Exil, Göttingen

Geschrieben von Flozze

DAS PACK, live im Exil/Göttingen, 09.02.2012 Ahaaah... Endlich wieder Göttingen! Ein Traum. Wir waren hier mit der letzten Platte schon ein paar mal zu Gast. Einmal alleine, einmal beim Indoor-Altstadtfest und einmal mit 'Panthéon Rococo', und freuen uns heute wieder da zu sein. Der Tag startet relativ früh, weil wir eine lange Strecke vor uns haben, dafür aber mit Frühstück am Bett. Sensationell. Ich und Timmey lungern rum und essen schlimme Dinge und trinken dabei Kakao. So könnte/sollte jeder Tag beginnen. Dann ab in´s Auto und endlich wieder auf die Autobahn. Hier bin ich Mensch, hier darf ich sein. Auf der verdammten deutschen Autobahn. Es ist die Hölle. Dafür wird es richtig gut als wir endlich ankommen. Karl, der Betreiber des Exils, begrüsst uns im Schneegestöber mit einem wärmenden Lächeln. Herrlich. Der Club liegt mitten in der Stadt in einer Fussgängerzone und prompt steht ein mies gelaunter, alter Mann vom Ordnungsamt vor uns und verpasst uns ein Knöllchen. Du dummes Schwein! Zum Trost holt uns Karl eine große Vorspeisenplatte vom türkischen Restaurant nebenan. Lecker. Käserollen, gebratene Auberginen, Oliven, gebratener Käse und viel, viel Knoblauch und Fladenbrot. Dann bauen wir auf und machen Soundcheck. Auch heute sind wieder unsere lieben Freunde von UKB mit an Bord, der Band mit dem fantastischen Totte, Pommes, Ortwin, Olli und dem wohl süßesten und besten Gitarristen der Welt. Wenn überhaupt, dann kann Pensen Paletti da noch mithalten. Dann fahre ich mit Dragan in`s Hotel und wir holen die Schlüssel. Ein typisches, deutsches Kleinstadt-Hotel. Verwinkelt, tiefe Decken und einem leicht moderigen Geruch (sehr gute Abhandlungen zu diesem Thema gibt es in dem Buch 'Mein deutsches Dschungelbuch' von Wladimir Kaminer). Wir schlafen in kleinen Appartements. Der Hotelier ist völlig überfordert, denn vor mir ist ein Mann dran der mit Karte bezahlen möchte und zusätzlich noch ein Frühstück bestellen möchte. Und dann noch ich, der vorbestellte Schlüssel abholen will. Das ist auch wirklich eine schwer zu lösende Aufgabe. Mies von uns. Was zu viel ist, ist zu viel. Dann geht es endlich wieder in den Club, UKB angucken. Ich möchte jedem Leser empfehlen die CD dieser sweeten Boys zu kaufen. Zu beziehen bei timmerch.de. Have Fun damit. Als wir dann endlich auf die Bühne gehen ist der Laden ganz schön voll, trotz des beschissenen Wetters, und das Publikum ganz bezaubernd. Es wird gesungen und getanzt und sich lieb gehabt. So mögen wir das. Dieser Abend kommt auf jeden Fall in meine TOP-5 der bisherigen Tour-Shows. Nach dem Konzert wird schnell geladen, immer noch ist es fürchterlich kalt und es schneit und ich habe schlimm, doll Rücken, vom vielen sitzen im Bus. Als wir fertig sind (erst mit laden und verabschieden und dann mit staunen über die gefährlich aussehende, unglaubliche Transe die tanzt als wäre sie Madonna und würde ihre Partner zu Tode lieben, wie eine miese, südamerikanische Spinne) fahren wir noch zu McDonald`s und es gibt Qualitätsnahrung. Und zwar viel. Da fällt mir ein dass es in diesem amerikanischen Schnellrestaurant momentan die absolut besten Tablett-Zettel gibt die man sich überhaupt nur vorstellen kann. So schön dass ich den Text beim Konzert in Weinheim vorlesen musste, vor lauter Freude. Zu bestaunen im entsprechenden Podcast. Ein kleiner Vorgeschmack: '...seitdem weiß ich dass ich...Ketchup im Blut habe'. Und das ist Ernst gemeint (vermutlich nicht von ihr sondern von ihrem Arbeitgeber)! Wie arm ist das?! Ein reiner Traum. Dann ab in`s Bett, ich teile heute ein Zimmer mit Totte und wir hören zum einschlafen Heinz Strunk. 'Fleckenteufel'. Immer noch ein sensationelles Buch. Ich wünsche eine gute Nacht.
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