Live Club, Bamberg

Geschrieben von Pensen

Bamberg, 11:45h. Wie pittoresk, wie pittoresk. Ein wirklich schön gemachtes Städtchen im Süden Deutschlands, ich meine es sei Franken. Da sich der 'LiveClub' mitten in der Altstadt befindet, und die damals gebauten Strassen nicht für doppelstöckige Reisebusse gedacht waren, latschen wir einen viertelstündigen Marsch, über Brücken, Stock und Stein, Flüsschen und andere Sehenswürdigkeiten. Wie erfrischend so ein Morgenspaziergang sein kann. Die schmalen Gässchen laden auf Apfelstrudel und Kaffee ein aber wir haben eine andere Mission: Ähh… in den Backstageraum und Kaffe trinken. Coolgut. Ist so ähnlich aber gehört innerlich schon zum Arbeitsplatz. Pausen werden nicht toleriert. Hu. Erstmal Pause machen und was Essen. Es tut sehr wohl, die Stimmung ist erstaunlich und dann fällt Timmey plötzlich ein, dass bis jetzt keins seiner T-Shirts richitch scheisse aussieht. Das ist natürlich auch kein Zustand, immer Moddel-like neben mir auf der Bühne zu stehen und die mitleidigen Blicke mir gegenüber zu ertragen. Für einen Freund die Hölle. Missstände solcher Art gehören geändert und abgeschafft. Also ab in die Stadt und wie magnetisch angezogen (nicht zu verwechseln mit magisch aufgeladen, nein: magnetisch angezogen) steuern wir das überzeugendste Shirt von ganz Franken an. Eine Art Jedi-Katze, übergroß mit Laserschwert in kackegrün. Uns gefällt´s. Dazu gibt es ein kurzes Höschen und eine winterliche WIkingerfrisur aus Stoff mit Helm. Herrgott. Vom emotionalen Erfolg durchtrieben wandeln wir zurück. Ah, guck mal, ein Stand mit Schweinemützen. Also Mützen mit Schwein drauf, Kopf auf Kopf. Nee, also das sieht albern aus. Ist nicht unser Stil. Unbeeindruckt setzten wir den Weg fort. Die Bühne wird schon berödelt und Banner werden aufgehängt. Hirsch ist mittlerweile Vollprofi in Sachen Zwiebeltechnik. Schichtdienst. Alle drei Banner werden mit unterschiedlich genormten Klammern befestigt, so dass sie nach und nach abgerissen (geschält) werden. Durchdacht. Auch heute lässt sich die IntroBand nicht lumpen ihren größten Hit 'Final Celine' zu performen und wir wagen bunt bedruckte Handtücher als VerhüllungsFlash. Alles wirkt wieder wie ne Eins und es wird ein lustiges Geballer. Schnitt. Als Costa & Ich zum 'Bernd, der Bankräuber'-singen nach unten gehen ist bei Montreal grade Stromausfall, bzw die P.A. ist temporär hinüber. Hu. Das trifft sich fantastisch, denn Yonas kann die Superlieder von der Sondaschule, die kurzer Hand unplugged dargeboten werden. Zumindest zwei an der Zahl, bis der Strom tatsächlich zurück kommt. Ein belebenes Intermezzo, und die Montreals fahren das Ding sensationell nach hause. Timmey sitzt in Höchstform seiner Laune oben im Backstage. Die Gespräche werden nachhaltig und kontrovers. Sondaschule feiern schon wieder eine Spezialsause mit den Bambergern, was ja schon nachweislich eine gute Kombination ist und war. Ein schweißtreibendes Ereignis jagt das nächste. Später geleite ich noch Timmey den weiten und unerfreulich komplizierten Weg zum Bus um dann noch mal zum Laden des zu shuttelnden Trailers zurück zu kehren. Es werden noch Midnight-Pizzen eingeführt und gut klargekommen. Irgendwann schlagen wir den nächtlichen Rückweg an. Yonas, Hirsch und ich geniessen nochmals den gang am Fluss entlang, wo nachtaktive SchwanEnten ihr Unwesen treiben. Fast wie im Urlaub. Am Bus wird grad der Hänger per Hand eingeklinkt. Menschen und Technik werden wieder mal zu einem Ganzen, denn ohne einander könnten sie wohl nicht mehr in unserem Zeitalter leben. Also, für die Zukunft, bitte nicht verstreiten. Gleich geht's nach Münster, die Heimat des einzigen Cowboys an Board. Ich bin gespannt, gute Nacht.
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