Batschkapp, Frankfurt

Geschrieben von Pensen

Die Batschkapp ist immer eine Reise wert. Vielen guten Konzerten durfte ich hier schon beiwohnen und die Crew des Ladens ist eh legendär. Es ist nicht Gang und Gebe, dass ein Club noch so was ähnliches wie ein 'Bandgefühl' vermittelt. Hier ist das so und außerdem ist das Haus hübsch angemalt mit den größten Größen der Musikgeschichte. Käffchen und Banane tun gut. Ich setze mich relativ bald an die noch fehlenden Tourberichte & Fotos, um mich rum wird gerodelt und geknuspert. Gegen 17h bin ich fertich, genau wie Montreal mit ihrem Soundcheck. Also wir. Wieder wird schnell klar, dass auch die Tonmenschen hier wissen was sie tun. Tiefenentspannt durch Kompetenz. Kann man sich gerne ma ne Scheibe von abscheiden, denn das kommt in diesem unserem Lande leider viel zu selten vor. Da schemcken die Nudeln mit Hack doch gleich noch mal so gut. Diese Stärkung ist auch elementar wichtig, denn nach dem Essen beginnen die Dreharbeiten zu dem in Leipzig ausgedachten Tatort 'Tot Art'. Unser Tour-KameraMann Jan hat uns vorhin auch schon einzelnd interviewt, weil aus dem ganzen Wahnsinn vermutlich eine Art Tourdoku entstehen soll. Und jetzt auch noch mit Drehbuch. Unfassbar. Sascha, seines Zeichens die erste Leiche, wird hergrichtet vom allerfeinsten und bekommt erst ganz kurz vor Szenenstart Ketchup ins Ohr geträufelt, damit es frisch und echt aussieht. Ort de Geschehens ist die Damentoilette der Batschkapp. DIe Zeit ist knapp, gleich ist Einlass. Alle Darsteller arbeiten auf höchstem Niveau und können fhelerfrei ihre Texte auswendig, weil sie nie jemand aufgeschrieben hat. Der große Vorteil der Improvisation: Es gibt keine Gefahr eines anstehenden Fehlers oder Aussetzers. Mit dem Zeitdruck im Nacken wachsen wir über uns hinaus und ich wische pünktlichst die letzten roten Flecken vom Damenklo um 18:59h. Zweites 'Set' ist der Bus, der wiederum das Büro vom Clubbesitzer Costa ist, in dem die Tote gefunden wurde. Verworren das ganze. Achja, Musik machen nicht vergessen. Und wie: Die IntroBand (ich nenn sie schon freundschaftlich die 'Schön Dickies') wächst täglich. Heute mit Keyboard, Schlagzeug und Trompete plus die uns verschwinden lassenden Handtücher. Das gute ist, das Sascha am Keyboard (Immer noch in Tot Art Nuttenkostüm) zum ersten mal ein Melodieinstrumentalist neben sich hat. Der (Chris) kann nur 'Final Countdown', das dafür aber besonders gut. In München hat Sascha am Keyboard aber zwei Songs kombiniert, also vor 'Final Countdown' noch Titanic gespielt. Das ist so dermaßen in Fleisch und Blut übergegangen, dass er einfach nicht anders kann. Bedeutet: Chris spielt inbrünstigste 'final Countdown' auf das Titanic Thema. Klingt sehr Crossover mäßig aber völlig geil. Mirko ballert am Schlagzeug wie nie zuvor und Yonas und Hirsch halten unbeschreiblich Handtücher. Danke euch allen. Ohne euch wären wir nur zwei. Die Konzerte der anderen drei Bands (Das Pack, Montreal, Sondaschule) verlaufen wie erhofft und erwartet super. Ich steh die letzte Stunde beim Merchcowboy Carsten. Sein Stand ist dermaßen dicht am Tresen, dass wir uns das richtig gut gehen lassen können. Ich eier für den letzten Song durch den Club wieder auf die Bühne, die wir in den Armen liegend verschwitzt fröhlich verlassen. Durch das Backstagefenster ist wildes Schneetreiben zu erkennen. Romantisch. Zum einladen ist das Geschmacksache. Da wir glücklicherweise harte Hunde sind zihen wir das Ding durch und schon bald rollt der Bus Richtung Hannover. Morgen ist Off Tag. Ich glaube den können alle gut gebrauchen. Natürlich nur damit wir Dienstag um so schmuddeliger angreifen können. Danke Frankfurt, auf bald und gute Nacht.
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