Easy am Hang Festival, Pforzheim

Geschrieben von Flozze

DAS PACK live beim 'Easy am Hang' am 03.09.2011 in Pforzheim Heute ist es also soweit, unser letztes Festivalkonzert in 2011. Wir fahren morgens in Solms, bzw. Braunfels, aus unserem kleinen Hotel an der Burg. Der Tag hat mittelmäßig begonnen weil irgendein Hotelangestellter Kackarsch meint er müsse um halb elf an jeder Tür klopfen, als wäre er von der Stasi. Ich liege im Bett und höre Heinz Strunk als dieser böse alte Mann auf einmal in meinem Zimmer steht und 'Aufstehen!' brüllt. Hotel-Hitler. Unsympathisch und dumm. Wir trinken trotzdem noch eine Tasse Kaffee und machen uns dann auf den Weg nach Pforzheim. Als wir ankommen bin ich erstmal erstaunt, man kann sich überhaupt nicht vorstellen dass hier in ein paar Stunden betrunkene, junge Leute 'Slayer' schreien werden. Überall springen Kinder rum, mit angemalten Gesichtern und Hippie-Mütter in weiten Leinen-Kleidern spielen Federball. Interessant. Auf so einer Veranstaltung war ich noch nie. Es herrscht aber eine lockere und äußerst freundliche Atmosphäre. Wir fühlen uns wohl. Wir sind um 19.15 Uhr dran und langsam füllt sich der Platz. Und unter die Hippies mischen sich langsam die ersten Metal-Heads, manche davon scheinen uns vom 'Summerbreeze' zu kennen. Als es dann endlich los geht für uns ist es gut gefüllt und 'Pensen' und 'Flozze' Rufe werden wie ein kleines, freches Echo durch die Luft gewirbelt. Wir entscheiden uns heute eine richtig tolle Sause zu veranstalten. Inzwischen sind auch die Monsters eingetroffen, das gibt immer automatisch eine extra Portion Motivation. Wir spielen ein 'Best of' von unserer ersten und unserer, bald erscheinenden zweiten Platte, ein durchschlagender Erfolg. Es ist nur leider unglaublich schwül und drückend, und schon beim ersten Song (Pferdeapfel) japse ich nach Luft wie ein kleiner dicker Hund. Danach schnell an`s Merch und netten Leuten 'Guten Tag' sagen. Später am Abend, als die Monsters spielen, mache ich eine interessante Beobachtung: Ein kleiner Junge schreit nach seiner Mutter, er hat sie offensichtlich verloren. Er ist vielleicht 3,4 Jahre alt. Natürlich scharen sich gleich haufenweise Hippies um ihn und betüddeln ihn. Alsbald ist die Mutter wiedergefunden, und nun wird es spannend. Er brüllt sie an, sie steht, ein bisschen hilflos davor und fühlt sich schuldig. Irgendwann reisst er ihr ihre Jacke aus der Hand und schmeisst sie auf den Boden vor sich. Und dann legt er sich darauf und dreht sich um und steckt sich den Daumen in den Mund und beginnt zu schlafen, oder tut zumindest so. Als ich das nächste mal hinschaue liegen die beiden nebeneinander und schlummern vor sich hin. Ein schönes Bild. Wir werden von netten Menschen in`s Hotel gefahren, ein christliches, evangelisches Superhotel. Ohne Fernseher, damit man sich selbst besser findet. Am nächsten morgen stehen, zur Abwechslung, um neun Uhr Menschen in meinem Zimmer und wollen dass ich endlich aufstehe. Als ich noch völlig bedient (irgendwelche Idioten haben im Zimmer neben mir bis morgens um 6 gesoffen und gesungen) um kurz nach neun im Frühstücksraum erscheine neckt mich eine dickliche, ekelhaft gut gelaunte Angestellte 'Ah, die Langschläfer'. Ich wünsche mir kurz dass sie tot umfällt und fange an Müsli zu essen. Schönes Ding. Auf Wiedersehen.
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