders 'Fritz'. Toll. Wir kommen an und werden von zwei äußerst kompetenten jungen Technikern in Obhut genommen. Wir fühlen uns schon ganz mukkelig. Aufbauen. Endlich mal wieder. Hab ich viel zu lange nicht gehabt. Haha. Ich brauche einen Roadie. (Ein Roadie ist ein Mensch der einem Musiker, im Prinzip der Lehnherschaft, Dienst zu leisten hat. Er muss unterbezahlt arbeiten, und hat dabei schön sein Maul zu halten. Dafür darf er unter seinen Kollegen über den Chef abrotzen, und sagen: 'Arschloch', oder so.) Am liebsten hätte ich Dragan, einen gut aussehenden, Muskel bepackten Mazedonier, aus Hamburg. Mal sehen. Soundcheck. Dann trudelt nach und nach die Ken-Crew ein. Und hier sorgt sich der Chef noch höchstpersönlich um das leibliche Wohl seiner Angestellten. Ken betritt mit einem Haufen Baguettestangen unter dem Arm den Raum und zitiert lauthals DAS PACK. Das ist doch meine Band. Einfach toll der Typ. Der weiss wie man gute Laune verbreitet. Ansonsten ist er ein ziemlicher Gegenentwurf zu den üblichen Radiomoderatoren unserer Zeit. Denn er ist schnell, dabei äußerst intelligent und geschmackvoll. Hut ab. Ansonsten ist die Crew ambitioniert, jung, dynamisch und gut gelaunt, und bedient jedes Klischee. Eine hübsche (moderierende) Assistentin, Technikfreaks, gut gelaunte Menschen die zu jeder Zeit ausstrahlen dass sie es zu schätzen wissen Teil von 'etwas besonderem' zu sein. Einem tollen, ganz neuen Radioformat, das seinesgleichen sucht, in der Sendelandschaft des deutschen Radiokraters. Unterschied zu fast allen anderen: Sie haben irgendwie Recht. KenFm hatte ich vorher nie gehört (ich höre generell kein Radio, außer Bundesligakonferenz) und finde es auf anhieb gut. So ihr Fozzen. Genug gelobt. Haha. Das Thema der heutigen Sendung ist 'Ein Herz für Griechenland'. Da haben wir Deutschen, finde ich, eigentlich unser Soll schon ziemlich erfüllt, denn immerhin haben wir den Helenen einen unserer renomiertesten Fussballlehrer, 'König Otto I. von Bremen, Kaiserslautern und Athen' geliehen. Ansonsten gurgeln wir irgendwelchen Nonsens mit griechischem Wein, machen viel Applaus für die Griechen, versteigern, extra für die Sendung gekaufte, griechische Inseln, und vergraben eine Aggro-Berlin-CD ('Aggro' aus dem griechischen 'Aggrar') im Garten und hauen sie kaputt. Wir spielen 6 Lieder, und beim letzten, 'Mein Schwan' geht die Fussmaschiene von der Bassdrum kaputt. Überschwul. Und das im Radio. Hass. Bleibt noch zu erwähnen dass nach uns die französische Band 'Cocoon' spielt. Eine wirklich besonders gute Band. Ein Mann mit Gitarre und Gesang und eine Frau mit Klavier und auch Gesang. Ein bisschen wie in diesem Lied mit Nick Cave und Kylie Minogue, wo sie im Video die Wasserleiche spielt, eine sehr, sehr hübsche Wasserleiche. Nur dass ER eine ziemlich hohe, klare Stimme hat, im Gegensatz zu Cave. Wirklich gut, anschauen, bald sind das Stars und dann wird`s teuer. Hinterher geben wir noch ein kurzes, aber sehr gutes, Fernsehinterview, und ab nach Hause. Ciao Ciao F. f. D. P.
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