Crazy Noise Festival, Hemmor

Geschrieben von Pensen

10 Uhr, herrje. Klopfen an der Tür. Hirsch in Gefahr? Exakt. Ohne Karte verlies der wehrte Montreal Kollege unser Doppelzimmer Richtung Erdgeschoß/Frühstück. Alles schön und gut aber wieso verdammt kommt er zurück? Mysteriös. Und jetzt der Skandal: Hirsch wurde vom hiesigen Hotelpersonal des Esssaals verwiesen! Wegen fehlender Schuhe. Kannte ich auch noch nicht. Also merke: Niemals gemütlich den Gang im Hotel entspannt und himmlisch weich auf Strumfsocken entlang schlendern. Es kann überall jemand lauern der den Misstand erkennt, aufdeckt und zu ersticken versucht. ('Hotel- Das ist Angst vor dem Scheitern,. Hotel- und und Flucht über Leitern', Heinz Strunk). Nu bin ich auch endgültig wach und während Hirsch westeuropäisch seine Füße bedeckt schäl ich mich aus den Federn. Unten trifft man Kollegen und mampft, doch ernsthaft angeschlagen von gestern, Wurst und Ei. Schon besser. Heute fahren wir nach Hemmor, einem verwunschen-kleinen Ort unweit von Hamburg, zum 'Crazy Noise' Festival. Tun dies aber via Hamburg, weil da noch Autos eingesammelt und strategisch überlegte Pläne verwirklicht werden. Aber erstmal nochmal zum Mau-Club und Bus voll laden. Wir sind n Tick zu früh dran und stehen verzaubert bei Sonnenschein im Schnee am Wasser. Urlaubsgefühle. Der Wind ist allerdings so ätzend kalt, dass wir froh sind, als uns die Tür geöffnet wird. Laden und los. Ich schreibe den Tourbericht von gestern und Onkel friemelt fleißigste an der neuen Ohrbooten-Platte. Ich bin schon gespannt wie n Flitzebogen. Im Zielort ist alles liebevollste angerichtet. Neben der herzlichen Begrüßung wird schnell klar, dass sich hier Mühe gegeben wird und das Wohlgefühl aller Beteiligten im Vordergrund steht. Sehr angenehm. Wir beissen noch etwas durchgefröstelt glücklich in frische Brötchen. Heute machen wir keinen Soundcheck, wegen Festival. Also wird getüdelt und geguckt und Timmey baut den Merchstand auf. Ein bedeutsamer Tag für uns alle, denn das passiert das letzte Mal. Der Sensationsonkel wird heute seine lebenserhaltende Überbrückungshilfe bei DAS PACK beenden und Timmey wiederum seinen letzten Tag als Nicht-DAS PACK-Schlagzeuger haben. Feierlich-Gefühlsduselige Stimmung. Aber ganz wunderbar. Bei Einlass füllt sich der Saal mit jungem der Feuchtfröhlichkeit zugeneigtem Publikum. Als wir dran sind wird uns das spätestens bewusst, denn es wird ausgelassen geschwitzt, getanzt, mitgesungen und polonesiert. Es macht mächtig Spaß auf beiden Seiten. Vielen Dank liebe HemmorerInnen! Wir bauen zügig unseren Kram ab während Montreal sich bereit macht. Langsam kommt dann doch der Mitternachtshunger auf und siehe da: Unsere kühnsten Träume scheinen erhört worden zu sein! Und von wem? Natürlich vom Wurstgott, denn der hat uns extra eine kleine Bude direkt vor die Hallentür gestellt, die tapfer bei minus 1000Grad Krakauer&Thüringer anbietet. Es werden Famillienportionen bestellt und drinnen im Backstage verzehrt. Ps: Interessanterweise ist dieser Raum eigentlich der Schießstand des Schützenvereins. Gewehrständer und Schießerklärungsplakate zieren die Wände. Zum Schießen. Dann heißt es Abschied nehmen und wir trennen uns in verschiedene Heimwegs- und Himmelsrichtungen auf. Onkel, Dennis und Ich nach Hamburg und Timmey mit Urs auch irgendwo hin. Ich sitze hinten im Bus und telefoniere mit dem zeitlich verhinderten Dragan, der an dieser Stelle herzlich grüßen lässt, und lausche den Gesprächen aus der ersten Reihe. Da geht es um Fußball und grundsätzliche Zugehörigkeitsgefühle, wer gegen wen gewinnen sollte und was es bedeutet unwissend in Rostock mit einem St.Pauli Pullover durch die Strassen zu latschen (Onkel). Einfach süß. Und wo wir grade bei Onkel sind möchte ich noch mal speziell tiefen Dank aussprechen für Irrsinn, Spontanität, Musikalität und Freundschaft. Ein geiler Typ. Ohrbooten, erste Reihe, ich. Tschüss Onkelchen, und herzlich willkommen Timmey! Kann ein Mensch sich eine schönere Zukunft als ich vorstellen? Nein. Nächste Woche Proben Timmey und Ich das erste mal zusammen und dann geht's in vier Wochen mit Montreal & Sondaschule im Dreierpack auf Tour. Herrgott. Auf auf, vielen Dank & bis bald ihr Hasen.
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